Mo., 17.07.2017

Fußball: 3. Liga Preußens Hoffmann und Scherder Dauerpatienten machen Dampf

Ein Bild der Vergangenheit: In der Vorsaison mussten Simon Scherder (l.) und Philipp Hoffmann fast immer zuschauen, jetzt aber haben beide die komplette Vorbereitung bisher mitgemacht.

Ein Bild der Vergangenheit: In der Vorsaison mussten Simon Scherder (l.) und Philipp Hoffmann fast immer zuschauen, jetzt aber haben beide die komplette Vorbereitung bisher mitgemacht. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Simon Scherder und Philipp Hoffmann sollten sich eigentlich langsam an das Team herantasten – und sind plötzlich auf der Überholspur. Tempo macht auch der DFB und terminiert die Spieltage fünf bis zehn: Münster spielt an einem Sonntag in Rostock und unter Flutlicht gegen Zwickau.

Von Thomas Rellmann

Gewinner der Vorbereitung? Verlierer? Trainer lassen sich eigentlich ungern Namen entlocken, wenn es um ein Urteil geht, wer sich in den Einheiten und Tests in den Vordergrund gespielt hat und wer nicht. Preußen-Coach Benno Möhlmann passt da jedoch kaum ins Raster, er ist offener. Und er benennt zumindest in Kategorie eins zwei Herren, die eine lange Leidenszeit ertragen mussten. „Dass Philipp Hoffmann und Simon Scherder alles problemlos mitmachen konnten, war richtig gut für sie“, sagt er über die beiden Dauerpatienten des vergangenen Jahres. „Sie haben erstens ihre Verletzungen hinter sich gelassen und zweitens gezeigt, dass sie uns wirklich helfen können.“

Dass gerade der 24 Monate fehlende Scherder natürlich noch Zeit braucht, liegt auf der Hand. Auch Hoffmann kann die 100 Prozent noch nicht erreicht haben, doch er kommt bereits für Einsätze in Frage. Zweifellos haben die vergangenen Wochen seit dem Trainingsstart das Duo auch mental nach vorne gebracht.

Pechvögel gab es beim SCP jedoch auch. Bei Ole Kittner (Bänderriss im Knöchel) macht sich Möhlmann weniger Sorgen. „Sowas kann passieren, aber er hat ja an seiner Fitness weitergearbeitet und wird in Kürze wieder da sein.“ Schwieriger gestaltet sich die Lage bei Neuzugang Lucas Cueto. „Es ist schade, dass er unser Programm nie komplett absolvieren konnte, denn er bringt fußballerisch alles mit und hat eine super Schnelligkeit“, so sein Coach. Doch die Reizung am Schienbein ließ bisher nur dosiertes Arbeiten zu. „Und dass Tobias Warschewski drei Wochen nicht da war und dann bei der U-19-EM kaum gespielt hat, ist auch nicht glücklich.“

Unterm Strich fand der 62-Jährige die Eindrücke der Vorbereitung aber durchaus ansprechend. „Ich habe Vertrauen in die Jungs. Die Bereitschaft, als Team zu funktionieren, ist da. Das war in der Rückrunde schon so, da haben wir uns stabilisiert. Die Neuen passen da auch rein.“ Überbewerten will er den hervorragenden Zusammenhalt nach viereinhalb Jahrzehnten im Profigeschäft aber auch nicht. Er weiß: Alles wird an den ersten Ergebnissen gemessen.

Fixpunkt Nummer eins ist also der Samstag, wenn es zu RW Erfurt geht. Die Startelf dürfte auf den meisten Positionen stehen. Allzu viele Konkurrenzkämpfe waren mangels Kadergröße nicht zu verzeichnen. „Ich muss meine Formation aber auch nicht direkt am ersten Spieltag für alle Zeiten festlegen“, findet Möhlmann. „Es ist ohnehin besser, flexibel zu sein.“ Gerade das Trio, das wenig mit der Mannschaft trainieren konnte, wird auf Sicht drängeln. Genau wie der kürzlich verpflichtete Moritz Heinrich, der sich stetig verbessernde Lennart Stoll. Oder eben auch Hoffmann und Scherder.

Durch die bisher aber eher dünne Personaldecke waren viele Stammkräfte wie Lion Schweers, Sebastian Mai, Michele Rizzi, Martin Kobylanski oder Adriano Grimaldi gezwungen, in den Tests fast permanent auf dem Rasen zu stehen. „Einige hatten Anteile von 70, 80 oder sogar 90 Prozent“, sagt Möhlmann. Daher schraubt er in dieser Woche die Belastung bewusst herunter. „Wir haben zuletzt oft doppelt trainiert, das machen wir bis Samstag nur noch einmal.“ Dass das Aufgebot bis zum Ende der Transferperiode am 31. August noch mal wächst, ist nicht garantiert. „Wir werden jetzt erst mal beobachten“, sagt der Coach. „Das Budget ist ja ausgereizt. Wenn wir noch Notwendigkeiten erkennen, werden wir eventuell noch mal sprechen müssen.“ Sportchef Malte Metzelder halte „ganz sicher die Augen auf“.

► Der DFB hat die Spieltage fünf bis zehn terminiert und den Preußen ihr erstes Sonntagsspiel (27. August bei Hansa Rostock) und einen Flutlichtauftritt am Freitag (8. September gegen FSV Zwickau) beschert. In der zweiten englischen Woche wird am Mittwoch (20. September) der VfR Aalen erwartet. Die Partien gegen Magdeburg (19. August) sowie in Paderborn (16. September) und Jena (23. September) finden jeweils samstags statt.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5016929?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F