Do., 10.08.2017

Fußball: Westfalenpokal Geldquelle im Pokal versiegt für Preußen Münster

Augen zu und durch: Preußens Tormann Max Schulze Niehues (rechts) erhielt den Vorzug vor Nils Körber und verschafft sich hier Platz gegen Paderborns Christian Strohdiek.

Augen zu und durch: Preußens Tormann Max Schulze Niehues (rechts) erhielt den Vorzug vor Nils Körber und verschafft sich hier Platz gegen Paderborns Christian Strohdiek. Foto: Jürgen Peperhowe

Paderborn - 

Und wieder einmal geht der DFB-Pokal ohne münstersche Beteiligung vonstatten. Nach der 1:3-Niederlage in Paderborn muss Drittligist Preußen Münster schon mindestens Vierter werden, um noch einen Bundesligisten im Stadion an der Hammer Straße begrüßen zu dürfen.

Von Thomas Rellmann

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Münster sind aktuell alles andere als rosig. Schon jetzt ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich daran im Sommer 2018 über Pokal-Einnahmen etwas ändert. Durch das Aus in Runde eins des Westfalenpokals mit dem 1:3 (0:2) beim SC Paderborn hat sich die Wahrscheinlichkeit, in der neuen Saison auf Bundesebene mitzumischen, massiv verkleinert. Ja, es müsste schon einer der ersten vier Plätze in der 3. Liga werden. Realistisch? Schwer absehbar. Der Druck hat sich durch die Niederlage zum Auftakt des Wettbewerbs jedenfalls nicht verringert.

Immerhin lamentierte hinterher niemand über das Lospech, das den Preußen sofort ein Auswärtsspiel beim Klassenkonkurrenten bescherte, der nun auch noch als Spitzenreiter auflief. Früher oder später wären die harten Brocken so oder so auf das Team zugekommen. Freifahrtscheine wie vor einigen Jahren gibt es nicht mehr, zumal nur noch der Sieger in den DFB-Pokal kommt und auch etliche Regionalligisten qualitativ zugelegt haben.

Allen Beteiligten war klar, dass eine vogelwilde Vorstellung wie in großen Teilen des ersten Durchgangs immer für Probleme sorgen wird. „Dabei waren wir diesmal von Anfang an da, der Gegner schien überrascht“, sagte Trainer Benno Möhlmann. Doch dieser Zustand hielt gerade mal fünf, sechs Minuten. Dann stellte sich die ganze Deckung beim 0:1 tölpelhaft an. Ob die Misere auch an den Umstellungen lag, sei mal dahingestellt. Sechs Neue kamen ins Team, Pluspunkte sammelten nur wenige. Stéphane Tritz (Beckenprellung) und Michele Rizzi (Oberschenkelprobleme) mussten passen, fallen aber nicht lange aus. Tobias Rühle zu bringen, der auch in der Benteler-Arena phasenweise überzeugte, war logisch. Doch die offensive Aufstellung mit Tobias Warschewski als zweiter Spitze entpuppte sich im Rückblick doch als riskant. Und auf der Sechserposition, auf der Danilo Wiebe so diesmal noch weniger Unterstützung hatte, fehlt weiter die Zweikampfstärke. „So lange die Mittel nicht da sind, um dort nachzulegen, muss ich mir auch keine Gedanken über Transfers machen“, sagte Möhlmann. Und bestätigte gleichzeitig, dass er die Achillesferse längst erkannt hat. Stichtag bleibt der 31. August. Bis dahin sind noch Wechsel möglich.

Der große Pechvogel war aber einmal mehr Torwart Max Schulze Niehues, der im Sommer ohne zu patzen seinen Stammplatz an den bislang glänzenden Nils Körber verloren hat. „Wir haben blöde Gegentreffer kassiert und sind dann hinterhergelaufen“, sagte er. Es passte zu seiner Situation, dass er diesmal zwar spielen durfte, aber keine Chance hatte, sich auszuzeichnen und an allen drei Treffern schuldlos war. „Ich werde den Kopf nicht in den Sand stecken und versuchen, den Trainer zu überzeugen, dass er die falsche Entscheidung getroffen hat“, sagt die Nummer zwei.



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