So., 24.09.2017

Fußball: 3. Liga Derby zwischen Preußen und Osnabrück wird zum Krisengipfel

Münsters letzte Chance zum Ausgleich: Jeron Al-Hazaimeh scheitert an Jenas Tormann Raphael Koczor.

Münsters letzte Chance zum Ausgleich: Jeron Al-Hazaimeh scheitert an Jenas Tormann Raphael Koczor. Foto: Thomas Corbus

Jena - 

Das Derby wird zum Krisengipfel. Wenn der SC Preußen am nächsten Samstag den VfL Osnabrück empfängt, erwartet der Vorletzte den Viertletzten. Gerade in Münster ist aktuell Krisenstimmung angesagt. Trainer Benno Möhlmann muss aber nicht um seinen Job bangen.

Von Alexander Heflik

Das Nachbarschaftsderby zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück am kommenden Samstag wird zum ernsten Krisengipfel der 3. Liga. Schwer vorstellbar war das für die Anhänger beider Clubs, dass gleich beide Traditionsvereine in einem direkten Aufeinandertreffen als Kellerkinder antreten würden. So wird es aber sein, wenn der Vorletzte aus Münster und der Viertletzte aus Osnabrück die Klingen kreuzen werden.

Der VfL sicherte sich nach zwei Niederlagen zuletzt zumindest einen Punkt im Heimspiel gegen Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers. Die Führung des eingewechselten Marc Heider kurz nach der Pause glich mit Orhan Ademi ein ebenfalls erst kurz zuvor eingewechselter Würzburger aus.

Die Preußen bekamen dagegen beim FC Carl Zeiss Jena die volle Breitseite verpasst. Die 0:2 (0:1)-Niederlage ließ keine Fragen offen, in welchem Zustand sich das Team befindet. Verunsichert, erst ohne Biss, phasenweise lethargisch, erst nach der Pause auf Augenhöhe mit dem Aufsteiger, kaum Chancen. Im Abnutzungskampf des Ernst-Abbe-Spielfelds waren die Preußen ohne Siegchance, mit Glück hätte es zum Punkt gereicht. Trainer Benno Möhlmann sagte nach sieben Partien ohne Sieg und dem Absturz von Platz fünf (dritter Spieltag) auf Rang 19: „Erklären kann ich das nicht.“ Es gebe zwei Möglichkeiten, so Möhlmann weiter, den Trainer zu beurlauben oder konzentriert und vernünftig gemeinsam aus der Krise zu kommen. Preußen-Sportchef Malte Metzelder erklärt am Sonntag unmissverständlich: „Wir wollen letzteren Weg gehen, wir glauben an die jetzige Konstellation. Der Mannschaftsgeist ist intakt. In dieser Situation dürfen wir uns nicht auseinanderdividieren lassen.“

Möhlmann, sein Trainerstab und Metzelder sind davon überzeugt, den Puls der Mannschaft zu spüren. Der 63-Jährige Coach sieht die Lage nicht so prekär wie beim Dienstantritt vor einem Jahr: „Damals war das Team total verunsichert.“ Damals war Münster Vorletzter mit sieben Punkten (10:15 Toren), nun ist der SCP ebenfalls mit neun Zählern (8:13 Toren) 19. der Tabelle. Der aktuelle Spitzenreiter in Sachen „kleine Fehler“ muss liefern.

Den Lila-Weißen geht es nur unwesentlich besser, gerade mal 6124 Zuschauer wollten am Samstag die Heimpartie verfolgen, Münster hatte mit 5360 Zuschauer gegen Aalen in der Wochenmitte eine Minuskulisse. Das Derby, früher Mal Garant für ein ausverkauftes Haus, lockt jetzt nicht alle hinter dem Ofen hervor. Wenn es fünfstellig bei den Besuchern werden sollte, wäre das in dieser Situation ein Erfolg für die Preußen.► Einen Befreiungsschlag landete SF Lotte mit dem 3:0-Auswärtssieg beim Tabellendritten Fortuna Köln. Für das Team von Trainer Marc Fascher trafen Marcus Piossek, André Dej und Hamadi Al-Ghaddioui.



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