Sa., 14.10.2017

Fußball: 3. Liga Leichter Preußen-Aufwärtstrend endet in Haching schon wieder

Fußball: 3. Liga: Leichter Preußen-Aufwärtstrend endet in Haching schon wieder

Foto: Fehrmann

Unterhaching - 

Der kleine Aufschwung des SC Preußen ist schon wieder Geschichte. Zwei Wochen nach dem Derbysieg kassierte der Drittligist bei der SpVgg Unterhaching eine unnötige 0:1 (0:0)-Niederlage. Defensiv stand der Gast lange gut, nur nach vorne war das wieder zu zurückhaltend.

Von Thomas Rellmann

Preußen Münster darf sich wohl darauf einstellen, für längere Zeit in der unteren Tabellenhälfte kleben zu bleiben. Bei der SpVgg Unterhaching unterlag das Team am Samstag mit 0:1 (0:0). Die Hausherren feierten ihren vierten Sieg ohne Gegentor am Stück. Der SCP musste sich den Vorwurf gefallen lassen, nach vorne zu wenig investiert zu haben.

"Das Ergebnis geht in Ordnung", sagte Trainer Benno Möhlmann. "Der Gegner war über 90 Minuten spielstärker und hat klarer gespielt." Sportchef Malte Metzelder räumte ein: "Wie das Tor fällt, das ist einfach super ärgerlich, weil wir da zu viele Fehler produzieren." Nico Rinderknecht, der auf der Zehn spielte, meinte: "Verteidigt haben wir es schon ganz gut, aber Haching hatte eben auch viel mehr Ballbesitz."

"

Wie das Tor fällt, das ist einfach super ärgerlich, weil wir da zu viele Fehler produzieren.

Sportchef Malte Metzelder

"

Typisches Spiel der Münsteraner

Die Gäste begannen mit einer Änderung. Für den angeschlagenen Sandrino Braun begann Danilo Wiebe im Mittelfeld. Auf der Bank nahmen die A-Junioren Luis Klante (Tor) und Justin Steinkötter Platz. Wie angekündigt, standen die Preußen erst mal sehr tief und suchten ihr Heil in einer konsequenten Zweikampfführung. So hielten sie die Hausherren zielsicher vom eigenen Tor fern. Allerdings ließ der SCP zu viele Standards zu, nach einem solchen kam Top-Torjäger Stephan Hain per Kopf zur ersten Chance, Nils Körber lenkte den Ball aber über die Latte (20.).

Fotostrecke: Unterhaching vs. Preußen Münster

Es war schon ein typisches Spiel der Münsteraner in der Fremde für diese Saison. Eine dichte Defensive hielt den Laden zusammen, nach vorne passierte aber herzlich wenig. Nach einer halben Stunde wurde es dann plötzlich hinten richtig brenzlig. Erstmals passte die Viererkette nicht auf, Thomas Steinherr sprintete links allen davon, scheiterte dann aus spitzem Winkel aber an Körber (30.). Und Sekunden später wäre Sebastian Mai fast ein Eigentor unterlaufen, obwohl sein Keeper eigentlich zur Stelle war (31.).

Lesen Sie hier den Spielverlauf nach:

Re-Live: Unterhaching besieht Preußen Münster 1:0

Auf der anderen Seite kam Philipp Hoffmann nach einem Konter mal zum Abschluss, sein abgefälschter Schuss flog knapp über die Latte (34.). Die Bayern bestimmten aber weiter das Tempo - ohne dabei bis zur Pause brandgefährlich zu werden.

Aktivere Preußen nach der Halbzeit

Mit dem Wiederanpfiff wurden die Preußen dann etwas aktiver. Eine strittige Szene gab es nach 54 Minuten: Tobias Rühle ging nach einem Zweikampf mit Christoph Greger im Sechzehner zu Boden und forderte Elfmeter, die Hachinger wollten dagegen die Ampelkarte für den bereits verwarnten Stürmer sehen. Beides blieb aus - eine völlig korrekte Entscheidung von Referee Tim Skorczyk. Auf der Gegenseite parierte Körber den nächsten Steinherr-Versuch aus spitzem Winkel (57.).

"

Der Gegner war über 90 Minuten spielstärker und hat klarer gespielt.

Trainer Benno Möhlmann

"

Es schien dennoch so, als bekämen die Preußen die Sache immer besser in den Griff. Doch dann folgten zwei böse Blackouts binnen weniger Momente: Ulrich Taffertshofer schlägt eigentlich einen Verlegenheitsball nach vorne, den Ole Kittner unterschätzt. Plötzlich ist Hain frei vor Körber, der mit den Fäusten zunächst klärt - doch direkt vor die Füße von Sascha Bigalke, der den Ball aus 16 Metern per Heber ins leere Tor befördert (66.).

Fotostrecke: SpVgg Unterhaching vs. Preußen Münster: Einzelkritik der Spieler

Kittner sprach seinen Keeper hinterher von jeder Schuld frei: "Ich habe in dem Moment, auch wenn es sich blöd anhört, genau in die Sonne geguckt. Nils kann da nicht anders reagieren. Möhlmann widersprach ein wenig: "Den Ball kann man vielleicht auch zur Seite fausten." Drin war die Kugel am Ende jedenfalls so oder so.

Es schien dennoch so, als bekämen die Preußen die Sache immer besser in den Griff. Doch dann folgten zwei böse Blackouts binnen weniger Momente: Ulrich Taffertshofer schlägt eigentlich einen Verlegenheitsball nach vorne, den Ole Kittner unterschätzt. Plötzlich ist Hain frei vor Körber, der mit den Fäusten zunächst klärt - doch direkt vor die Füße von Sascha Bigalke, der den Ball aus 16 Metern per Heber ins leere Tor befördert (66.).

Münster mit leeren Händen

Wie reagiert Münster? Das war jetzt die Frage. Rinderknecht fasste sich von der Strafraumgrenze mal ein Herz, sein Schuss war aber einen Meter zu hoch angesetzt (71.). Und er probierte es gleich noch mal aus ähnlicher Distanz per Schlenzer (75.) - wieder drüber. Direkt danach ging’s runter für den Leihspieler, und Talent Steinkötter kam als zweite Spitze (zudem ersetzte Jeron Al-Hazaimeh Fabian Menig). Der Youngster brachte mit seinem Nachsetzen gleich Unterhachings Keeper Korbinian Müller in arge Bedrängnis (77.). Das sollte also das Signal zur Schlussoffensive sein.

Doch zunächst vereitelte Körber gegen den von Steinherr freigespielten Thomas Hagn die Entscheidung (80.). Dann zeigte sich noch mal Steinkötter mit einem Fallrückzieher, der aber aufs Netz fiel (87.). Nach einer Flanke des gerade eingewechselten Moritz Heinrich kam auch Al-Hazaimeh noch mal zum Kopfball, geriet aber in Rücklage (90.). Und Heinrichs Distanzschuss flog noch knapp vorbei (90.+2). Das war es dann aber auch. Münster trat mit leeren Händen die Rückfahrt an.

Zum Spiel:

SpVgg: Müller - Bauer, Welzmüller, Winkler, Dombrowka - Steinherr (85. Schimmer), Greger (81. Schels), Taffertshofer, Porath (72. Hagn) - Bigalke - Hain

SCP: Körber - Tritz, Kittner, Mai, Menig (76. Al-Hazaimeh) - Rizzi, Wiebe - Hoffmann (82. Heinrich), Rinderknecht (76. Steinkötter), Kobylanski - Rühle

Schiedsrichter: Tim Skorczyk (Salzgitter)

Tore: 1:0 Bigalke (66.)

Zuschauer: 3750

Gelb: Rühle



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5222400?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686215%2F