Fr., 14.07.2017

Fußball: 3. Liga Selbstkritischer Braun hofft auf bessere Zeiten im Preußen-Trikot

Gefragter Mann: Sandrino Braun (M.), hier im Trainingslager an der Aselager Mühle im Gespräch mit Spielführer Adriano Grimaldi, gehört im SCP-Kader schon jetzt zu den Ältesten. Bei den Stuttgarter Kickers war er einst sogar Vize-Kapitän.

Gefragter Mann: Sandrino Braun (M.), hier im Trainingslager an der Aselager Mühle im Gespräch mit Spielführer Adriano Grimaldi, gehört im SCP-Kader schon jetzt zu den Ältesten. Bei den Stuttgarter Kickers war er einst sogar Vize-Kapitän. Foto: Thomas Rellmann

Münster - 

Nach einem schwierigen ersten Jahr in Münster will Sandrino Braun einen neuen Anlauf nehmen. Der Preußen-Mittelfeldspieler gibt aber auch zu, dass ihn das vergangene Jahr belastet hat. Selbstkritik kann da auch mal zu ausgeprägt ausfallen.

Von Thomas Rellmann

Als Stinkstiefel fiel Sandrino Braun in seinen 13 Monaten bei Preußen Münster bisher nicht auf. Der Neuzugang der Vorsaison ist stets höflich, scherzt mit Kollegen, ist fest integriert. Innerlich aber brodelte es in der vergangenen Saison oft in dem 29-Jährigen. Kein Wunder – als eine der Top-Verstärkungen war er an die Hammer Straße gekommen, doch die Debüt-Serie verlief enttäuschend. In seiner Bilanz standen nur 971 Minuten verteilt auf 16 Einsätze sowie der Notenschnitt 3,9.

Ansätze von Erklärungen hat Braun, die Schuld will er aber nicht anderswo suchen. „Klar, da waren drei, vier kleinere Verletzungen. Die hatte ich sonst nie. Dazu das neue Umfeld, die Erfolglosigkeit der Mannschaft. Unterm Strich stimmte aber vor allem meine Leistung nicht.“

Nun soll ein neuer Anlauf erfolgen. Seine breite Brust ist durchaus noch vorhanden nach einem schwierigen Jahr. „Ich habe ja nicht umsonst fast 150 Drittliga-Spiele. Und ich habe ja auch immer getroffen. Diese Torgefahr möchte ich wiederherstellen, dazu wieder Selbstvertrauen tanken.“

Dazu wäre ein Stammplatz hilfreich. Am ehesten winkt ihm die Startelf, wenn Trainer Benno Möhlmann eine etwas defensivere Variante des 4-1-4-1 auspackt. Auf der Halbposition wäre Braun als laufstarker Akteur eine echte Option, eher als als alleiniger Aufbauspieler vor der Abwehr. „Ich kann als Sechser oder Achter auflaufen, so ein Zwischending liegt mir.“ Vielleicht war auch das lange ein Problem. Die exakte Position für den Mittelfeldmann ist noch nicht definiert. „Ich kann nicht viel mehr machen, als mich anzubieten“, sagt er.

Bisher gab es noch nicht das Signal von oder das Vieraugengespräch mit dem Coach. „Aber das wird sicher noch kommen. Dann analysieren wir.“ Im Winter wurde Braun auch als Wechselkandidat gehandelt. Dass er gehen soll, habe ihm aber nie ein Verantwortlicher gesagt. „Natürlich möchte ich meinen Vertrag zu erfüllen“, lautet die Maßgabe. Die Einschränkung soll nicht unerwähnt bleiben: „Im Fußball ist alles möglich. Aber mein Plan ist es, mich in Münster durchzusetzen.“

Dass die vergangenen Monate nicht leicht waren, gibt Braun zu. „Wenn man nicht spielt, ist man immer unzufrieden. Aber ich bin absoluter Teamplayer und habe mein Ego hintenan gestellt.“ Es soll nicht verschwiegen bleiben, dass da auch gute Phasen waren. Im März, als die Kontrahenten im Mittelfeld reihenweise ausfielen, war der ehemalige Stuttgarter, den Ex-Coach Horst Steffen von den Kickers mehr oder weniger mitbrachte, voll da, machte etwa in Bremen (1:0) oder gegen Aalen (2:1) gute Partien in einer elementaren Saisonphase. Doch mit der Roten Karte in Kiel (0:0) war er schnell wieder draußen. „Ich bin extrem selbstkritisch, manchmal sogar zu sehr. Da muss ich aufpassen, mich nicht selbst runterzuziehen.“ Einblicke ins Seelenleben eines Profis.



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