Do., 13.07.2017

Fußball: 3. Liga Stimmungskurve beim SC Preußen Münster zeigt nach oben

Daumen hoch für den SCP: Tobias Warschewski, Philipp Hoffmann und Jeron Al-Hazaimeh präsentieren sich im Trainingslager in Herzlake bestens gelaunt.

Daumen hoch für den SCP: Tobias Warschewski, Philipp Hoffmann und Jeron Al-Hazaimeh präsentieren sich im Trainingslager in Herzlake bestens gelaunt. Foto: Thomas Rellmann

Herzlake - 

Der SC Preußen wie er singt und lacht: Gut eine Woche vor dem Saisonstart präsentiert sich der Fußball-Drittligist im Trainingslager bestens gelaunt, sehr engagiert und insgesamt durchaus optimistisch, was die kommende Saison angeht ...

Von Thomas Rellmann

Also, mangelnden Ehrgeiz lassen sich die Preußen im Sommer 2017 ungern vorwerfen. Donnerstagvormittag. Die zweite Einheit im Trainingslager. Sonnenschein umgibt das Romantik-Hotel Aselager Mühle. Auf dem perfekten Rasen ist von Harmonie jedoch wenig zu spüren. Es knallt, da ist Feuer drin im Abschlusskick des Drittligisten. Dabei wird noch nicht mal auf Tore gespielt, es geht nur um das Überqueren der Grundlinie. Die Jungs motivieren sich permanent gegenseitig, bauen sich auf. Von außen lobt Co-Trainer Sven Kmetsch Sandrino Braun für einen Ballgewinn. Wenige Meter weiter gibt Tobias Rühle dem Jungjahrgang aus der U 19, Cyrill Akono, impulsiv Tipps. Am Ende gewinnt „Schwarz“ gegen „Gelb“ 7:6. Die einen fluchen, die anderen feiern sich. Sebastian Mai ballt die Faust vor Freude, Martin Kobylanski vor Frust.

Trainer Benno Möhlmann wird diese Szenen gern sehen. Seine Jungs pushen sich gegenseitig, so langsam geht es auch um Stammplätze. Der Kader füllt sich mehr und mehr. Moritz Heinrich, der Neue von 1860 München, ist inzwischen eingetroffen. Angriffstalent und Junioren-Nationalspieler Tobias Warschewski ist zurück nach seinem DFB-Einsatz bei der U-19-EM in Georgien und erstmals in dieser Vorbereitung fester Bestandteil der Gruppe. Lucas Cueto mischt auch wieder mit nach seiner Schienbeinreizung. „Alles auf dem Weg der Besserung“, vermeldet er. Am Nachmittag gönnt er sich dennoch eine Pause. Vorbei ist das Camp nur für Luca Steinfeldt. Der Torjäger der U 23 reist mit muskulären Problemen in der Wade wieder ab. Vermutlich die ungewohnt hohe Belastung.

Fotostrecke: Trainingslager von Preußen Münster in Herzlake

Zeigen darf sich Melih Hortum, der noch Hannover 96 gehört. „Fit ist er wieder“, sagt Sportchef Malte Metzelder, der die Bemühungen der Profis aufmerksam am Rand verfolgt. „Aber noch etwas zurückhaltend“, betont Möhlmann. Eine Gastspiel-Genehmigung für Samstag, wenn es im letzten Test zu Regionalligist BSV SW Rehden geht, ist auf den Weg gebracht. Fehlen werden dann allerdings die drei A-Junioren. Keeper Luis Klante, Adrian Knüver und der ohnehin noch nicht bei den Profis einsatzberechtigte Akono machen einen Abstecher zur U 19, die beim gleichaltrigen VfL Osnabrück ebenfalls ihre Form überprüfen will.

Möhlmann, der natürlich nicht zum ersten Mal in Herzlake residiert, schätzt die Bedingungen durchaus. Auch wenn das Areal nicht mehr so frequentiert ist wie einst. Den Mannschaftsrat lässt er in Kürze wählen, aus diesem Kreis bestimmt er den Kapitän. Vielleicht passiert beides aber doch erst wieder in Münster. Der 62-Jährige gibt sich in diesen Tagen betont locker und gelassen, stets angenehm gelaunt. Nur einmal muss er beinahe schimpfen. Als am Ende der Einheit trotz Suchaktion in Mannschaftsstärke immer noch ein Ball in den Netzen fehlt und die Spieler fast schon auf dem Weg Richtung Eistonne, Dusche oder Sonnenterrasse sind. Da fällt dem „Chef“ auf, dass doch noch eine Kugel zu wenig da ist. Also macht er sich selbst auf den Weg in die emsländischen Büsche und präsentiert wenige Momente später das vermisste Leder. Seine Schützlinge schlagen schon verschämt die Hände vors Gesicht, sie fürchten harte Sanktionen. Doch Möhlmann nimmt‘s mit Humor. Ein kurzer Anpfiff, dann ein Lächeln. Die Stimmung bleibt gut.

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