Sa., 23.09.2017

Fußball: 3. Liga Preußen stecken wieder hüfthoch im Abstiegskampf - 0:2 in Jena

Münsters Moritz Heinrich im Zweikampf mit Jenas Jan Löhmannsröben.

Münsters Moritz Heinrich im Zweikampf mit Jenas Jan Löhmannsröben. Foto: Thomas Corbus

Jena - 

Preußen Münster steckt wieder hüfthoch im Abstiegskampf. Beim bisherigen Vorletzten FC Carl-Zeiss Jena unterlag der Fußball-Drittligist mit 0:2 (0:1) vor 4230 Zuschauern - und zeigte eine ganz schwache Partie. Es war das siebte Spiel in Folge ohne Sieg.

Von Alexander Heflik

Preußen Münster ist wieder da angekommen, wo der Fußball-Drittligist vor einem Jahr bereits stand: Im Tabellenkeller. Auch das siebte Spiel in Folge blieb das Team von Trainer Benno Möhlmann sieglos. Schlimmer noch, der SCP unterlag beim FC Carl-Zeiss Jena mit 0:2 (0:1) durch einen umstrittenen Handelfmeter, der von Julian Günther-Schmidt (29.) verwandelt wurde, Manfred Starke (90.) macht den Sack zu. Das Polster zu den Abstiegsrängen ist aufgebraucht, Münster steckt wieder einmal im Abstiegskampf. Es hakt an allen Ecken und Kanten. Die Krise ist da.

Umstrittener Elfmeter

Die Preußen hatten in der Wochenmitte noch 1:1 gegen VfR Aalen gespielt, einziger Profiteur von diesem Punktgewinn war Torschütze Martin Kobylanski. Er rutsche in die Startelf und verdrängte Tobias Rühle. Trainer Möhlmanns Manko war aber das Alte, denn Platzhirsch Adriano Grimaldi fehlte verletzt wie auch Tobias Warschewski. Ansonsten waren die an der Reihe, die den Übungsleiter am Mittwoch vor allem nach der Pause kämpferisch und läuferisch überzeugt hatten.

Und Jena? Die gleiche Elf, die zuletzt eine 2:0-Führung bei Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers aus der Hand gegeben hatte und sich letztlich mit dem 2:2 zufrieden geben musste, genoss das Vertrauen von Aufstiegstrainer Mark Zimmermann.

Fotostrecke: Fußball: 3. Liga: FC Carl Zeiss Jena vs. Preußen Münster

Die Hausherren waren schon die offensivere Mannschaft in der ersten Halbzeit. Doch der Führung ging eine sehr umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg) voraus. Da waren das vermeintliche Handspiel von Sebastian Mai an Oberarm/Schulter und der Zupfer von Fabian Menig fragwürdigere Aktionen zuvor als das, was Nils Körber an Davud Tuma (28.) machte.

Der Angriff der Jenaer war praktisch abgebrochen, Körber kam von hinten, berührte den Jenaer leicht, der mit einem Schritt Verzögerung fiel. Vermutlich in den wenigsten Videobeweisen der Welt wäre dieser Elfmeter bestätigt worden. Aber die Gastgeber bekamen die Chance vom Punkt und Julian Günther-Schmidt verwandelte sicher. Körber, der gegen Aalen noch einen Handelfmeter abgewehrt hatte, war ohne Chance. Es war der dritte Elfmeter im dritten Spiel, der gegen Münster ausgesprochen wurde, keiner war wirklich glasklar, nicht in Paderborn, nicht gegen Aalen und jetzt auch nicht in Ost-Thüringen. Das war bitter nach einer halben Stunde.

Keine wirklich guten Chancen

Könnte man sich die Führung aber verdienen, wie man Payback-Punkte sammelt, dann lag Jena zurecht in Führung. Einmal musste Sebastian Mai (5.) per Flugkopfball im eigenen Fünf-Meter-Raum klären. Dann war das Körber bei einem abgefälschten Freistoß von Guillaume Cros (33.) zur Stelle. Vier Minuten später verpasste Günther-Schmidt das 2:0. Dann war es noch einmal Körber, der gegen den völlig freistehenden Cros ein weiteres Gegentor verhinderte.

Und die Preußen? Die brachten wenig zustande jenseits der Mittellinie. Es gab ein paar Ansätze, aber nichts führte zu einer wirklich guten Chance. Ein Freistoß von Martin Kobylanski (25.) war noch die beste Möglichkeit. Simon Scherder spielte viele Fehlpässe, Neu-Kapitän Michele Rizzi tauchte völlig ab, und, und, und. Alles verpuffte, das war viel zu wenig vor dem Tor des Aufsteigers. Münster lieferte die vielleicht schwächste Halbzeit dieser Saison ab.

Stimmen zum Spiel:

Benno Möhlmann (Trainer Preußen Münster): „Jena war mehr bereit zu laufen und zu kämpfen. Nach 90 Minuten war das ein verdienter Sieg. Obwohl man auch sagen muss, dass der Elfmeterpfiff nicht in Ordnung war und der Schiedsrichter vier gute Minuten übrig hatte. Brügman hätte für sein zweites Foul früh die Gelb-rote Karte sehen müssen. Insgesamt war das zu wenig von uns.“

Mark Zimmermann (Trainer FC Carl-Zeiss Jena): „Wir wollten das Spiel gestalten und uns was von Münster verbieten lassen. Unser Aufwand war sehr groß, wir sind dafür belohnt worden. Am Ende vor dem 2:0 stand die Partie am Rand der Kante.“

Sebastian Mai: „Wir müssen uns um 180 Grad wenden. Wir hatten keine Chance auf den Sieg.“

Torwart Nils Körber: "Vor dem Elfmeter treffe ich meinen Gegenspieler minimal. Am Ende ist die Niederlage bitter, uns fehlt auch ein Quäntchen Glück."

Zusammengestellt von: Alexander Heflik

Lennart Stoll und Tobias Rühle kamen direkt nach der Pause für den als alleinigen Sechser überforderten Scherder und Hoffmann. Fünf, sechs, sieben Akteure boten sich für solche Wechsel bei Münster an. Rühle brachte gleich etwas Leben in die Bude, doch Jena war dem 2:0 ganz nah, als Tuma nur die Latte nach 54 Minuten traf.

Der SCP versuchte jetzt in einem 4-4-2-System Ordnung ins Mittelfeld zu bekommen, Rizzi und Rinderknecht sollten dafür sorgen. Wenig später lief zumindest ein vernünftiger Preußen-Angriff über die linke Seite, bei dem Rizzi allerdings geblockt wurde. Etwas Hoffnung für den SCP. Aber nach einer Stunde stand der Gast aus Münster vor dem Abgrund, zumal auch Günther-Schmidt (61.), nach einem tollen Solo, das 2:0 auf dem Fuß hatte.

Verdienter Sieg der Jenaer

Dann wollte Fabian Menig plötzlich auch mal einen Foulelfmeter haben, weil er im Kopfballduell mit Marius Grösch zu Fall kam. Aber das sah Referee Schwermer anders. Weiterspielen. 70 Minuten waren rum, und zumindest die Preußen-Fans warteten auf eine richtig gute Chance der Gäste. Der Lattenkopfball von Sebastian Mai (73.) nach Rizzi-Freistoß war ein Muster ohne Wert - Münsters Abwehrchef stand im Abseits.

Fotostrecke: Einzelkritik: Carl Zeiss Jena vs. Preußen Münster

Dann doch noch die Möglichkeit zum Ausgleich, als Tobias Rühle nach Rizzi-Zuspiel allein auf Jenas Tormann Raphael Koczor läuft und sich den Ball vom Fuß spitzeln lässt. Fahrlässig, kein Killerinstinkt vor dem Tor, zu wenig Tempo, mehr Torchance geht nicht. Dann kam der eingewechselte Jeron Al-Hazaimeh (89.) auf der linken Seite noch allein durch, legte sich den Ball zu weit vor und verpasste einen Abschluss.

Im Gegenzug markierte Manfred Starke (90.) das 2:0. Völlig verdient, es gab keinen Zweifel daran, wer den Sieg verdient hatte. Münster kam dafür nicht in Betracht, es war über weite Strecken ein desaströser Auftritt.

Tatsächlich war der SCP nach dem Wechsel etwas besser organisiert und kämpferscher. aber so reicht das nicht. Leider, Münster rutscht immer weiter ab. Und am kommenden Samstag steht das Derby gegen den VfL Osnabrück im Preußenstadion an.

Zum Spiel:

Jena: Koczor - Brügman, Grösch, Slamar, Cros - Tuma, Löhmannsröben, Eismann, Eckhardt  (20. Bock) - Starke, Günther-Schmidt (74. Dietz).  - Trainer: Zimmermann.

Ersatzbank: Coppens (Tor), Gerlach, Wolfram, Schlegel, Bock, Dietz,. Sucsuz.

Münster: Körber - Tritz, Schweers, Mai, Menig - Scherder (46. Stoll) - Hoffmann (46. Rühle), Rinderknecht (82. Al-Hazaimeh), Rizzi, Heinrich - Kobylanski. - Trainer. Möhlmann.

Ersatzbank: Schulze Niehues (Tor), Braun, Rühle, Kittner, Stoll, Wiebe, Al-Hazaimeh.

Tor: 1:0 Günther-Schmidt (29., Körber foult Tuma), 2:0 Starke (90.). - Zuschauer: 4230. - Schiedsrichter: Schwermer (Magdeburg).  - Gelbe Karten: Koczor, Brügman, Cros / Schweers, Rinderknecht.

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