Mi., 06.12.2017

Fußball: 3. Liga Preußen Münster sucht die 1a-Lösung im Mittelfeld-Zentrum

Sieben Spieler versuchten sich bei den Preußen schon im zentralen Mittelfeld: (o.vl.) Danilo Wiebe, Nico Rinderknecht, Simon Scherder, (u.v.l.) Michele Rizzi, Martin Kobylanski, Sandrino Braun und Sebastian Mai (ganz rechts).  

Sieben Spieler versuchten sich bei den Preußen schon im zentralen Mittelfeld: (o.vl.) Danilo Wiebe, Nico Rinderknecht, Simon Scherder, (u.v.l.) Michele Rizzi, Martin Kobylanski, Sandrino Braun und Sebastian Mai (ganz rechts).   Foto: Peperhowe, Oetz

Münster - 

Immer wieder stellt Preußen-Trainer Benno Möhlmann seine Mittelfeldachse um. Ja, Michele Rizzi ist immer mit von der Partie, aber daneben ändern sich nicht nur die Namen der Kollegen, sondern auch die Anordnung des Zentrums sieht mal so und mal so aus.

Von Thomas Rellmann

Die Konstante im Mittelfeld-Zentrum bei Preußen Münster ist in dieser Saison der Wechsel. Eine Wunschformation hat Trainer Benno Möhlmann auf dem Sektor noch nicht gefunden. Weder taktisch noch personell. Im 4-1-4-1 begann die Saison, zuletzt ließ der Routinier dieses System wieder aufleben. Dazwischen versuchte er es aber auch einige Mal mit einem stabileren 4-2-3-1 oder dann ein paar Wochen im 4-4-2 mit nur zwei Planstellen.

Diese regelmäßigen Umbaumaßnahmen können der Ausdruck von Flexibilität sein, beim SCP liegt es aber eher daran, dass keiner der Kandidaten für die entsprechenden Positionen dauerhaft überzeugt hat. „Es ist richtig, ich habe da schon viel versucht“, sagt der Coach. „Und ich habe die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben, dass ich da eine Lösung finde.“ Doch mit dem langfristigen Ausfall von Benjamin Schwarz fehlt seiner Mannschaft in der Mitte auch der Typ Anführer.

Ausprobieren durften sich schon viele in dieser Spielzeit. Sieben, um genau zu sein. Michele Rizzi ist fast immer dabei, machte 17 von 18 Partien (alle von Beginn an). Doch verheißungsvollen Phasen mit viel Dynamik, Tempo, Zweikampfhärte und Passqualität folgen immer auch Zeiträume des Abtauchens. Martin Kobylanski war anfangs sein Nebenmann, als Möhlmann mit zwei Achtern spielte, ist aber aufgrund mangelnder Defensivfähigkeiten auf den Flügel gewechselt. Eine wichtige Rolle nahm in den Planungen im Sommer Danilo Wiebe ein, der allein zwischen den Ketten agierte. Inzwischen ist der 23-Jährige allenfalls noch Reservist. „Ich dachte, er sei schon weiter“, sagt der Chefcoach. „Die Trainingsleistungen sind top, aber im Spiel ist er noch zu fehlerhaft.“ Seit dem fünften Spieltag erhielt Wiebe nur noch drei Mal den Zuschlag für die Startelf – jeweils bei Niederlagen. Dann wäre da noch Sandrino Braun. Nach einem enttäuschenden ersten Jahr wollte er angreifen. Doch nur fünf Mal war Platz für ihn in der ersten Formation, seit Oktober gar nicht mehr. Dabei hatte er sogar einige vernünftige Auftritte im läuferischen Bereich (in Rostock und Paderborn, gegen Osnabrück und Karlsruhe). Die Defizite im Aufbau machen es dem 29-Jährigen aber immer schwerer, die Perspektive schwindet.

Zuletzt war Möhlmann dagegen durchaus zufrieden mit dem Einsatz von Nico Rinderknecht. „Er war zum Beispiel in Lotte der, der am ehesten Akzente gesetzt hat“, sagt der Coach. Der 20-jährige Leihspieler aus Ingolstadt kann aber natürlich noch nicht das Spiel komplett an sich reißen. Für Robustheit und Physis stehen vor allem zwei gelernte Innenverteidiger, die in den vergangenen Monate auch oder vor allem vor der Abwehr zum Einsatz kamen. Sebastian Mai, mit seiner Körpergröße ein echter Abräumer, und Simon Scherder, gegen Chemnitz Siegtorschütze und mit einer hohen Präsenz ausgestattet. Beide zusammen als Sechser-Duo? „Nein, das würde nicht funktionieren“, sagt Möhlmann. „Sie hatten schon sehr ordentliche Auftritte, aber ihnen unterlaufen ja auch Fehlpässe. Für 90 Minuten reicht es bei Simon sowieso noch nicht immer. Da unsere Viererkette spielerisch auch keine Glanzlichter setzt, brauchen wir eine gewisse Passstärke.“

Überhaupt möchte der 63-Jährige seinen Mittelfeldleuten nicht allein die Schuld für die schwierige Hinrunde aufhalsen. „Wir haben kein Spiel nur wegen ihnen verloren. Zur Wahrheit gehört ja auch unsere fehlende Torgefahr.“ Kein Widerspruch.► Der vertragslose Julian Büscher (24), der bis 2013 für die Preußen spielte und in diesem Jahr unter anderem für DC United in der US-Profiliga MLS aktiv war, nimmt seit dieser Woche als Gast am Training teil. Der gleichaltrige Fabian Herbers stellt sich zurzeit bei Hansa Rostock, könnte aber auch noch zum SCP kommen.► Aufgerückt zum Drittliga-Team ist zudem kürzlich Athletiktrainer Tim Geidies, zuletzt für den Nachwuchs tätig. Damit möchte der Verein die Aufgabengebiete Reha und Physio erweitern und teils trennen.



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