Di., 15.08.2017

Fußball: 3. Liga Der lange Weg des Ex-Preußen Massih Wassey

Jubeln muss gelernt sein: Massih Wassey im Preußen-Dress im Jahr 2007 mit Sven Krause.

Jubeln muss gelernt sein: Massih Wassey im Preußen-Dress im Jahr 2007 mit Sven Krause. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Massih Wassey startete bei Preußen Münster seine Profikarriere 2007. Nun ist der Mittelfeldspieler erst in der 3. Liga beim SC Paderborn angekommen – und der gebürtige Münsteraner ist wesentlicher Bestandteil des Höhenflugs beim Fast-Absteiger aus Ostwestfalen.

Von Alexander Heflik

Und dann wurde Massih Wassey auch noch zum „Man of the Match“, zum Spieler des Spiels, gekürt. Der 29 Jahre alte gebürtige Münsteraner war der Türöffner für Drittligist SC Paderborn bei der Pokal-Überraschung. Denn das war eine, als der Fast-Absteiger aus Ostwestfalen in der 1. Hauptrunde gegen den Zweitligisten FC St. Pauli mit 2:1 (1:0) gewann – Wassey traf zur wichtigen Führung. Am Ende gab es die Ehrung durch Manfred Schnieders, den Vorsitzenden des DFB-Spielausschusses.

Gut elf Jahre nach seinem Einstieg in den Profifußball in Münster ist der kanadische Nationalspieler (drei Spiele) auf Wolke sieben unterwegs. Paderborn muss dieser Tage toll für ihn sein. „Wir wollten alles raushauen“, sagte er, und das machen die Paderborner seit dem Saisonstart nonstop. Trainer Steffen Baumgart ist saisonübergreifend zwölf Partien ungeschlagen. Und, so Wassey weiter: „Es gehört immer etwas Glück dazu, das habe ich auch.“

Fotostrecke: Ex-Preuße und Neu-Paderborner: Massih Wassey

ESV Münster, VfL Wolbeck, LR Ahlen hießen seinen Stationen als Junior, ehe er beim VfL Wolfsburg, einem der damals stärksten U-19-Teams der A-Junioren-Bundesliga, sein Glück suchte. Er hatte Pech, war lange verletzt. Geholt als Linksverteidiger schloss sich Wassey im zweiten U-19-Jahr dem SC Preußen an. Mit dem Nachwuchs, betreut von Trainer Cihan Tasdelen, gewann er die Meisterschaft in der Westfalenliga und machte so den Bundesliga-Aufstieg perfekt. Bei den Senioren fand der 18-Jährige bei den Preußen den Einstieg in der Endphase der Saison 2006/07. Carsten Gockel trainierte interimsmäßig die selbst ernannten „Bayern der Oberliga“. Er hatte vom glücklosen Georg Kreß übernommen, als der SCP zwischen Baum und Borke in der Tabelle rumhuschte, da wurden die Talente aus der A-Jugend einmal richtig getestet. Am 15. April debütierte Wassey in der Erstvertretung beim 1:2 bei Westfalia Herne, er ersetzte Lars Kampf. Das war ordentlich.

Eine Saison später war aus dem Verteidiger längst ein offensiver Mittelfeldspieler geworden, unter Coach Roger Schmidt spielte Wassey groß auf. Dennoch begann 2009 seine „Bimmeltour“ durch die Clubs des Westens (Schalke 04 II, Fortuna Düsseldorf II, Eintracht Rheine, SC Wiedenbrück, Borussia Dortmund II), unterbrochen von einem Abstecher zu Waldhof Mannheim. Auch in Paderborn flog Wassey in der Saison-Vorbereitung unter dem Rader. Was sollte schon kommen von einem 29-Jährigen, der vom Regionalligisten BVB II kam? Doch Sportchef Markus Krösche sah in ihm den Strategen, den Paderborn benötigt. Vielleicht fragte er auch bei seinem ehemaligen Chefcoach bei Bayer Leverkusen, Schmidt, nach einer Expertise. Jedenfalls passt es jetzt endlich, Massih Wassey ist in der 3. Liga, im DFB-Pokal und auch längst im Westfalenpokal angekommen. In diesem Wettbewerb traf er vor einer Woche beim 3:1 – gegen die Preußen.

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