Fr., 18.08.2017

Fußball: 3. Liga Magdeburg als Anschubhilfe für einen positiven Trend bei den Preußen?

Klare Vorgabe: Tobias Rühle (rechts), hier im Zweikampf mit Paderborns Felix Herzenbruch, und seine Preußen wollen gegen Magdeburg in die Erfolgsspur zurück.

Klare Vorgabe: Tobias Rühle (rechts), hier im Zweikampf mit Paderborns Felix Herzenbruch, und seine Preußen wollen gegen Magdeburg in die Erfolgsspur zurück. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Jetzt reicht es dem SC Preußen Münster. Nach vier Niederlagen in Serie will der Fußball-Drittligist im fünften Anlauf am Samstag (14 Uhr) den 1. FC Magdeburg in die Schranken weisen. „Alles muss passen“, sagt Trainer Benno Möhlmann, angesprochen auf die Chance zum Sieg. Gebangt wird um einen Spieler.

Von Alexander Heflik

Es wird, so glaubt das Benno Möhlmann fest, eine „Riesen-Herausforderung“ für seine Mannschaft. Vor dem Heimspiel am Samstag taktiert der Coach des Drittligisten Preußen Münster geschickt, Favorit ist eigentlich der andere. Denn der Gegner ab 14 Uhr an der Hammer Straße ist mit dem 1. FC Magdeburg ein Aufstiegsanwärter. „Ich erwarte ein schnelles, kampfbetontes Spiel. Magdeburg will das Heft in die Hand bekommen“, vermutet Möhlmann. Um dann aber durchaus mutig anzufügen: „Wir sind als Einheit mit unseren Fans auch in der Lage, jede Mannschaft der Liga zu schlagen.“

Kampfansage nennt man das dann wohl, mit bis zu 9000 Zuschauern wird gerechnet, der Gästeblock soll mit 1500 Fans pickepackevoll werden. Der Rahmen steht praktisch für ein richtig gutes, hektisches und packendes Drittliga-Spiel im Preußenstadion. Vorfreude ist erlaubt.

Die Preußen haben dabei nur einen Wackelkandidaten, denn Danilo Wiebe musste am Donnerstag mit dem Training aussetzen. Und Wiebe, 23 Jahre alt, nimmt die zentrale defensive Mittelfeldrolle als Sechser ein. Es wäre kein Ausfall wie jeder andere. Möhlmann will sich da nicht in die Karten schauen lassen, welche Alternative er im Fall der Fälle aus dem Hut zaubern würde für die Nummer 21. Wiebe stand bislang in allen vier Punktpartien 90 Minuten auf dem Platz. In der Vorsaison testete der SCP-Coach Sebastian Mai zwei Mal vor der Abwehr, mit Erfolg, der Innenverteidiger räumte in der Zentrale auf. Oder ist das etwas für Simon Scherder?

Ansonsten fordert Möhlmann aber von seiner Mannschaft deutlich mehr, als bisher gezeigt. Er lässt sich nicht von den sieben Pluspunkten und Platz sieben blenden. „Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich nicht sehr zufrieden, vielleicht bin ich sogar gar nicht zufrieden“, sagt er. Die Erklärung von Möhlmann passt: Anlaufzeit gegen Erfurt wäre okay gewesen, Meppen war ein guter Auftritt. Aber: „Ich hatte gedacht, dass mehr kommt gegen Würzburg, da haben wir gewonnen, aber schon schlecht gespielt. Die Quittung gab es bei der Niederlage gegen Bremen.“

Gegner-Check: 1. FC Magdeburg

► Ausgangslage: Aus Sicht der Preußen ist das mal Augenhöhe, nachdem der SCP in der letzten Spielzeit stets als Drittletzter gegen Magdeburg antrat. Nun: Der Sechste gastiert beim Siebten, die Wege könnten sich aber trennen. Bei den Münsteranern hat sich ein Knick nach unten in die Erfolgskurve eingeschlichen. Die Magdeburger haben dagegen vier Mal in Serie gewonnen, drei Punktpartien sowie zuletzt im DFB-Pokal mit 2:0 gegen Erstligist FC Augsburg.

► Personal: Ex-Preuße Elie Laprevotte fehlt nach einem Mittelfußbruch bis mindestens Mitte September, er befindet sich im Aufbautraining. Ansonsten hat sich die Abwehr-Dreierkette mit Christopher Handke, Nico Hammann, Felix Schiller gefunden – nur zwei Gegentore in vier Partien.

► Trainer: Dem 48 Jahre alten Jens Härtel sieht man in Magdeburg nach, dass er RB Leipzigs U 19 betreut hat – und in die A-Junioren-Bundesliga führte. Seit 2014 ist der 91-fache Zweitliga-Profi Coach beim FCM. Aufstieg in die 3. Liga, zwei Mal Vierter, Härtels Bilanz ist bärenstark – und er ist daher unumstritten.

► Kuriosum: Torhüter-Mangel droht beim FCM. Stammkeeper Jan Glinker (33) plagt das malade Knie, Alexander Brunst (22) ein Außenbandrist. So ist der 22-jährige Mario Seidel wie gegen Augsburg erste Wahl. Torwarttrainer Matthias Tischer (31) ist die Reserve, für ihn muss die Spielberechtigung noch beantragt werden.

So gesehen ist Magdeburg der richtige Gegner zur richtigen Zeit, der SCP kann seine Krallen schärfen und mit einem Sieg wieder eine positive Entwicklung anschieben. Möhlmanns Plan bleibt die Weiterentwicklung der Mannschaft und gleichzeitig ein Platz im oberen Tabellendrittel. So gesehen könnte ein Erfolgserlebnis über Magdeburg weiterhelfen.

►  Tickets: Im Vorverkauf wurden 4836 Karten an den Mann gebracht. Rund um das Stadion kann es bei diesem „Sicherheitsspiel“ bei An- und Abreise Einschränkungen für die Besucher geben, wie der Verein mitteilte.

►  SCP : Körber – Tritz, Mai, Schweers Menig – Wiebe (Scherder) – Rühle, Rizzi, Kobylanski, Heinrich – Grimaldi.



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