Fr., 15.12.2017

Fußball: 3. Liga Preußen Münsters Spielfeld ist angeschlagen – Spielausfall gegen RW Erfurt

Schnell geklärt: Vor der Gegengerade war das Spielfeld in einem ordentlichen Zustand, Norbert Krevert (2.v.l.) zeigt unter anderem Günter Thewes (3.v.l./Stadt Münster), wo der problematische Bereich liegt. Vor der Haupttribüne sah der Boden deutlich lädierter aus.

Schnell geklärt: Vor der Gegengerade war das Spielfeld in einem ordentlichen Zustand, Norbert Krevert (2.v.l.) zeigt unter anderem Günter Thewes (3.v.l./Stadt Münster), wo der problematische Bereich liegt. Vor der Haupttribüne sah der Boden deutlich lädierter aus. Foto: Alexander Heflik

Münster - 

Auf diesem Untergrund ist kein vernünftiges Spiel möglich. Diese Entscheidung traf am Freitagmorgen eine Platzkommission im Stadion an der Hammer Straße. Das Duell der Preußen gegen RW Erfurt fällt aus.

Von Alexander Heflik

Pünktlich um 10 Uhr traf sich die Platzkommission um Bernd Niewöhner, Vertreter von Preußen Münster, Günter Thewes (Grünflächenamt der Stadt Münster) sowie Norbert Krevert (Vertreter des Fußballkreises) am Eingang zur Haupttribüne des Preußenstadions. Natürlich waren auch Münsters Sportchef Malte Metzelder sowie Platzwart Waldemar Welker vor Ort. Reichte das, was an Bodenqualität vorgefunden wurde, um eine vernünftige Austragung des Punktspiels der 3. Liga zwischen Preußen Münster und RW Erfurt am Samstag um 14 Uhr zu gewährleisten?

Nein, tat es nicht, der Platz wurde für unbespielbar erklärt, eine gute Viertelstunde wurde beraten, alle Möglichkeiten in Betracht gezogen, wie direkte Absage, Vertagung des Entscheids auf Samstag oder Zusage. Letztgenannte Möglichkeit war gleich vom Tisch.

Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Im Rahmenterminkalender des DFB werden der 4. April und der 25. April als Ausweichtermine für Spielausfälle genannt. Aber die Vereine können sich schon untereinander auf einen Wochentermin in Münster einigen. Auch das Spiel des VfL Osnabrück gegen den Karlsruher SC wurde abgesagt. Münsters Rückrundenauftakt findet erst im neuen Jahr statt.

Im Preußenstadion stand das Spielfeld am Donnerstag praktisch noch unter Wasser. Auch der Trainingsplatz mit Naturrasen war unbespielbar. Geübt wurde nur auf dem Kunstrasenfeld. Am Freitag hatte sich die Lage gebessert. Rund zwei Drittel des Spielfeldes im Bereich vor der überdachten Stehtribüne machten einen festen Eindruck. Aber der Bereich vor der Haupttribüne blieb das Sorgenkind. Der Untergrund war schwammig, man sank bei jedem Schritt gleich im Boden ein. Günter Thewes stellte eine „Vernässung und Verdichtung in der Rasentragschicht fest“. Im Prinzip würde von den Spielern, wenn die Bedingungen so blieben, an dieser Stelle der Rasen vertikutiert oder auch umgegraben werden.

Am Samstag wird trainiert

Der Spielausfall kommt für den neuen Trainer Marco Antwerpen nicht überraschend. „Wir müssen das hinnehmen. Für eine Mannschaft, die das Spiel machen will und muss, wäre es sehr schwierig geworden“, sagte der 46 Jahre alte Nachfolger von Benno Möhlmann. Und die Preußen wollten gegen Erfurt das Spiel machen und auf Sieg gehen.

Darum werden die Spieler aber nicht vorzeitig in die Winterpause verabschiedet. Training steht am Samstag an. Am Sonntag wird das Drittliga-Aufgebot dann komplett der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Hiltrup (Beginn 11 Uhr) beiwohnen.

Trainer Antwerpen zieht nach seinem Dienstantritt am Mittwoch ein erstes kleines Fazit: „Alle Spieler sind dabei. Mit Lucas Cueto kommt ein spannender Spieler dazu.“ Auch der Fitnessstand der Mannschaft sei wirklich gut, zuletzt hatte das Team unter dem beurlaubten Benno Möhlmann noch eine Leistungsdiagnostik absolviert.

Und, das ist wohl die wichtigste Erkenntnis von Antwerpen zum Start: „Die Jungs sind sehr aufnahmefähig und machen einen guten Eindruck.“

Verworfen wurde, die Entscheidung auf Samstag zu vertagen. Dann hätte der Schiedsrichter zudem überprüft, ob nicht nur der Rasen zu sehr beschädigt werden würde, sondern inwieweit eine Verletzungsgefahr für die Akteure vorläge und ein vernünftiger Spielablauf gewährleistet wäre.

Für Zuversicht fehlte der nicht prognostizierte Wind, der geholfen hätte, den Rasen weiter zu trocknen. Auch die unsichere Wetterlage und wie viel Regen noch fallen könne, erschwerten die Überlegungen. Würde noch Regen fallen, wäre das Spiel am Samstag sowieso abgesagt worden. Zudem hätte eine Samstags-Absage den Verein finanziell getroffen, weil dann schon die Maschinerie für Catering und Zuschauer-Betreuung voll angelaufen wäre. Ein fünfstelliger Euro-Betrag dürfte sich da schnell ansammeln.

Überhaupt befindet sich der Rasen des Preußenstadions in einem renovierungsbedürftigen Zustand. In der nächsten Woche werden Arbeiten vorgenommen, damit das Spielfeld in der Winterpause bis zur Heimpartie am 26. Januar (Freitag, 19 Uhr) gegen die Würzburger Kickers in einem besseren Zustand ist. Das ist in der Winterzeit, zumal auch Frost eine Rolle spielen kann, eine heikle Aufgabe. Kein leichter Job für Greenkeeper Waldemar Welker.



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