Sa., 21.10.2017

Fußball 3. Liga: Preußen und der Karlsruher SC trennen sich 1:1 Münster akzeptiert den einen Zähler

SC Preußen Münster - Karlsruher SC - Grimaldi gegen Marvin Wanitzek

SC Preußen Münster - Karlsruher SC - Grimaldi gegen Marvin Wanitzek Foto: Peperhowe

Münster - 

Punktgewinn? Zwei Zähler verloren? Wer den Spielern des SC Preußen nach dem 1:1 gegen den Karlsruher SC ins Gesicht sah, der konnte sich auf diese Fragen keinen rechten Reim bilden. In jedem Fall haben die Adlerträger am Samstag einen kleinen Schritt nach vorne gemacht.

Von André Fischer

Zumindest in der Tabelle. Von 17 ging es dank des Remis gegen den ehemaligen Erstligisten rauf auf 13. Nicht viel, aber immerhin etwas. In Münster muss man sich aktuell mit wenig zufrieden geben.

Beim Duell gegen die Baden-Württemberger stand ein Mann im Fokus: Marc Lorenz. Der gebürtige Münsteraner kickte in seiner Jugend für den SCP und schnürte auch in der Regionalliga und der 3. Liga einst seine Stiefel für den Traditionsverein. Seine Ansage: „Für mich gäbe es nichts Schöneres, als den ersten Auswärtsdreier in Münster zu landen. Dann ist die Stimmung im Bus auf der Rückfahrt besser.“

Lange sah es in der Tat danach aus, dass er mit seinem neuen Club an alter Wirkungsstätte fette Beute machen würde. 1:0 führte der Gast durch Jonas Föhrenbachs Tor aus Minute 25 bis weit in den zweiten Abschnitt. Dann erlöste der eingewechselte Jeron Al-Hazaimeh die Feldherren mit seinem Treffer zum 1:1 (76.). Und Lorenz? Der drückte zu diesem Zeitpunkt bereits die Bank. Er musste Dominik Stroh-Engel nach 67 Minuten weichen.

Fotostrecke: SCP vs KSC - Bilder vom Spiel

Kein Drittliga-Niveau in der Partie

Münster startete mit drei neuen Gesichtern in der ersten Elf nach der 0:1-Pleite bei der Spielvereinigung Unterhaching. Sandrino Braun rückte neben Michele Rizzi auf die Sechser-Position, für den verletzten Nico Rinderknecht (Teileinriss des Außenbandes) durfte Moritz Heinrich auf der linken Flanke ran, an vorderster Front wurde es endlich wieder adlig. Adriano Grimaldi und dessen Ärzte gaben grünes Licht. Der Deutsch-Italiener spielte für Tobias Rühle.

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Re-Live: Preußen Münster - Karlsruher SC

Die Rückkehr des Kapitäns brachte den Preußen nicht den erhofften Schub. Münster sah mehr oder minder erstmal tatenlos zu, wie der Gast versuchte, ins Spiel zu kommen. Was ebenfalls mehr schlecht als recht gelang. Lange Zeit hatte die Partie kein Drittliga-Niveau. Der KSC war zumindest gewillt, seine Negativ-Serien an diesem Tag zu beenden.

Unter dem neuen Trainer Aloys Schwartz, der Ende August den erfolglosen Marc-Patrick Meister abgelöst hatte, hatte der ehemalige Erstligist in der Fremde nicht einmal gewonnen, geschweige denn einen Treffer erzielt. Unglaublich. Diese Statistik war nach 25 Minuten hinfällig, als die Gäste nach einem Eckball völlig überraschend in Führung gingen. Jonas Föhrenbach sagte artig danke, als der SCP den Ball nicht konsequent klärte und auch Tormann Nils Körber nicht gänzlich unbeteiligt den Ball für den Torschützen servierte. Das 1:0, es fiel aus heiterem Himmel, war aber nicht unverdient, weil zumindest der Gast deutlich mehr Spielanteile hatte.

Fotostrecke: Preußen Münster vs. Karlsruher SC: Einzelkritik

Ausgleich nach der Pause

Ein zaghafter Versuch von Philipp Hoffmann nach 39 Minuten und ein Kopfball von Sebastian Mai, der wieder mit Zöpfchen spielte, waren zwar gute Ansätze, aber doch zu wenig, um KSC-Tormann Benjamin Uphoff ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

In der Kabine schien Münsters Trainer Benno Möhlmann die passenden Worte gefunden zu haben. Und das richtige Rezept, mit Tobias Rühle neuen Schwung in die Offensive zu bringen. Rühle ersetzte zur Pause Philipp Hoffmann und setzte einige Akzente im Spiel nach vorne. Das 4:4:2 war den Preußen in diesem Abschnitt wie auf den Leib geschneidert.

Vieles lief besser, wenn auch nicht alles rund. Aber der Ausgleich lag bereits nach 62 Minuten in der Luft, als Martin Kobylanski seinen Kapitän Grimaldi bediente, der knapp scheiterte. Das richtige Händchen bewies Möhlmann mit der Hereinnahme von Al-Hazaimeh. Nach 76 Minuten stand der goldrichtig, nachdem Rühle auf Grimaldi geflankt hatte, der aber verpasste.

Ein letztes Aufbäumen zum Schluss

Ging da etwa noch mehr? Münster versuchte ein letztes Mal, sich aufzubäumen. Ohne Zählbares zu erzwingen. Unschön: Nach 87 Minuten rasselten Fabian Menig und Marco Thiede mit den Köpfen zusammen. Beide wurden lange behandelt, für Menig war Feierabend, Thiede machte in Dieter-Hoeneß-Manier weiter. Ein harter Hund, dieser Karlsruher.

Am kommenden Sonntag ist der SC Preußen beim SV Wehen Wiesbaden zu Gast.

Trainerstimmen:

Aloys Schwartz, Karlsruher SC: „Ich denke, wir haben stark begonnen und das über 45 Minuten durchziehen können. Das 1:0 war das gerechte Ergebnis zur Pause. Ab der 55 Minute ist der Stuhl gekippt, haben die Preußen alles nach vorne geworfen. Das 1:1 ist verdient.“

 

Benno Möhlmann, Preußen Münster: „Unterm Strich kann ich das unterstreichen. Von unserer Seite war der KSC in Hälfte eins das bessere Team, wir haben keinen Zugriff gefunden. Wir haben besonders in Ballbesitz zu wenig Tempo gemacht. Nach der Pause sind wir anders aufgetreten. Wir haben tapfer gespielt und Tobias Rühle war permanent ein Unruheherd. Insgesamt war die zweite Halbzeit in Ordnung, was Einstellung und Kampfbereitschaft angeht. Wir sollten den einen Punkt akzeptieren.“

SC Preußen: Körber - Tritz, Kittner, Mai, Menig (87. Stoll) - Braun, Rizzi - Hoffmann (46. Rühle), Kobylanski, Heinrich (73. Al-Hazaimeh) - Grimaldi. Trainer: Möhlmann

Karlsruher SC: Uphoff - Bader, Gordon, Pisot, Föhrenbach - Mehlem - Camoglu (79. Thiede), Muslija, Wanitzek, Lorenz (65. Stroh-Engel) - Schleusener. Trainer: Schwartz

Tore: 0:1 Föhrenbach (25.), 1:1 Al-Hazaimeh (76.).

Zuschauer: 6.737



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