Do., 27.07.2017

Fußball: 3. Liga Preußen-Präsident Strässer zwischen Anspannung und Vorfreude

Fußball: 3. Liga : Preußen-Präsident Strässer zwischen Anspannung und Vorfreude

Vorfreude, Anspannung, Begeisterung, Skepsis: Christoph Strässer fiebert im Preußenstadion schon seit Jahrzehnten mit. Seit er im Herbst das Präsidentenamt antrat ist die Verbindung natürlich noch enger geworden. Foto: Jürgen Peperhowe, Montage: Lisa Stetzkamp

Münster - 

Preußen-Präsident Christoph Strässer weiß, dass sportlicher Erfolg und ein volles Haus ihm helfen würden, einen Stadion-Neubau und auch die Ausgliederung voranzutreiben. Vor dem ersten Heimspiel gegen den SV Meppen umgeben ihn daher Vorfreude und Anspannung.

Von Thomas Rellmann

Am Samstagmorgen sollte Christoph Strässer, der zurzeit eine mehrtägige Gruppen-Radtour entlang der Ems macht, lieber inkognito unterwegs sein. Wenn der Preußen-Präsident mit dem Zug die Rückreise aus dem Emsland nach Münster antritt, dann könnten ihm auch etliche Fans des SV Meppen begegnen. Die machen sich nämlich nach dem Aufstieg auf die erste Drittliga-Auswärtsreise, und die führt an die Hammer Straße (Anstoß: Samstag, 14 Uhr).

„Es kann schon sein, dass ich da den einen oder anderen Anhänger im Abteil treffe“, sagt der SPD-Politiker. Seiner Vorfreude tut das keinen Abbruch. Seit er den Verein führt, sieht man ihn bei jeder Gelegenheit auf der Tribüne mitfiebern. Das 1:1 zum Auftakt bei RW Erfurt schaute er im Netz. „Ich habe da sehr gute Ansätze gesehen. Ich glaube, wir haben gute Talente eingekauft. Hoffentlich findet die Mannschaft schnell zusammen. Mein Eindruck ist, dass das Gefüge sehr gut funktioniert. Wir sollten aber auch nicht anfangen zu träumen.“

Aus den sportlichen Details hält sich Strässer raus. Empfehlungen, Vorgaben oder gar Kritik wird es von seiner Seite nie geben. Vielmehr betont der 68-Jährige permanent, wie groß sein Vertrauen in Trainer Benno Möhlmann und Sportchef Malte Metzelder ist. „Ich bin schon angetan davon, wie sie die schwierige Lage auf dem Transfermarkt lösen.“

Dass die Mittel knapp sind, das bestreitet der Noch-Bundestagsabgeordnete kaum. „Allgemein ist die 3. Liga eine komplizierte Angelegenheit, in der auch wir uns wirtschaftlich nach der Decke strecken müssen. Der Verband hat immer wieder Insolvenzen erlebt und will das vermeiden.“ Die Lizenzerteilung im Juni war, das ist mittlerweile ein offenes Geheimnis, eine enge Sache für die Preußen. Anders als noch vor wenigen Jahren, sind keine hochkarätigen Spieler mehr mit gut dotierten Verträgen zum Berg Fidel zu locken. „Aber die Lage ist auch nicht bedrohlich, wir haben unsere Verpflichtungen erfüllt“, sagt der Clubchef. Gleichzeitig stellt er klar, dass seine Hauptarbeitsgebiete – Ausgliederung und Stadion-Neubau – genau in die Richtung zielen, dem SCP kurz- und mittelfristig wieder mehr Handlungsspielraum zu verschaffen. „Dafür machen wir all das ja“, so Strässer. „Im Kern geht es natürlich immer noch um Fußball. Und es ist schade, dass politische Auseinandersetzungen im Moment den Sport überlagern.“

In seinem Bemühen um zukunftsträchtige Weichenstellungen kann eine erfolgreiche und attraktiv spielende Mannschaft aber natürlich nicht schaden. „Die Leute, die es gut mit unserem Club meinen, sollen die Dinge nicht nur von außen kommentieren, sondern am Spieltag auch dabei sein“, fordert er. „Ich bin mir sicher, dass diese Mannschaft gute Unterhaltung liefert. Und Meppen ist ja ein spannender Gegner, der auch viele Fans mitbringen wird.“

Fabian Roberg fungierte im Herbst 2016 nur wenige Wochen als Vorsitzender des Preußen-Aufsichtsrats. Viel wird von dieser Mini-Amtszeit in einigen Jahren vermutlich nicht geblieben sein. Doch da ist ein Satz, den viele Anhänger damals gern hörten und den sie auch heute noch ab und an zitieren: „Am Samstag gehört Münster ins Stadion!“ Strässer widerspricht seinem Kurzzeit-Mitstreiter natürlich nicht. „Hinter dieser Aussage stehe ich zu 100 Prozent.“ Wohl wissend, dass ein volles Rund ihm auch Argumente im zähen Ringen um Zustimmung im Stadtrat bringen kann.

Mark Brown ist ab sofort neuer Sicherheitsbeauftragter des SC Preußen. „Wir freuen uns, jemanden gefunden zu haben, der aus Münster kommt, hier seit Jahrzehnten in diesem Bereich Erfahrungen gesammelt hat, und der auch einen Großteil unserer Fans kennt“, sagt Präsidiumsmitglied Siggi Höing zur Besetzung der sensiblen Stelle. Im Oktober beginnt der 46-Jährige an der SRH-Hochschule Heidelberg die achtmonatige Fortbildung. Seit dem Rücktritt des langjährigen Amtsinhabers Roland Böckmann Anfang 2016 war der Posten weitgehend vakant. Zunächst hatten Veranstaltungsleiter Wilfried Kramer und Ex-Sportvorstand Carsten Gockel ausgeholfen.



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