Di., 15.08.2017

Fußball: 3. Liga Metzelder weiß, wie es geht – Preußen erwartet Angstgegner 1. FC Magdeburg

Torgarant der Magdeburger: Christian Beck traf vier Mal in den beiden letzten Spielzeiten gegen Münster.

Torgarant der Magdeburger: Christian Beck traf vier Mal in den beiden letzten Spielzeiten gegen Münster. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der 1. FC Magdeburg ist sowas wie der Angstgegner der Preußen. Vier Partien, vier Siege gab es für den Fußball-Drittligisten in den letzten beiden Saisons. Am Samstag gastiert das Team bei Preußen Münster. Wie man gegen den FCM gewinnt, weiß einer bei den Preußen ganz genau.

Von Alexander Heflik

Wenn der 1. FC Magdeburg in diesen Zeiten auf den SC Preußen Münster trifft, dann hat der Fußball-Drittligist stets ein Schreckgespenst vor Augen: Christian Beck. Nur mal so am Rande vor dem Aufeinandertreffen in Münster am Samstag sei erwähnt, dass der 29-Jährige in der 3. Liga vier Treffer in vier Aufeinandertreffen erzielte und vier Mal Magdeburg gewann. Kein Trost war dabei, dass zuletzt Magdeburg „nur“ mit 1:0 gewann, weil Richard Weil vom Elfmeterpunkt zum Sieg traf. Am 26. Spieltag der Vorsaison sah es nach dieser Partie düster für die Preußen aus. Ganz düster, als Drittletzter war der Abstieg zum Greifen nah.

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Beck in Münster, das verspricht nichts Gutes. Zumal der Torjäger mit dem Ex-Preußen Marius Sowislo, dem Kapitän des FCM, einen dauerhaft wichtigen Partner hinter sich weiß. Der im November 35 Jahre alt werdende Sowislo spielte von 2006 bis 2009 in Münster, es war seine zweitlängste Station als Profi bei einem Verein. Seit 2012 ist er bei den Sachsen-Anhaltinern aktiv, stieg 2015 von der Regionalliga mit dem Europapokalsieger der Pokalsieger von 1974 in die 3. Liga auf und ist der Kopf des Teams von Trainer Jens Härtel.

Fotostrecke: 26. Spieltag: 1. FC Magdeburg - SC Preußen Münster

Torgarantie Beck

Beck kam in der Winterpause 2012/13 nach Magdeburg. Er, der in der Saison 2006/07 als Torjäger bei RW Erfurt in der A-Junioren-Bundesliga aufhorchen lies. 24 Treffer in 25 Partien waren ein Versprechen auf die Zukunft. Aber erst unter Andreas Petersen – Vater von Freiburgs Torjäger Nils Petersen – bei Germania Halberstadt schlug er in der Saison 2011/12 voll ein und unterstrich seinen Torriecher. Der Wechsel nach Magdeburg war dann sein Glücksgriff. 9, 22, 20, 19, 17 - so lautete die Saisonausbeute der letzten viereinhalb Jahre. Und wenn es in der 3. Liga in dieser Saison noch nicht schepperte, Beck traf zuletzt im Pokal gegen den Erstligisten FC Augsburg (2:0). Der Torjäger und Sowislo gehören mittlerweile zum Inventar bei den Magdeburgern, diese Saison soll es mit dem Sprung in die 2. Bundesliga klappen.

Denn nach zwei vierten Rängen in den beiden letzten Spielzeiten greift das Härtel-Team nun nach dem Aufstieg. Für Sowislo wäre es wohl der Höhepunkt seiner Laufbahn, auch wenn er mit den Preußen 2008 Oberliga-Meister wurde und die Qualifikation für die Regionalliga schaffte. Noch einmal hat er seinen Kontrakt in Magdeburg verlängert. Es ist seine Heimat und Passion geworden, für die Blau-Weißen zu spielen – und er tut das besser denn je. Und gemeinsam mit Christian Beck ist er eine der Säulen des aktuellen Tabellensechsten. Der Schlüssel zum Erfolg für die Preußen liegt also auch in der Neutralisierung von Angreifer Beck und der Einschränkung des Radius von Mittelfeldakteur Sowislo. Eine schwere Aufgabe.

Metzelders Profidebüt

Erfolgserlebnisse für die Preußen gegen Magdeburg? Davon kann ein anderer erzählen: Malte Metzelder. Der heutige Sportchef der Preußen bestritt mit frischen 19 Jahren sein Profidebüt am 4. August 2001 in der Regionalliga Nord gegen den FCM beim 1:1 im Auwärtsspiel. „Ich bin froh und glücklich, dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat. In der Regionalliga geht es ordentlich zur Sache“, sagte er damals. Die Kritiken für den Innenverteidiger, der gemeinsam mit Heiko Kuhn und Libero Stephan Küsters die Abwehr stellte, waren durchaus positiv. Metzelder war aus der A-Jugend hochgerückt, Trainer Stefan Grädler stellte das Eigengewächs auf. Und ein paar Monate später war Metzelder in seinem 16. Regionalliga-Einsatz mit von der Partie, als die Preußen Luft im Abstiegskampf holten und Magdeburg mit 4:1 „wegputzten“. Carlos Castilla (2), Kais Manai und Küsters trafen vor 3860 Zuschauern, Münster rückte auf den drittletzten Rang vor unter dem neuen Coach Neale Marmon.

Es war der einzige Sieg in bislang sechs Aufeinandertreffen. Die letzten vier Begegnungen – allerdings erst in den letzten beiden Spielzeiten – gewann dann jeweils Magdeburg. Aus Sicht der Preußen wird es Zeit zur Trendwende, vielleicht kann Metzelder einmal erzählen, wie man die aggressiven und spielfreudigen Sachsen-Anhaltiner in den Griff bekommen kann...



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