Mi., 12.07.2017

Fußball: 3. Liga Preußen holen Heinrich und testen Hortum – Schweers gibt Entwarnung

Moritz Heinrich (l.) streift nach 16 Jahren das Löwen-Trikot ab und den Adler-Dress über. Der 20-Jährige wollte nach einer chaotischen Saison an der Grünwalder Straße einen Neuanfang und bekommt ihn in Münster.

Moritz Heinrich (l.) streift nach 16 Jahren das Löwen-Trikot ab und den Adler-Dress über. Der 20-Jährige wollte nach einer chaotischen Saison an der Grünwalder Straße einen Neuanfang und bekommt ihn in Münster. Foto: imago

Münster - 

Mit Moritz Heinrich ist der nächste Neuzugang da. Er muss nicht der letzte für den SC Preußen bleiben. Melih Hortum (Hannover 96 II) zum Beispiel ist mit der Mannschaft ins Trainingslager nach Herzlake gereist. Allgemein präsentiert sich der Drittligist bislang vor allem defensiv sehr stabil.

Von Thomas Rellmann

Am Ende ging der Deal doch recht komplikationslos über die Bühne. Wie erwartet verstärkt Moritz Heinrich für zwei Jahre den SC Preußen. Der Offensiv-Allrounder kommt vom TSV 1860 München, auch die am späten Dienstagabend abgewendete Insolvenz des Traditionsclubs hinderte den 20-Jährigen, der vor allem auf der linken Seite eine wichtige Alternative werden soll, nicht mehr am Wechsel.

Nach einer durchwachsenen Saison möchte der ehemalige Junioren-Nationalspieler (U 19 und U 20) im familiäreren Umfeld wieder zu alter Form finden. „Ich denke, der Weg aus der Großstadt nach Münster ist gut für mich und meine Entwicklung. Ich wollte unbedingt eine Veränderung“, sagt er. Coach Benno Möhlmann, 2015/16 bei den Löwen angestellt, kennt und schätzt er bereits. Der SCP-Trainer betont: „Ich habe ihn als A-Junior ins Training geholt und für einen Profivertrag empfohlen. Moritz ist talentiert und sehr weit für sein Alter.“ Auf beiden Außenbahnen oder als hängende Spitze könne der ausgebildete Stürmer helfen. Für die Sechziger-Reserve bestritt er zuletzt 28 Regionalliga-Partien (zwei Tore, eine Vorlage). An der Grünwalder Straße kickte Heinrich seit dem sechsten Lebensjahr. In der vorletzten Saison gelangen ihm 19 Treffer in der A-Jugend-Bundesliga, womit er Torschützenkönig der Süd-Staffel war. „Er überzeugt durch seine Tempodribblings“, sagt SCP-Sportdirektor Malte Metzelder. Der Neuling machte sich schon am Mittwoch auf den Weg ins Trainingslager zur Aselager Mühle.

Im Emsland traf der Ex-Löwe am Mittwochnachmittag ein. Die erste von fünf bis sechs Einheiten hatten seine künftigen Kollegen da bereits hinter sich. In der letzten Phase der Vorbereitung stehen für die Profis natürlich weniger die Kraft- und Ausdauer-Elemente im Vordergrund als vielmehr spieltaktische Aspekte. Das Romantik-Hotel ist in seiner Abgeschiedenheit zudem ein idealer Ort, um den Teamgeist, der in der Rückrunde der Vorsaison bereits durchaus prägend war, weiter zu schärfen und Hierarchien zu bilden. Gut möglich, dass Möhlmann in diesen Tagen auch seinen Mannschaftsrat benennt. Am Kapitän Adriano Grimaldi und den bisherigen Mitgliedern Michele Rizzi und Ole Kittner sollten keine Zweifel bestehen.

Rein sportlich präsentierten sich die Preußen in den bisherigen sieben Testspielen durchaus in passabler Form, wie 44 Tore belegen. Auffallend ist vor allem, dass die eingespielte Abwehrreihe keinen einzigen richtigen Gegentreffer zuließ. Einzig Innenverteidiger Lion Schweers, der nach seiner Auswechslung am Dienstag beim 4:0 gegen Westfalia Rhynern schnell Entwarnung gab, überwand in Billerbeck mit einem missglückten Rückpass beim 1:1 gegen die SG Wattenscheid 09 Keeper Max Schulze Niehues. Allerdings waren die meisten Gegner auch nicht zwingend auf dem SCP-Level unterwegs. Die Lohrheider und sicher auch Borussia Dortmund II präsentierten sich als gute Sparringspartner fast auf Augenhöhe, der SC Wiedenbrück tat das mit Abstrichen, Rhynern dagegen nicht. Auch der BSV SW Rehden, der am Samstag auf dem Rückweg aus Herzlake im letzten Vorbereitungsspiel wartet, spielt nur in der Regionalliga.

Noch offen scheint das Rennen um die Nummer eins zu sein. Schulze Niehues, der wenig gefordert wurde und gewohnt fehlerlos agierte, besitzt offenbar nicht zwingend einen Bonus. „Da wird es noch keine Entscheidung geben“, sagt Möhlmann, der den draufgängerischen und ums Mitspielen bemühten Herausforderer Nils Körber ebenfalls wenig unter Beschuss, gegen den BVB aber durchaus mit guten Szenen im Eins-gegen-Eins sah. Ob Jeron Al-Hazaimeh, Doppel-Torschütze in Beelen und nicht zum ersten Mal im Mittelfeld unterwegs, dort eine Zukunft hat, ist noch offen. Nach Heinrich testen die Preußen im Trainingslager einen weiteren offensiven Flügelspieler: Melih Hortum von Hannover 96 II (Regionalliga). Er wird bald 23 und hat einen Vertrag bis 2018, erlitt allerdings in der Vorsaison einen Kreuzbandriss. Zuletzt stellte er sich schon beim Chemnitzer FC vor.

► Die Firma HRC-Services, die in unmittelbarer Nachbarschaft an der Hammer Straße beheimatet ist, wird neuer Sicherheitspartner im Preußen-Stadion.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5006065?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F