Fr., 03.11.2017

Fußball: 3. Liga Preußen planen gegen Fortuna Köln die Rückkehr zur Einfachheit

Da muss mehr kommen: Jeron Al-Hazaimeh (l.), Sebastian Mai und Michele Rizzi (r.) müssen am Freitag mit den Preußen mehr anbieten als zuletzt in Wiesbaden.

Da muss mehr kommen: Jeron Al-Hazaimeh (l.), Sebastian Mai und Michele Rizzi (r.) müssen am Freitag mit den Preußen mehr anbieten als zuletzt in Wiesbaden. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das Fiasko von Wiesbaden wirkt nach. Vor dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Fortuna Köln am Freitag steht Preußen Münster unter Druck. Als Reaktion auf das jüngste 2:6 kündigt Trainer Benno Möhlmann Änderungen an. Er selbst gibt sich allerdings vergleichsweise locker.

Von Henner Henning

Als sich die Drittliga-Kicker des SC Preußen Münster am Dienstag zum ersten Training nach dem 2:6-Debakel beim SV Wehen Wiesbaden einfanden, erwartete sie alles andere als eine Kuschelstunde. Die kompletten 90 Minuten führte Coach Benno Möhlmann seinen Mannen vor, gemeinsam mit Sportchef Malte Metzelder adressierte der Trainer klare Worte an die Mannschaft.

„Wir haben den Jungs die Gesamtheit ihres Auftritts vor Augen geführt. Sie haben jetzt den Ernst der Lage erkannt“, sagt Möhlmann. Und das kann in der sportlichen Krise, in der die Preußen vor der Partie am Freitag (19 Uhr) gegen Fortuna Köln als Tabellen-17. ohne Wenn und Aber stecken, nur hilfreich sein.

Prekär ist die Situation des SCP, der in 14 Spielen nur 13 Zähler gesammelt hat und sich in Wiesbaden wie ein echtes Kellerkind präsentierte. „Jeder hat gemacht, was er wollte“, meckerte Kapitän Adriano Grimaldi, der direkt nach der Begegnung öffentlich Kritik an den Kollegen geäußert hatte – und damit nicht unbedingt auf Gegenliebe bei seinem Coach stieß. „Da muss er auch mal auf die Zähne beißen und nachdenken. Das war an der Grenze, es wäre besser gewesen, die Dinge erst intern auszutragen, bevor sie öffentlich werden“, sagt Möhlmann, der inhaltlich aber den Weckruf des Kapitäns teilt.

„Wir haben es bislang in dieser Saison nicht geschafft, drei, vier Wochen stabil im positiven Sinne zu spielen“, erklärt der 63-Jährige. Die Folge: „Alles kommt auf den Prüfstand. Wir werden sicher nicht mit der gleichen Mannschaft wie in Wiesbaden beginnen. Aber die Entscheidung über die endgültige Aufstellung ist noch nicht gefallen.“

Personelle Veränderungen

Nichts scheint ausgeschlossen beim SCP, zumal Sebastian Mai, Martin Kobylanski und Michele Rizzi am Mittwoch angeschlagen waren. Ein Streichkandidat ist Danilo Wiebe, der Wehens ersten Gegentreffer mit einem Doppelfehler massiv begünstigte und damit das Unheil einleitete. Auch wenn Möhlmann den defensiven Mittelfeldakteur nicht als einzigen Schuldigen („Wir haben durch individuelle Fehler die Entwicklung selber verursacht“) ausmacht, wird Wiebe wohl aus der Startelf rotieren.

„Ich habe schon gedacht, dass Danilo konstanter wird in dieser Saison. Fehler passieren jedem Spieler. Aber entscheidend ist, wie er dann damit umgeht und weiter agiert“, sagt der Coach, der sich personell nicht in die Karten schauen lässt. Eines aber verspricht er: „Es wird eine Mannschaft auf dem Feld stehen, die alles tun wird, um die Aufgabe Fortuna Köln zu lösen.“

Hilfreiche Rückbesinnung 

Und diese Aufgabe wird eine äußerst schwierige, die Rheinländer sind mit 30 Punkten derzeit Tabellenzweiter. Ein dickes Brett, das die Preußen da bohren müssen. „Das ist zwar kein Zauberfußball, den die Kölner spielen. Aber mit ihrem Auftreten, das sehr einfach ist, kommen sie gut klar und machen nur wenig Fehler. Sie spielen soliden Fußball, an den sich alle halten. Und durch den Erfolg sind sie selbstbewusst geworden und davon überzeugt, dass es richtig ist, was sie machen“, sagt Möhlmann.

Davon ist der SCP derzeit weit entfernt. Aber vielleicht bringt die Rückbesinnung auf die Einfachheit der Dinge ja auch die Preußen wieder in die Spur. Die Zeit dafür wäre jedenfalls mittlerweile gekommen.

► Flutlichtspiele am Freitagabend – das waren früher Highlights an der Hammer Straße. Bisher sind 4000 Tickets verkauft, erwartet werden lediglich 6000 bis 6500 Besucher.

voraussichtliche Aufstellung  - SCP: Körber – Tritz, Mai, Schweers, Menig – Rizzi, Braun - Rühle, Kobylanski, Al-Hazaimeh – Grimaldi

Fotostrecke: Der Kader für die Saison 2017/18 - Kurzporträts



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