Mo., 16.10.2017

Fußball: 3. Liga Wie im Oktober 2016: Der SC Preußen im sportlichen Existenzkampf

Erfolglos in der Fremde: Kai Menig (l.), hier gegen Hachings Thomas Steinherr, und Tobias Rühle (h.) sind mit dem SCP auswärts zu harmlos.

Erfolglos in der Fremde: Kai Menig (l.), hier gegen Hachings Thomas Steinherr, und Tobias Rühle (h.) sind mit dem SCP auswärts zu harmlos. Foto: Wolfgang Fehrmann

Unterhaching - 

Das 0:1 bei der SpVgg Unterhaching war für die Preußen die dritte Auswärtsniederlage am Stück. Der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus, zu harmlos das Auftreten der Westfalen in Bayern. Damit steht der SCP nach einem Möhlmann-Jahr wieder am Rande des Verderbens.

Von Thomas Rellmann

Wer nach dem Abpfiff im Sportpark aus der Ferne das Zusammenspiel zwischen den wieder einmal zahlreich in den Süden gereisten Preußen-Fans und der Mannschaft sah, der musste von einem Auswärtssieg, zumindest aber von einem leidenschaftlich erkämpften Punkt der Gäste ausgehen. „Alle zusammen für Preußen Münster“ – der Schlachtruf aus dem Abstiegskampf der Vorsaison samt Kurzchoreografie erfuhr mal wieder eine Neuauflage und ist aktueller denn je. Die 0:1-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching spülte Münster zurück an den Rand des Verderbens, nämlich auf Platz 17. „Die Leute im Block haben uns nicht gefeiert, sondern uns vorher im Gespräch auch ganz klar gesagt, was ihnen nicht gefällt und was sie erwarten“, verriet Ole Kittner.

Das dürfte eine Menge sein. Der SCP ist fast schon wieder da angekommen, wo er im Oktober 2016 stand. Im Kampf um die Existenz. Da Trainer Benno Möhlmann seit Sonntag exakt ein Jahr im Amt ist, drängt sich natürlich die Frage auf, was sich getan hat. Oberflächlich ließe sich sagen: Die Mannschaft steht nach zwölf Spieltagen (als der jetzige Coach gerade seine erste Begegnung hinter sich hatte) drei Plätze und vier Punkte besser da als damals, als sie Schlusslicht war. Zur Wahrheit gehört auch, dass sie zu Beginn der der vergangenen Serie mehrfach in der Fremde zerfiel und niemand mehr ernsthaft unter Besserung an Trainer Horst Steffen glaubte. Heute ist immerhin eine gewisse defensive Stabilität zu verzeichnen. Sportdirektor Malte Metzelder legte in Haching aber den Finger in die Wunde und befand: „Gefühlt haben wir jeden Ball nach der Eroberung gleich wieder weggefeuert.“ Eine Diagnose, die so nicht zum ersten Mal in der laufenden Serie gestellt wurde.

55 Punkte in 38 Partien

Nun gehört zur Bilanz von Möhlmann natürlich auch der Rest der Vorsaison. Nach seinem 0:1-Einstieg in Lotte sammelte er in 38 Partien immerhin 55 Zähler als Preußen-Coach. Das ist vorderes Mittelfeld, das ist das, was mit dieser Mannschaft absolut machbar ist. Konfrontiert mit der Frage, ob er künftig nicht risikoreicher auftreten wolle, geriet er tatsächlich ins Grübeln. Dann fiel der Name von Angreifer, Kapitän und Schlüsselspieler Adriano Grimaldi, der am Samstag gegen den Karlsruher SC (14 Uhr) zurückkehren könnte. Nach Muskelfaserriss und Erkältung hat der 26-Jährige dann fünf Wochen pausiert, zuvor war er auch nicht in Top-Verfassung. Ein Allheilmittel wird sein Comeback kaum sein.

Der Druck in Münster ist vergleichsweise gering. Pfiffe sind selten. Die Konkurrenz darunter hat längst den Trainer gewechselt, das ist an der Hammer Straße kein Thema. Als es vor zwei Wochen erstmals unruhig wurde, antwortete das Team mit einem 4:1 im Derby gegen den VfL Osnabrück. Eine Wiederholung gegen den KSC wäre angezeigt.



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