So., 05.11.2017

Fußball: 3. Liga Preußen-Trainer Möhlmann setzt auf mehr Sicherheit – Test in Groningen

Üblicher Wechsel: Auf der linken Offensivseite sind Wechsel wie dieser am Freitag an der Tagesordnung. Coach Benno Möhlmann (l.) sucht eine Dauerlösung. Jeron Al.Hazaimeh (l.) stellt sie kaum dar, Philipp Hoffmann spielt eher rechts.

Üblicher Wechsel: Auf der linken Offensivseite sind Wechsel wie dieser am Freitag an der Tagesordnung. Coach Benno Möhlmann (l.) sucht eine Dauerlösung. Jeron Al.Hazaimeh (l.) stellt sie kaum dar, Philipp Hoffmann spielt eher rechts. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Eine lange Zeit überzeugende Leistung reichte den Preußen gegen Fortuna Köln nicht zum Sieg. Dafür brachte das 1:1 aber eine wichtige Erkenntnis. Nämlich die, dass es in der 3. Liga nicht um die spielerische Note geht, sondern um die einfachen Dinge.

Von Thomas Rellmann

Eine Dreiviertelstunde nach dem Abpfiff sprach Benno Möhlmann Bemerkenswertes aus: „Wir wollten gerade spielerisch in dieser Saison einen Schritt nach vorne machen. Aber das ist offenbar nicht so einfach.“ Ja, der Trainer-Fuchs des SC Preußen, erfahren in den Bundesligen, muss nach gut einem Jahr erkennen, dass die 3. Liga, Deutschlands verrückteste und ausgeglichenste Spielklasse, für diese Idee nicht das richtige Feld ist. Hier zählen andere Werte. Kampfbereitschaft, Disziplin, Positionstreue, Kompaktheit. Münster ist nach dem 1:1 (1:1) am Freitagabend gegen Fortuna Köln immerhin auf dem Weg in diese Richtung. „Zumindest bis Weihnachten ist es sinnvoll, in erster Linie sicher zu spielen.“ Nur die Ausbeute zählt für das durchaus namhafte Team, das sich weiter an der Grenze zur Abstiegszone bewegt.

Fotostrecke: Einzelkritik: SC Preußen Münster - Fortuna Köln

Gegen die Südstädter hatte gerade das erste Spieldrittel gezeigt, wie gut der SCP funktionieren kann. Adriano Grimaldi, Tobias Rühle, Martin Kobylanski – das sind drei völlig verschiedene Stürmertypen, die in dieser Anordnung noch nicht gemeinsam aufliefen und anfangs richtig klasse harmonierten. Der Stoßstürmer, der Tempomacher, der Standardspezialist, das passte gut. „Tobi ist ein Wühler, der ist vorne gut aufgehoben“, sagte Kobylanski, der selbst auf der ungewohnten rechten Seite begann, vor allem aber durch hervorragende ruhige Bälle auffiel. Rühle und Grimaldi durften nach langer Zeit mal wieder als Doppelspitze beginnen. Ein Modell mit Zukunft. Möhlmann wäre aber nicht Möhlmann, wenn er nicht noch Optimierungsbedarf sähe. „Wir haben viel probiert, müssen aber aus unseren Möglichkeiten mehr machen. Da fehlt es an Cleverness.“ Der Ansatz des einfachen Spiels, den er vorab schon gepredigt hatte, sah er jedoch passabel umgesetzt. „Wir haben uns oft relativ schnell für den lange Ball entschieden und dann vorne gut nachgesetzt.“

Fotostrecke: 15. Spieltag: Preußen Münster - Fortuna Köln

Lion Schweers, der für den zuletzt angeschlagenen Sebastian Mai im Abwehrzentrum begann, war meist derjenige, der die weiten Schläge anbrachte. „Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Die ersten 30 Minuten war sehr stark. Die Kölner waren allerdings auch gerade anfangs überraschend schwach“, so der 21-Jährige. Auch das gehört zur Wahrheit bei der Bewertung der jüngsten Leistungssteigerung. Nach der Länderspielpause geht es am Freitagabend (17. November) beim Halleschen FC weiter. Auswärts haben die Preußen seit August genau gar nichts mehr gerissen. Das wirkt sich fatal auf die Tabelle aus. Spannend wird sein, wie Möhlmann dann die linke Offensivseite besetzt. Fünf Lösungen hat er für diese Stelle bereits ausprobiert. Lucas Cueto ist dauerverletzt, Philipp Hoffmann nicht konstant genug, Martin Kobylanski kein klassischer Flügelmann, Moritz Heinrich zuletzt abgefallen und gar nicht mehr im Kader – da blieb gegen Köln einzig Jeron Al-Hazaimeh. Der jedoch brachte bei allem Vorwärtsdrang seinen Coach mit seiner Defensivhaltung (etwa vor dem Gegentor) zur Weißglut. Zweifellos müsste der SCP hier im Winter nachjustieren. Wenn denn die Mittel vorhanden sind.

► Am Mittwoch (8. November) bestreitet Münster um 15 ein Testspiel beim niederländischen Erstligisten FC Groningen. Gespielt wird im 22.579 Zuschauer fassenden Noordlease-Stadion in Groningen, der Heimspielstätte des Tabellenfünfzehnten der Eredivisie.



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