Do., 07.12.2017

Fußball: 3. Liga Regionalliga-Reform: Zwischenlösung für zwei Saisons

Die Position der Preußen ist klar: Sportchef Malte Metzelder fürchtet einen faulen Kompromiss.

Die Position der Preußen ist klar: Sportchef Malte Metzelder fürchtet einen faulen Kompromiss. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

+Aktualisiert+ Bei den Drittliga-Clubs machte sich vor dem außerordentlichen Bundestag des DFB am Freitag Unruhe breit: Auf der Tagesordnung stand die Regionalliga-Reform. Doch die ist jetzt vom Tisch und zur Wiedervorlage 2019 vorgesehen. Dennoch haben wir Malte Metzelder nach seiner Einschätzung gefragt.

Von Thomas Rellmann und Benjamin Kraus

Es gleicht fast einer Fangfrage. Wer wissen will, wie sich Preußen Münster in der Diskussion um die künftige Aufstiegsregelung zur 3. Liga positioniert, der sollte genau hinhören. Zwischentöne könnten verraten, wo sich der Club mittelfristig sieht.

Vier Absteiger nicht gewollt

Der Knackpunkt für den SCP: Gibt es künftig vier Absteiger in die Regionalligen? Das kann der Verein ja nicht wollen, schließlich befindet er sich auch gerade im zweiten Jahr in Folge in akuter Gefahrenlage. Andererseits: Sollte es das Bundesliga-Gründungsmitglied doch mal erwischen, wäre zumindest der Status quo Gift für jeden schnellen Rückkehrplan.

Tritt der schlimmste Fall ein, müssen sich die Preußen nicht nur mit anderen weitaus größer als viertklassig denkenden Rivalen wie RW Essen, Alemannia Aachen, Viktoria Köln, RW Oberhausen, dem Wuppertaler SV, dem KFC Uerdingen oder den zweiten Mannschaften von Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach in der Staffel West um die Meisterschaft prügeln, sondern dann noch in einer Relegation auf zwei gute Tage hoffen.

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Ein vierter Absteiger wäre ein schwerer Eingriff in die Struktur der Liga, die ja eh krankt

Malte Metzelder

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Dann überschlugen sich die Ereignisse am Vorabend des DFB-Bundestages: Die 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes haben sich doch noch auf eine Lösung zur Reform der Aufstiegsregelung zur 3. Liga geeinigt. Nach einer mehrstündigen Sitzung teilte der DFB am Donnerstagabend ein Übergangskonzept für die nächsten beiden Spielzeiten mit, auf das sich nach Verbandsangaben Vertreter aller Verbände einigen konnten. Demnach soll es in den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 vier Aufsteiger aus den fünf Regionalligen geben. Und damit auch vier Absteiger aus der 3. Liga. Dieses soll beim Außerordentlichen DFB-Bundestag am Freitag in Frankfurt verabschiedet werden.

Dauerhafte Neuregelung soll bis 2019 erarbeitet werden

Ein direktes Aufstiegsrecht soll demnach jeweils der Meister der Regionalliga Südwest erhalten. Der Meister der Regionalliga Nordost bekommt dieses Recht in der Spielzeit 2018/19. Das Recht auf den weiteren direkten Aufstiegsplatz wird ausgelost. Die verbliebenen beiden Meister ermitteln in Playoff-Spielen den letzten Aufsteiger und bekommen dafür das automatische Aufstiegsrecht in der folgenden Spielzeit.

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Eine dauerhafte Neuregelung soll eine Expertenkommission unter der Leitung von DFB-Vize Peter Frymuth bis zum Bundestag 2019 erarbeiten. Die Zufriedenheit aller ist kaum zu erreichen. Massiv war in den vergangenen Jahren der Widerstand der gebeutelten Viertligisten. SCP-Sportdirektor Malte Metzelder, dessen Befürchtungen eines „schlechten Kompromisses“ sich bestätigt haben, sagt: „Alle Drittliga-Vereine haben einen Konsens gefunden und sich positioniert. Ein vierter Absteiger wäre ein schwerer Eingriff in die Struktur der Liga, die ja eh krankt. Ein paar Subventionen machen die Sache nicht besser.“

Die Vertreter der 20 Clubs zeigten sich schon nach einer Manager-Tagung im November nur gesprächsbereit für den Fall, dass die Zahl der Regionalligen auf vier reduziert wird. Die große Frage bliebe die Zusammensetzung der Staffeln. Die Bayern mit dem mächtigen DFB-Vize Dr. Rainer Koch hängen an ihrer eigenen Liga, und die Zerschlagung der Nordost-Klasse stößt dort auf wenig Gegenliebe.

"Ungerechtigkeiten vorprogrammiert"

Vom Tisch ist vorerst damit auch die zuletzt favorisierte Lösung: ein System mit garantierten Aufsteigern im Westen und Südwesten, während die drei anderen Klassen zwei weitere Neulinge ausspielen. An eine Lösung, mit der jeder leben kann, glaubt Metzelder jedenfalls nicht. „Ungerechtigkeiten sind vorprogrammiert“, sagt er. Positiv bewertet der SCP-Sportchef zumindest die Übereinkunft unter allen Drittligisten. Immerhin.



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