So., 15.10.2017

Fußball: 3. Liga Preußen Münsters Rückfall in die Mutlosigkeit in Unterhaching

Unterhaching trifft: Sascha Bigalke markiert mit einem Heber das 1:0, Nils Körber erahnt das Drama am Boden liegend bereits. Nur selten kam der SCP, hier mit Martin Kobylanski (kleines Bild), zum Torabschluss.

Unterhaching trifft: Sascha Bigalke markiert mit einem Heber das 1:0, Nils Körber erahnt das Drama am Boden liegend bereits. Nur selten kam der SCP, hier mit Martin Kobylanski (kleines Bild), zum Torabschluss. Foto: Wolfgang Fehrmann

Unterhaching - 

Die Länderspielpause scheint dem SC Preußen Münster nicht gut bekommen zu sein. Nach dem 4:1-Erfolg gegen den VfL Osnabrück setzte es eine 0:1-Niederlage bei der Spielvereinigung Unterhaching. Bitter.

Von Thomas Rellmann

War das kleine Offensivfeuerwerk der Preußen im Derby gegen Osnabrück nur ein Ausrutscher nach oben? Der Verdacht liegt nach der 0:1 (0:0)-Pleite bei der SpVgg Unterhaching zumindest nahe. Denn trotz einer über weite Strecken soliden Abwehrleistung kam Münster in Bayern für einen Sieg kaum in Frage.

Trainer Benno Möhlmann, der so einige alte Bekannte aus Münchener Zeiten wieder traf, zuckte hinterher mit den Schultern. Nach einem erneut zu vorsichtigen Auswärtsauftritt verwies er auf die fehlenden Adriano Grimaldi und Tobias Warschewski, wusste aber auch, dass das Problem im Vorwärtsgang tiefer liegt. „In Ballbesitz haben wir gerade vor der Pause zu wenig Richtung Tor zustande gebracht. Das ist dann auch eine Frage der Qualität.“ Die ungefährliche vordere Reihe durfte sich explizit angesprochen fühlen. Aber auch aus den Positionen dahinter kam erneut zu wenig. „Im Mittelfeldzentrum hatten wir ja eigentlich Überzahl, aber da ist dann zu wenig Tempo – wir versuchen zu oft, es spielerisch zu lösen“, so der Coach.

Eine klare Bewertung, der man allgemein noch die fehlende Flügelpower und die Harmlosigkeit bei Standards anfügen könnte. Eine mutige Spielweise sieht anders aus, das Umschalten blieb planlos und ohne jede Dynamik. Spielentscheidend war diesmal ein anderer Blackout. Einen Verlegenheitsschlag von Ulrich Taffertshofer unterlief Ole Kittner, sodass Stephan Hain allein vor Keeper Nils Körber auftauchte. Dessen Klärungsversuch landete vor den Füßen von Sascha Bigalke, der aus 16 Metern den Ball edel ins verwaiste Tor schaufelte (66.). Ob auch den Keeper eine Mitschuld traf, darüber gab es geteilte Meinungen. Kittner nahm das Ding auf seine Kappe, Körber sah sich machtlos, Sportdirektor Malte Metzelder betonte: „Es war superärgerlich, weil wir in der Szene so einen Fehler produziert haben. Nils muss dann schon zur Rettungsaktion aus dem Tor kommen.“ Möhlmann sah es etwas anders: „Vielleicht kann man den Ball auch besser und zur Seite wegfausten.“ Den „Stellungsfehler“ seines Innenverteidigers hielt er allerdings auch für ursächlich.

Anschließend gelang es dem SCP, der nach der Pause etwas aktiver geworden war, nicht mehr, den Schalter komplett auf Sturmlauf umzulegen. Nicht zum ersten Mal. Halbchancen durch die Versuche von Nico Rinderknecht (71./75.), den Kopfball von Jeron Al-Hazaimeh (90.) und den Verzweiflungsschuss von Moritz Heinrich (90.+2) – das war nicht mehr zwingend genug.

Dazwischen klärte Körber noch gegen Thomas Hagn (80.). Der diesmal mit dem Fuß sehr unpräzise Schlussmann hatte zuvor auch gegen Hains Kopfball (20.) und doppelt gegen Thomas Steinherr (30./57.) aufgepasst, dazu hatte er Glück beim Fast-Eigentor von Sebastian Mai (31.). Auch das waren aber alles keine glasklaren Szenen, was belegt, dass die von Möhlmann geforderte Kompaktheit umgesetzt wurde. Nur die Balance fehlte eben einmal mehr.

„Wir haben mit dem Rückstand das Spiel aus der Hand gegeben, obwohl wir energischer aus der Kabine gekommen sind“, sagte der Trainer. Die Partie passte somit wie eine Schablone auf die beiden vorangegangenen Auftritte in der Fremde (Jena und Paderborn). Mit dem Unterschied, dass diesmal die Bus-Rückreise noch deutlich länger wurde. „Eine schöne Fahrt wird das nicht“, befand Philipp Hoffmann noch auf dem Rasen. Metzelder sah es pragmatisch: „Viel Zeit, um zu analysieren.“



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