Fr., 01.09.2017

Fußball und Speckbrett Preußen-Talent Jari Polm beherrscht auch den Holzschläger

Speckbrett-Stadtmeister, Preußen-Talent, cooler Typ: Jari Polm besitzt sportlich nicht nur ein Talent.

Speckbrett-Stadtmeister, Preußen-Talent, cooler Typ: Jari Polm besitzt sportlich nicht nur ein Talent. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Jari Polm wagt den Spagat. Für die U 19 des SC Preußen kickt er in der Bundesliga, bei den traditionellen Speckbrett-Stadtmeisterschaften ist er als Titelverteidiger bei den Junioren am Start. Dabei hat er nicht mal einen eigenen Schläger.

Von Thomas Rellmann

Am zweiten Wochenende im September wird sich Jari Polm wieder in zwei Welten bewegen. Samstags tritt er mit der U 19 von Preußen Münster in der A-Jugend-Bundesliga auswärts bei Bayer Leverkusen an. Tags darauf ist er dann ab 9 Uhr morgens im Wersepark Sudmühle gefordert. Bei der Speckbrett-Stadtmeisterschaft der Junioren. Wohlgemerkt als Titelverteidiger.

Der Spagat, dem sich der 17-Jährige freiwillig aussetzt, könnte kaum größer sein. Einerseits bewegt er sich an der Schwelle zum Profifußball, andererseits schwingt er den Schläger in Münsters Breitensportart Nummer eins, die nirgends anders auf der Welt praktiziert wird. „Mir gefällt es, dass man ordentlich durchziehen kann, ohne dass der Ball zu weit fliegt. Und es ist natürlich eine coole Tradition in der Stadt“, so der gebürtige Münsteraner.

Das Kuriose: Er besitzt gar kein eigenes Racket. Und seit seinem Triumph 2016 hat Polm auch nicht mehr gespielt. Doch als Vorjahressieger hat er seine Teilnahme fest zugesagt. „Einen Schläger bekomme ich ja gestellt.“ Das Multitalent, das über seinen Lehrer überhaupt erst auf Speckbrett aufmerksam wurde und die ersten Schritte mit Kumpels auf Asphaltplätzen am Ostbad machte, spielt häufiger mal Tennis, hat sich auch schon erfolgreich im Tischtennis ausprobiert. Doch eigentlich galt seine volle Konzentration immer dem Fußball. „Wenn sich die Chance auf eine Profikarriere bietet, werde ich das auf jeden Fall probieren.“

Zurzeit läuft es ganz gut. In der A-Jugend des SCP ist er Stammspieler. Und das, obwohl im Sommer noch eine Rückkehr zum SC Münster 08 zur Debatte stand. „Weil meine Position als Sechser schon von einigen Altjahrgängen belegt war.“ Dann rückte Teamkamerad Adrian Knüver für die Vorbereitung zur Drittliga-Truppe auf, ein paar Kollegen verletzten sich – und schon war der Schüler des Annette-Gymnasiums wieder im Rennen. „Ich habe mir einfach keinen Stress gemacht, den mache ich mir eh nie. Einfach mal schauen, wie weit es reicht“, schildert er sein Erfolgsrezept.

„Jari spielt sehr intelligent“, sagt sein Trainer Cihan Tasdelen. „Er hilft uns oft mit einer verrückten Idee sehr weiter und ist ein schlauer, wenn auch verpeilter Bursche.“ Nur körperlich müsse der vergleichsweise schmale Mittelfeldmann, der 2015 nach zehn Nullacht-Jahren an die Hammer Straße kam, noch erheblich zulegen.

Kraft braucht er eigentlich auch mit dem Speckbrett in der Hand. Im Vorjahr wies er die auch nach. Nachdem Polm, den ein Freund mit zum Turnier geschleppt hatte, in der Vorrunde noch gegen Fynn Sobetzki knapp in drei Sätzen verloren hatte, revanchierte er sich im Finale ebenfalls in drei Durchgängen und enterte erstmals den Thron. Ob ihm das in zehn Tagen erneut gelingt? Es wäre die kleinere Überraschung im Vergleich zu einem Auswärtssieg mit seinen Preußen unterm Bayer-Kreuz am Tag zuvor.



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