Mo., 07.08.2017

Fußball: 3. Liga Metzelder findet den Preußen-Trend stimmig

Seite an Seite stürmen Tobias Warschewski (am Ball) und Adriano Grimaldi nur selten. Gemeinsam haben sie aber den auslaufenden Vertrag 2018. Eine Verlängerung strebt der Verein natürlich jeweils an.

Seite an Seite stürmen Tobias Warschewski (am Ball) und Adriano Grimaldi nur selten. Gemeinsam haben sie aber den auslaufenden Vertrag 2018. Eine Verlängerung strebt der Verein natürlich jeweils an. Foto: Sebastian Sanders

Münster - 

Jetzt ist erst mal Liga-Pause. Zwar sind die Preußen im Westfalenpokal beim SC Paderborn schon am Mittwoch wieder gefordert, doch eine Zwischenbilanz bietet sich schon an nach vier Punktspielen. Sportdirektor Malte Metzelder ist recht zufrieden – und hat mittelfristig eine Menge zu tun.

Von Thomas Rellmann und Alexander Heflik

Nach vier Partien in 15 Tagen macht die 3. Liga erst mal zwei Wochen Pause. Zwar liegen jetzt diverse Pokalspiele an, doch eine erste Bilanz drängt sich geradezu auf. Preußen Münster liegt mit sieben Zählern auf Rang sieben – was ziemlich genau den gezeigten Leistungen entspricht und dem Anspruch des Vereins durchaus nahe kommt. „Es ist wieder brutal ausgeglichen“, sagt SCP-Sportdirektor Malte Metzelder. „Der eine oder andere Aufstiegsaspirant ist unter seinen Möglichkeiten geblieben. Aber Würzburg oder der KSC haben schon viel Qualität.“

Beim 1:0 bei den Kickers am Mittwoch hatte Münster mächtig Dusel, dafür am Samstag beim 0:1 gegen Überraschungsteam Werder Bremen II umso mehr Pech. Unterm Strich geht die Ausbeute also schon in Ordnung. Die bisherigen Problemfelder – Zweikampfverhalten im Zentrum und Druck über außen – waren schon gegen die Hanseaten keine mehr. „Aus unserer Sicht ist der Start zufriedenstellend, durchaus positiv“, sagte Metzelder nach dem Abpfiff und trotz der Niederlage, die er gesondert bewertete. „Bremen hatte schon eine hohe Liegezeit und hat ordentlich hingelangt.“

Fotostrecke: Saison 2017/18 - 4. Spieltag: Preußen Münster - SV Werder Bremen II

Dass sich innerhalb des Kaders bis zum 31. August noch etwas tut, ist Stand heute eher unwahrscheinlich. Die finanziellen Ressourcen sind eben ausgeschöpft. Auch bei Tobias Warschewski, dessen Wechsel Geld in die Kassen spülen würde, gibt es keinerlei Signale, vorzeitig gehen zu wollen.

„Wir möchten ihn langfristig binden“, sagt Metzelder stattdessen. Offenbar gab es vom Youngster bereits Hinweise, dass er dem Verein erhalten bleiben würde. Und das obwohl am derzeit alles überragenden Adriano Grimaldi im Sturmzentrum kein Vorbeikommen ist. Der Kapitän, dessen Vertrag 2018 ebenfalls endet, könnte in seiner jetzigen Form schnell ein Thema für Zweitligisten werden. Auch hier ist Metzelder („Er ist ein ganz zentraler Spieler bei uns“) gefordert, dem Angreifer ein Bleiben schmackhaft zu machen.

Auch Tobias Rühle ist nur noch bis zum Sommer gebunden, doch bei ihm liegen die Dinge etwas anders. Nach einer Knieverletzung in der Vorbereitung fand der 26-Jährige eher schleppend in die Saison und schmorte gegen Werder erstmals seit September 2016 wieder auf der Bank. Zur Pause erhielt er dann die Chance, sich zu rehabilitieren – und tat das eindrucksvoll. Mit Wut im Bauch? „Nein, der Trainer entscheidet. Ob ich das jetzt gut oder schlecht finde – ich muss es akzeptieren.

Fotostrecke: Einzelkritik: SC Preußen Münster - SV Werder Bremen II

Danach ist es ja meine Aufgabe, Schwung reinzubringen mit meiner Art zu spielen, die Jungs mitzunehmen. Hat leider nichts gebracht.“ Seinen Platz in der Startelf dürfte der Schwabe zurückerobert haben. Schon am Mittwoch ist mit ihm zu rechnen, wenn die Preußen im SCP-Duell beim SC Paderborn antreten. Runde eins im Westfalenpokal – ein härteres Los als ein Gastspiel beim aktuellen Drittliga-Spitzenreiter hätte Münster nicht erwischen können.

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„So können wenigstens nicht beide ausscheiden“, sagt Trainer Benno Möhlmann mit Galgenhumor. Unterdessen betont Metzelder die Bedeutung der Partie: „Der Wettbewerb ist wichtig. Wenn wir uns für die 1. Hauptrunde qualifizieren, können wir viel Geld verdienen.“ Allerdings droht auch ein schnelles Aus: „Der Gegner hat an seiner Kader-Philosophie gefeilt und das sehr vernünftig gemacht. Das ist ein Riesenbrocken“, so der Sportchef.

Eickhoff nach Hamm

Alle Preußen, die in diesem Sommer den Verein verlassen mussten, sind wieder in Lohn und Brot. Als letzte Ex-Münsteraner fand nun Bennet Eickhoff einen neuen Club. Er spielt künftig für die Hammer SpVg. in der Oberliga. Der 22-Jährige war erst vor einem Jahr klammheimlich als zusätzliche Defensivkraft aus der U 23 in den Profikader gerutscht, hatte dort aber nur ein Spiel bestritten (90 Minuten beim 0:1 in Lotte, dem Debüt von Trainer Benno Möhlmann). Seit der Winterpause quälten den Verteidiger immer wieder Rückenbeschwerden. Nun fühlt er sich wieder fit und wagt einen Neuanfang.

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