Fr., 22.09.2017

Fußball: Stadion-Neubau Preußen fühlt sich von Münster alleingelassen

Fußball: Stadion-Neubau: Preußen fühlt sich von Münster alleingelassen

Wo wird der SC Preußen Münster künftig seine Heimspiele austragen? Der Verein ist enttäuscht von der Politik in der Stadt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

„Der Neubau eines Stadions in Münster wird immer unwahrscheinlicher.“ So bewertet die Preußen-Spitze das Schreiben von Oberbürgermeister Lewe, das sie vor ein paar Tagen erhalten haben.

Die Enttäuschung bei den Preußen-Vertretern ist deutlich spürbar. „Der Neubau eines Stadions in Münster wird immer unwahrscheinlicher“, beginnen Präsident Christoph Strässer und der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Westermann eine Stellungnahme zu dem Schreiben, das sie Dienstag von Oberbürgermeister Lewe erhalten haben.

„Es wird immer klarer: Der Neubau eines Stadions auf dem Gebiet der Stadt Münster wird von der Mehrheit im Rat der Stadt Münster nicht gewollt″, bilanziert die Vereinsspitze. Darauf deuteten Informationen hin, die aus den Fraktionen vorlägen. „Die Vorteile, die sich aus der Realisierung eines solchen Leuchtturmprojekts für die Stadt und die Region ergeben, werden nicht angemessen wahrgenommen.″

Noch ein Nackenschlag

Doch das Schreiben des Oberbürgermeisters enthielt noch einen weiteren Nackenschlag für die Preußen. „Schlimmer noch″, heißt es in der Stellungnahme der Preußen, sei, dass selbst die Stadionsanierung am Standort Hammer Straße  „immer unwahrscheinlicher″ werde. „Die erneute Verschiebung der Beschlussfassung über den Bebauungsplan Sportpark Berg-Fidel auf ‚frühestens Frühjahr 2018′ macht deutlich, dass offenbar nach wie vor erhebliche rechtliche Risiken bestehen und fraglich ist, ob dort überhaupt nachhaltige Veränderungen über das Bestehende hinaus möglich sein werden.″ 

Preußen: Sanierung teurer als Neubau

Darüber hinaus gebe es nicht einmal im Ansatz Vorstellungen darüber, welche Kosten bei einem solchen Vorhaben auf einer städtischen Liegenschaft auf den städtischen Haushalt zukämen, moniert der Verein in seiner Stellungnahme. „Entsprechende Mutmaßungen gibt es seit langem, dargestellt worden ist bislang nichts.″

Nach Berechnungen des Vereins würde ein Umbau an der Hammer Straße zu einer zukunftsfähigen Arena mit Spielbetrieb für die 2. Liga, wenn er denn überhaupt realisierbar ist, den städtischen Haushalt deutlich stärker belasten als jedes Neubauprojekt an den Standorten, die seitens der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Verein identifiziert worden sind.

Wie es weitergeht? Preußen Münster kündigt an, dass sich Vorstand und Aufsichtsrat des Vereins auf einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag, dem 28.09.2017 mit der Entwicklung auseinandersetzen und im Anschluss über die Ergebnisse berichten werden.

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