Di., 29.08.2017

Fußball: 3. Liga Warschewski-Alternativen kommen bei Preußen nur aus den eigenen Reihen

Tobias Rühle (r.), hier am Sonntag im Zweikampf mit Rostocks Ex-Preußen Julian Riedel, ist in den nächsten Monate die erste Alternative zu Stürmer Adriano Grimaldi.

Tobias Rühle (r.), hier am Sonntag im Zweikampf mit Rostocks Ex-Preußen Julian Riedel, ist in den nächsten Monate die erste Alternative zu Stürmer Adriano Grimaldi. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Chancen, dass die Preußen nach dem Mittelfußbruch von Tobias Warschewski noch mal auf dem Transfermarkt tätig werden, sind verschwindend gering. Trainer Benno Möhlmann reagiert pragmatisch auf den Ausfall.

Von Thomas Rellmann

Simon Scherder ist ja ein listiger Bursche. Im Wissen um den mehr­monatigen Ausfall von Stürmer Tobias Warschewski nach dessen Mittelfußbruch und die fehlenden Möglichkeiten des SC Preußen auf dem Transfermarkt erwähnte der Defensivspezialist ganz nonchalant am Montag gegenüber Trainer Benno Möhlmann, dass er in der Jugend ja auch mal im Angriff gespielt habe. Was man nicht alles für mehr Einsatzzeit tut – wobei Scherder nach zweijähriger Verletzungspause ja grundsätzlich geduldig ist.

Und eigentlich ist die Lage auch durchaus ernst. Mit Warschewskis Zwangspause verschärft sich die personelle Situation im ohnehin dünnen Kader, in dem Lucas Cueto vorerst ebenfalls nicht zurückkehrt. Wer glaubt, es wäre Glück im Unglück, dass der Junioren-Nationalspieler sich die Blessur zumindest kurz vor der Schließung des Wechselfensters zugezogen hat, irrt. „Finanziell ändert das alles nichts. Wir können nichts machen. Also brauche ich den Gedanken an eine Verstärkung gar nicht zu ­Ende zu denken“, sagt Möhlmann. Kein Appell an die Gremien, kein Lamentieren, kein Klagen – der Routinier hat sich mit der Situation abgefunden und verweist neben Tobias Rühle auf die Sturm-Optionen Philipp Hoffmann oder Moritz Heinrich für den Fall, dass Kapitän Adriano Grimaldi mal passen muss in den nächsten Monaten. Sogar Lennart Stoll hat er auf dem Zettel, Scherder eher weniger.

„Wir werden pragmatisch mit der Situation umgehen“, so Möhlmann, dem etwa Emmanuel Iyoha (jetzt VfL Osnabrück) angeboten wurde. Zehn bis zwölf Wochen soll Warschewski fehlen. ­Zunächst wurde dem 19-Jährigen am Dienstag eine Platte im Fuß eingesetzt – das ­beschleunigt den Heilungs­prozess um einen Tick. „Aber die muss auch irgendwann wieder raus“, sagt sein Trainer. Er hofft, seinen Youngster im Idealfall nach sechs Wochen so langsam wieder individuell auf dem Trainingsplatz arbeiten zu sehen. Bis er dann wieder Einheiten mit der Mannschaft absolviert, dürfte allerdings eine noch längere Zeit vergehen. „Wir müssen ja das Schlimmste annehmen, und dann könnte die Hinrunde auch komplett gelaufen sein“, sagt Möhlmann.

Viel passieren darf nicht mehr bei den Preußen. Das Aufgebot ist auf Kante genäht. Dass der Club auch auf diesen Ausfall nicht reagieren kann, zeigt, wie schwierig die wirtschaftliche Lage mittlerweile ist.



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