Mi., 06.09.2017

Fußball: 3. Liga Bauchentscheidung – Preußen-Keeper Körber nur Reservist in der U 21

Nils Körber stand im Test gegen Ungarn am Freitag in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten der deutschen U 21. In Osnabrück gegen den Kosovo war er Reservist.

Nils Körber stand im Test gegen Ungarn am Freitag in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten der deutschen U 21. In Osnabrück gegen den Kosovo war er Reservist. Foto: Witters

Osnabrück - 

Preußen-Keeper Nils Körber hatte sich schon Hoffnungen gemacht, am Dienstag für die deutsche U 21 das Tor im EM-Qualifikationsspiel gegen den Kosovo zu hüten. Stattdessen musste er auf die Bank. Trotzdem nimmt er eine Menge mit aus den Tagen beim Nationalteam.

Von André Fischer

Julian Pollersbeck avancierte Ende Juni zum Pop-Sternchen. Beim Titelgewinn der deutschen U 21 bei der Europameisterschaft in Polen gab der Tormann des Hamburger SV den Vorsänger in der Kabine – herrlich schräg. Nils Körber, die Nummer eins des SC Preußen Münster, hat diese Bilder noch im Kopf. Und natürlich den 1:0-Finalsieg gegen Spanien. „Das war unglaublich“, litt er vor dem TV mit. Nicht mal drei Monate später will dieser Körber in die Fußstapfen von Pollersbeck treten. Sportlich, weniger musikalisch. In Osnabrück, quasi um die Ecke, wäre der 20-Jährige diesen ersten Schritt am Dienstag so gern gegangen. Im EM-Qualifikationsspiel gegen den Kosovo kam er bis zur Bank, nicht weiter. 90 Minuten musste er draußen ausharren. Zusehen, wie seine Jungs bei der Mission Titelverteidigung 1:0 gewannen.

„Klar bin ich enttäuscht. Ich will immer spielen“, wirkte er unmittelbar nach Spielende nicht unbedingt erfreut. Frisch geduscht und mit etwas Abstand hörte sich das so an: „Ich werde weiter an mir arbeiten. Und dann werde ich meine Chance bekommen.“ Geht doch. Trainer Stefan Kuntz hatte sich die Wahl nicht leicht gemacht. „Das war eine Bauchentscheidung“, gab er zu. Schalkes Alexander Nübel erhielt den Vorzug. „Beide sehe ich zurzeit gleichauf. Ist doch schön, wenn man diesen Luxus hat“, formulierte es der Nationalcoach diplomatisch. Der Dritte im Bunde, Svend Brodersen vom FC St Pauli, stand nicht im Kader. Vorteil Körber.

Spiele bis Dezember terminiert

Das Derby zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück findet erwartungsgemäß an einem Samstagnachmittag statt. Am 30. September kommt es um 14 Uhr an der Hammer Straße zum Evergreen. Wer schon Tickets erworben hatte, aber an diesem Datum nicht kann, darf seine Karte bis Freitag umtauschen. Der DFB hat am Mittwoch zudem alle weiteren Partien bis zum 18. Spieltag exakt festgelegt. Dabei bekommt der SCP durchaus etwas Abwechslung rein und ist auch drei Mal freitags gefordert. Zur Regelanstoßzeit (Samstag, 14 Uhr) tritt der Drittligist am 14. Oktober bei der SpVgg Unterhaching und am 21. Oktober zu Hause gegen den Karlsruher SC an. Weiter geht es sonntags um 14 Uhr (29. Oktober) beim SV Wehen Wiesbaden. Es folgen drei Flutlichtbegegnungen am Freitagabend. Zunächst zu Hause gegen Fortuna Köln (3. November), dann am 17. November beim Halleschen FC und schließlich am 24. November zu Hause gegen den Chemnitzer FC. Das Nachbarschaftsduell bei den SF Lotte am 2. Dezember wird dann wieder samstags (14 Uhr) angepfiffen. ► An diesem Freitag gegen Zwickau öffnet der Verein ab 17.30 Uhr erstmals einen Eingang nur für Dauerkarteninhaber. Gleichzeitig startet der Vorverkauf für die Partie beim SC Paderborn (16. September).

Seine Nominierung kam übrigens per Post – elektronisch. „Ich war gar nicht so überrascht“, so die gebürtige Berliner Leihgabe, die beim Bundesligisten Hertha BSC einen Vertrag bis 2019 besitzt. „Die letzten Wochen liefen doch gut.“ Selbstbewusst ist er. Gut so. Und was nimmt er jetzt mit aus der Woche mit der Nationalmannschaft? „Nur positive Eindrücke“, sagt er mit einem Lächeln auf den Lippen, das ehrlich rüber kommt. „Hier trainiere und spiele ich mit den besten Fußballern Deutschlands aus meinem Jahrgang. Die Qualität ist irre gut. Das gibt mir weiteres Selbstvertrauen für die Saison.“

Das werden die Preußen gerne hören. Am Freitag gegen den FSV Zwickau brauchen sie ihren Schnapper im Flutlichtspiel an der Hammer Straße erneut in Top-Form. 90 Minuten. Und wenn der Junge seinen Kasten weiter so sauber hält wie bisher, dann wird ihn Kuntz beim nächsten Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan am 6. Oktober in Cottbus möglicherweise in die erste Elf befördern. Aus dem Bauch heraus.



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