Mi., 20.09.2017

Fußball: 3. Liga 1:1 gegen Aalen – Der verschenkte Sieg

In Überzahl: Stephane Tritz (l.) und Michele Rizzi behaupten sich gegen Gerrit Wegkamp, der in der 30. Minuten einen Handelfmeter verschoss. Am Ende trennten sich die beiden Preußen und der Aalener 1:1.

In Überzahl: Stephane Tritz (l.) und Michele Rizzi behaupten sich gegen Gerrit Wegkamp, der in der 30. Minuten einen Handelfmeter verschoss. Am Ende trennten sich die beiden Preußen und der Aalener 1:1. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Nur wenige Sekunden haben dem SC Preußen Münster zum zweiten Heimsieg gefehlt. Bis zur dritten Minute der Nachspielzeit führte der Drittligist in einer mäßigen Fußballpartie gegen den VfR Aalen mit 1:0 – doch dann nutzte der Gast seine letzte Chance.

Von Alexander Heflik, Thomas Rellmann

Unglaublich. Einfach nur unglaublich. Der SC Preußen Münster hat einen mühsamen, zäh erkämpften Heimsieg in der dritten Minute der Nachspielzeit hergegeben. Als der eingewechselte Martin Kobylanski in der 85. Minute das 1:0 markierte hatte, da war das Ende der Negativserie in Sicht, vor 5360 Zuschauern der Erfolg zum Greifen nah. Doch Luca Schnellbacher stocherte am Ende eines letzten verzweifelten Angriffsversuches des VfR Aalen den Ball zum 1:1 (0:0) über die Linie von SCP-Schlussmann Nils Körber – der in der 30. Minute einen Handelfmeter von Gerrit Wegkamp parierte. Das passte in die seit fünf Partien sieglosen Adlerträger. Was für ein Mist.

Fotostrecke: SC Preußen - VfR Aalen

Vor dem Anpfiff: Und wieder erwischte es Sandrino Braun, der Mittelfeldspieler wird zum Wanderer zwischen Ersatzbank und Startelf, dieses Mal erhielt Michele Rizzi – gleichzeitig Vertreter als Kapitän für Adriano Grimaldi – den Vorzug. Letztgenannter wurde von Tobias Rühle als Mittelstürmer vertreten.

16 Minuten mehr oder weniger Standfußball auf beiden Seiten waren vorbei, als die Preußen dank einer Flanke von Philipp Hoffmann und dem Beinahe-Kopfball von Rühle etwas Gefahr im Gäste-Strafraum verstrühten. Sieben Minuten später war das spielerische Patt immer noch vorhanden, keiner wollte einen Fehler machen. Ein Schuss vom Aalener Gerrit Wegkamp ging am Tor vorbei. Es war eine belanglose Anfangsphase, am Rande regten sich die beiden Trainer-Füchse Benno Möhlmann (63) und Peter Vollmann (59), beide in roter Jacke und schwarzer Hose wie Zwillinge gekleidet, lautstark und vehement über diese Pöhlerei auf.

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Das änderte sich, als Simon Scherder (29.) der Ball im Strafraum an die Hand sprang. Aber wenige Augenblicke später hielt SCP-Schlussmann den schwach geschossenen Elfmeter von Wegkamp. Und Wegkamp köpfte ein paar Sekunden später den Ball auch noch an den Pfosten. Es war nur eine Prise Pfeffer, mehr nicht.

Das erste offensive Lebenszeichen der Preußen: Hoffmann flankt, Moritz Heinrich köpft, Aalens Daniel Bernhardt klärt auf der Linie – 41 Minuten waren da schon vorbei. Null zu null zur Pause, tja, schwere Kost zum Abendbrot.

Fotostrecke: SC Preußen - VfR Aalen - Einzelkritik der Spieler

Die Qualität der Partie wurde allenfalls in Mikrodosen besser, zum Beispiel als Heinrich (50.) aufs Tor schoss. Die Roten aus Aalen stellten sich hinten rein und warteten ab, während die durchaus bemühten Grün-Schwarzen aus Münster nicht wussten, was zu tun ist. Das war der rote Faden. Zumindest hielt der Pakt zwischen Mannschaft und dem SCP-Anhang, wie es sich Trainer Möhlmann gewünscht hatte. Und das nach so einer ersten Stunde.

Immerhin, die Preußen blieben dran, irgendwie das Ding gewinnen blieb das Motto. Der eingewechselte Martin Kobylanski (75.) schoss mal aufs Tor, wenig später Hoffmann (77.). Die Gäste wollten derweil nicht mehr als das 0:0 halten, Wegkamps (81.) Seitfallrückzieher machte den Braten nicht fett. Heinrichs satter Schuss (84.) auch nicht.

Das war‘s. Fast. Flanke von Stéphane Tritz, der eingewechselte Jeron Al-Hazaimeh köpft, irgendein Aalener verlängert, am langen Pfosten lauert Kobylanski. Tor. So einfach kann Fußball, so einfach kann gewinnen sein. Die Preußen atmeten durch. Dann kam Schnellbacher und besorgte den nächsten Frust. Unglaublich.

SCP: Körber (2) - Tritz (2,5), Mai (3), Schweers (3), Menig (4) - Scherder (4/84. Wiebe/-) - Hoffmann (4), Rizzi (4/71. Kobylanski/-), Rinderknecht (3,5), Heinrich (3,5) - Rühle (4,5/76. Al-Hazaimeh/-) VfR: Bernhardt (2) - Traut (4), Rehfeldt (3,5), Geyer (3/89. Schnellbacher/-), Schorr (3,5) - Stanese (3) - Vasialidis (3/82. Trianni/-), Welzmüller (2,5), Preißinger (3,5) - Wegkamp (4), Morys (3) Schiedsrichter: Henry Müller (4/Cottbus) Tor: 1:0 Kobylanski (85.), 1:1 Schnellbacher (90.+3) Zuschauer: 5360



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