Do., 20.07.2017

Fußball: 3. Liga Auftakt der 10.Saison: Offenes Rennen in Liga drei

Die Drittliga-Saison beginnt: Tobias Rühle (M.) und die Preußen beginnen am Samstag bei RW Erfurt, Lottes Benedikt Fernandez (l.) und Moritz Heyer (r.) zu Hause gegen Hansa Rostock.

Die Drittliga-Saison beginnt: Tobias Rühle (M.) und die Preußen beginnen am Samstag bei RW Erfurt, Lottes Benedikt Fernandez (l.) und Moritz Heyer (r.) zu Hause gegen Hansa Rostock. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Als erste der drei Profiligen legt am Wochenende die 3. Liga wieder los und genießt zumindest für einen Spieltag ein Alleinstellungsmerkmal. Die Besetzung der Klasse ist einmal mehr attraktiv, doch die Vereine plagen weiterhin wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Von Thomas Rellmann

Prominente Namen vereint die 3. Liga auch im zehnten Jahr ihres Bestehens zuhauf auf sich. Allein 17 der 20 Mannschaften waren schon mal mindestens zweitklassig unterwegs. Große Töne spuckte vor dem Saisonstart, zu dem am Freitag Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC und der VfL Osnabrück (20.30 Uhr) die Ouvertüre liefern, aber kaum ein Verantwortlicher. Richtig investieren konnten die wenigsten.

Aus gutem Grund: Die Bewältigung der DFB-Anforderungen wird für die Clubs mehr und mehr zum Spagat. Die Lizenzanforderungen wurden noch mal verschärft, nachdem zuletzt der VfR Aalen und der FSV Frankfurt im Saisonverlauf Insolvenz angemeldet hatten. Grünes Licht gab es teilweise erst nach großem Kampf. Der erst durch den Absturz des TSV 1860 München in die Regionalliga gerettete SC Paderborn, der Chemnitzer FC, RW Erfurt oder auch die Osnabrücker sind nur einige Beispiele für wirtschaftliche Drahtseilakte.

KSC ist der Topfavorit

Auch für Preußen Münster, immerhin schon im siebten Jahr dabei, war es knapp. Entsprechend gering waren die Mittel für Neueinkäufe. Der Traditionsclub setzt auf den jüngsten Kader seit einem Jahrzehnt sowie ein in der Rückrunde gut funktionierendes Kollektiv. „Wir wollen uns stabilisieren und in die obere Tabellenhälfte“, sagt Trainer und Hoffnungsträger Benno Möhlmann. Vom Aufstieg spricht er genauso wenig wie die meisten Kollegen.

Fotostrecke: Das sind die Gegner von Preußen Münster

Einzig KSC-Coach Marc-Patrick Meister strebt auch offiziell die sofortige Rückkehr an. „Wir haben eine Mischung aus erfahrenen und talentierten Spielern“, sagt er. Die Badener gelten zweifellos, auch in allen Umfragen, als großer Favorit. Sie und die Würzburger Kickers profitieren von einem finanziellen Auffangschirm für Ex-Zweitligisten. Das machte sich auf dem Transfermarkt deutlich bemerkbar.

Hinter diesem Duo besitzen auch der SV Wehen Wiesbaden, der Hallesche FC, der Vorjahresvierte 1. FC Magdeburg, Osnabrück oder Hansa Rostock spannende Kader. Die Neulinge SpVgg Unterhaching, SV Meppen und Carl Zeiss Jena sind mehr als Farbkleckse auf der Drittliga-Landkarte.

Schwierige Saison für Lotte 

Dort haben sich in der Premierensaison auch phasenweise furios die Sportfreunde Lotte etabliert. Nach Platz zwölf in der Abschlusstabelle und einigen Pokal-Abenteuern sollte eigentlich Ismail Atalan seine erfolgreiche Arbeit fortführen. Doch zwei Wochen vor dem Auftakt nutzte der Trainer-Shootingstar die Ausstiegsklausel im gerade verlängerten Vertrag und ging zu Zweitligist VfL Bochum.

Fotostrecke: Der Kader für die Saison 2017/18 - Kurzporträts

Oscar Corrochano sprang ein und will als erstes die Klasse halten. „Insgesamt ist die Liga noch stärker und ausgeglichener geworden“, sagt er. Und trifft mit dieser Aussage den Nagel auf den Kopf. Wenn die dritthöchste Klasse in den vergangenen Jahren etwas ausgezeichnet hat, dann die verschwimmende Grenze zwischen Auf- und Abstiegskampf.

Wer im Winter noch bangte, mischte im Frühjahr manchmal schon oben mit. Es ging immer eng zu, kaum eine Mannschaft fiel ab, kaum eine überragte. Jeder kann hier offenbar wirklich jeden schlagen. Für die Zuschauer nicht die schlechteste Aussicht.



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