Sa., 16.09.2017

Fußball: 3. Liga Ex-Münsteraner Wassey erlegt die Preußen im Alleingang

Spielszene: Nico Rinderknecht gegen Sebastian Wimmer.

Spielszene: Nico Rinderknecht gegen Sebastian Wimmer. Foto: Jürgen Peperhowe

Paderborn - 

Preußen Münster hat das Auswärtsspiel der 3. Liga beim SC Paderborn vor 8229 Zuschauern mit 1:2 verloren. Die Führung von Moritz Heinrich (29.) drehte Ex-Preuße Massih Wassey mit zwei Treffern zum Erfolg des Tabellenführers. Die unnötige Niederlage wurde durch die Verletzung von Adriano Grimaldi noch bitterer.

Von Alexander Heflik

Die negative Serie des SC Preußen Münster geht weiter. Der Fußball-Drittligist unterlag beim SC Paderborn - unglücklich - mit 1:2 (1:0). Vor 8229 Zuschauern war Münster über weite Strecken die offensivere und stärkere Mannschaft, aber Ex-Preuße Massih Wassey (66. und 80.) drehte fast im Alleingang die Partie zu Gunsten der Ostwestfalen.

Die Führung von Moritz Heinrich (29.) sowie eine Reihe guter Chancen genügten der Elf von Trainer Benno Möhlmann nicht zum ersehnten Erfolgserlebnis. Nur ein Punktgewinn aus den letzten fünf Partien sorgen dafür, dass der SCP auf Rang 14 abrutscht und nur noch einen Zähler von den Abstiegsrängen entfernt ist. Zum Auftakt der englischen Woche tat das extrem weh, am Mittwoch kommt VfR Aalen nach Münster, dann geht es zu Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena. Zudem: Kapitän Adriano Grimaldi zog sich ohne Fremdeinwirkung eine Oberschenkelverletzung zu und musste ausgewechselt werden.

Fotostrecke: SC Paderborn vs. SC Preußen Münster

Mit schwerem Gemüt ins Spiel

Trainer Möhlmann drehte seine Startelf praktisch auf links im Vergleich zum schlappen Auftritt beim 0:2 im eigenen Stadion gegen FSV Zwickau. Zudem drückten drei Heimniederlagen und daraus resultierend vier Partien ohne Sieg aufs Gemüt.  Mit Sandrino Braun und Simon Scherder wurde die defensive Mittelfeldzentrale deshalb komplett renoviert.

Davor auf der sogenannten „10“ übernahm Nico Rinderknecht von Martin Kobylanski. Zudem wurden die Mittelfeldflügel mit Philipp Hoffmann (rechts) und Moritz Heinrich (links) neu ausstaffiert. Und noch einer war neu, Innenverteidiger Lion Schweers war nach einer Denkpause von einer Partie wieder erste Wahl, Ole Kittner damit raus.  „Ich hätte mehr als drei Spieler gegen Zwickau schon zur Halbzeit rausnehmen wollen“, hatte Möhlmann die Wechsel bereits angedeutet. Er setzte Zeichen, die Bankdrücker wussten, was die Stunde geschlagen hatte in Paderborn.

Re-Live:

Lesen Sie hier den Spielverlauf nach: Paderborn besiegt Preußen Münster 2:1

Beim Spitzenreiter in Paderborn agierten die Preußen vor der Pause defensiv ohne Fehl und Tadel. Das war verwunderlich, weil Braun/Scherder noch nie zusammen gespielt hatten in diesen Regionen. Alles, was die Hausherren versuchten, wurde von den Gästen aus Münster unterbunden. Chancen blieben ein rares Gut. Man musste Geduld haben, ein Fußball-Feuerwerk war nicht zu erwarten.

Bessere Chancen für Münster

Die Partie nahm langsam Fahrt auf. Nach 21 Minuten war es Adriano Grimaldi, der von Braun auf der linken Seite freigespielt wurde, aber mit einem wuchtigen Schuss nur das Außennetz traf. Paderborns Antwort war ein Dribbling von Sven Michel, das aber von Stephane Tritz abgefangen wurde. Wenig später klärte Sebastian Mai gegen Srbeny, der Nachschuss des Ex-Preußen Massih Wassey strich am Tor vorbei. Das war es vom Tabellenführer in Sachen Offensivdrang. Den Hausherren fiel nichts ein, weil vor allem die Preußen das gut machten.

Und die Adlerträger hätten erhöhen können, aber Heinrichs Schuss aus 14 Metern (36.) wurde von Sebastian Schonlau im letzten Augenblick geblockt. Die Ecke im direkten Anschluss sah Grimaldi einköpf-bereit, ihm rutschte der Ball aber über den Scheitel. Münster hatte ein paar bessere Chancen, die Führung zur Pause ging schon in Ordnung.  

Dann gleich der große Schock für die Preußen: Keine 60 Sekunden gespielt, da bricht Grimaldi einen Sprint ab, fasst sich an den Oberschenkel - und muss raus. Tobias Rühle ersetzte den Kapitän, und Simon Scherder übernahm die Kapitänsbinde. Gleich im Anschluss hat Ben Zolinski (52.) eine Riesenchance, doch Körber greift sich den Ball im letzten Moment.

Paderborn drängelte etwas mehr, doch nach einer Stunde hatte der SCP durch Philipp Hoffmann (62.) sowie Tobias Rühle (63.) richtig gute Möglichkeiten zum 2:0. Hoffmann wurde geblockt im letzten Augenblick, Rühle traf nur das Außennetz. Fatal, wie Münster seine Möglichkeiten nicht nutzen konnte.

Paderborn auf der Siegerstraße

Die Strafe folgte als Fabian Menig im Mittelfeld einen Zweikampf verliert, und Zolinski damit die rechte Seite freimacht. Dessen Querpass landet  irgendwie bei Massih Wassey. Linker Fuß, halblinke Position, linkes Eck von Körber, aus knapp 20 Metern passt das. Paderborn, zuvor lange ratlos und ohne Ideen, hatte den Ausgleich in der Tasche. Und, was noch erschwerend dazu kommt, Körber sah nicht wirklich gut aus bei diesem Treffer.

Fotostrecke: SC Paderborn 07 vs. SC Preußen Münster - Einzelkritik der Spieler

Es kam noch schlimmer, denn in der 79. Minute sprang im Strafraum Lion Schweers der Ball an die Hand, Referee Benjamin Cortus wollte die Partie weiterlaufen lassen, sein Linienrichter nicht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Wassey sicher zum 2:1. Paderborn auf der Siegerstraße? So ganz genau wussten die Hausherren auch nicht, wie sie das noch gedreht hatten.

Münster fehlte am Ende der Zug zum Tor, erst in der Nachspielzeit kam Münster noch mal in den Strafraum der Hausherren, doch der mit aufgerückte Torwart Nils Körber traf den Ball nicht. Das war es, ein Ausflug in die Nachbarschaft ohne Ertrag und mit reichlich Spesen. Schwere Zeiten für die Preußen.

Eine kleine Auswahl an Preußen-Stimmen:

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn): Dass der gegen die Hand geht, steht außer Frage, ob man den pfeifen muss, weiß ich nicht. Wir wären mit einem Punkt zufrieden gewesen. Das war am Ende sehr glücklich für uns.

Benno Möhlmann: Zum Elfmeter will ich nichts sagen. Aber de Schiedsrichter hat vorher im Spiel zwei Situationen nicht gepfiffen, als der Ball aus weiterer Entfernung an die Hand geschossen wurde.

Adriano Grimaldi: Das reicht jetzt, das war nach Rostock und Zwickau das dritte Spiel, in dem die Schiedsrichter uns spielentscheidend benachteiligt haben.

Moritz Heinrich: Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und hattenn auch danach eigentlich die Kontrolle -- und dann passiert ein kleiner Fehler …

Benno Möhlmann: Die Niederlage ist das eine, das andere ist: Ich wollte eine andere Menatlität in der Mannschaft sehen - und die war auch da. Als Mannschaft war das ein überzeugender Auftritt. Wenn wir weiter so agieren, dann werden auch die Punkte kommen.

Simon Scherder: Das Gegentor nehme ich auf meine Kappe. Wenn ich den Ball einfach wegschlage, passiert gar nichts. So leite ich den entscheidenden Gegenangriff ein …

zusammengestellt von: Ansgar Griebel

Paderborn: Zingerle - Boeder, Schonlau, Wimmer, Herzenbruch - Zolinski (89. Van der Biezen), Krauße, Wassey, Bertels (55. Antwi-Adjej) - Srbeny (35. Ritter), Michel.

Münster: Körber - Tritz, Mai, Schweers, Menig - Braun, Scherder - Hoffmann, Rinderknecht (81. Kobylanski), Heinrich (87. Al-Hazaimeh) - Grimaldi (49. Rühle).

Tor: 0:1 Heinrich (29., Pass Rinderknecht), 1:1 Wassey (66., Zuspiel Zolinski), 2:1 Wassey (80., Handelfmeter, Schweers bei Münster). - Schiedsrichter: Cortus (Nürnberg). - Zuschauer: 8229. - Gelbe Karten: Mai, Rinderknecht  / Bertels.



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