Mi., 23.08.2017

Fußball 3. Liga Das Unwort in der Ostkurve der Preußen lautet „Events“

Stein des Anstoßes in der Ostkurve.

Stein des Anstoßes in der Ostkurve. Foto: Alexander Heflik

Münster - 

Preußen Münster hat vor der Kurve, in der die Ultra-Gruppe „Deviants“ steht, ein Werbebanner geändert. Stein des Anstoßes war dabei das Wort „Events“. Ultras mögen diese Vokabel nun gar nicht. Eine eigenmächtige Aktion brockte zwei Fans allerdings auch Ärger ein.

Von Alexander Heflik

Der SC Preußen und ein Sponsoren-Partner haben reagiert. Im Bereich der Ostkurve, dort finden sich die Ultra-Gruppierungen „Deviants“ und die aus der Fiffi-Gerritzen-Kurve wieder, wurde eine Bande geändert. Das tat der Verein auf eigene Kosten in Kooperation mit dem Partner. Es ging um das Wort: Events.

Der Duden gibt es her, Event, das oder der, Mehrzahl mit -s, aus dem Englischen, steht für Veranstaltung. Nun muss man wissen, dass Ultras – im Duden etwa als fanatischer Fußballanhänger verzeichnet – das Wort Event meiden wie der Teufel das Weihwasser, Dracula den Knoblauch oder der Eisbär die Erderwärmung. Ernsthafter betrachtet ist die „Inszenierung des Fußballs als Event“ das Feindbild der Ultras landauf, landab. Eine Art Mantra. Man könnte meinen, diese Fans bekommen direkt Ausschlag, wenn sie „Event“ hören oder lesen.

Event. Sind doch nur fünf Buchstaben.

So gesehen war die Installation der Werbebande mit dem Aufdruck „Ihr macht die Tore, wir die Events“ direkt unterhalb der Stehränge der „Deviants“ ein – ja was eigentlich?

Ein Affront? Eine Zumutung? Eine Unachtsamkeit von Vermarkter Lagardère? Legitim? Eine Doofheit des Vereins? Einige Fans reagierten beim ersten Heimspiel gegen den SV Meppen Ende Juli und überhängten das Wort „Events“ mit „Randale“. Was wiederum den wenigsten gefiel, schon gar nicht dem werbenden Catering-Unternehmen. Die Initiatoren der leicht modifizierten Botschaft („Ihr macht die Tore, wir die Randale“) brachten dabei ihre überarbeitete Version so offensichtlich an, dass sie erkannt wurden – und dann zwei Heimspiele Stadionverbot erhielten.

Die Preußen jedenfalls reagierten gemeinsam mit dem Vermarkter und dem Sponsor, die Wortzeile wurde nun kurventauglich. Jetzt steht da: „Ihr macht die Tore, wir das Catering.“ Damit wurde der Ultra-Geschmack wohl eher getroffen. Das darf da bleiben.

Spannend wurde es aber zuletzt beim Heimspiel gegen Magdeburg, weil in der Ostkurve ohne Genehmigung ein Plakat ohne das Wort „Event“, dafür aber mit einer deutlich derben Botschaft gen DFB aufgehängt wurde. So nebenbei und zu allem Überfluss wurden dahinter Rauchtöpfe gezündet.

„Auf keinen Fall“, sagt Präsidiumsmitglied Siggi Höing, werde man das in irgendeiner Form gutheißen. Da die Personen, die das Riesenbanner installiert hatten, vermummt waren, habe der Club bislang keine Täter identifizieren können. Höing sagte auch: „An diesem Spieltag wurde von der 1. bis 3. Liga bundesweit in Stadien dieses Plakat gezeigt.“ Er will damit nur betonen, dass Münster da kein Alleinstellungsmerkmal hatte. Die Größe war allerdings erstaunlich, und erlaubt war das nicht – und wie kam es in die Arena?

„Events“ also ist das Unwort des Augenblicks. Eine ganze Maschinerie kam in Gang, um das Wort im Stadioninneren zu tilgen. Nur: Wie kategorisiert man dann diese als vulgär zu bezeichneten Botschaft an den DFB eigentlich jetzt?



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