Mi., 31.01.2018

Fußball: 3. Liga Preußen-Gala gegen Erfurt endet mit Beulen und Schmerzen

So sehen Sieger aus: Gleich fünf Mal durften die Preußen am Dienstagabend jubeln – mehr als je zuvor in Liga drei.

So sehen Sieger aus: Gleich fünf Mal durften die Preußen am Dienstagabend jubeln – mehr als je zuvor in Liga drei. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

So locker dieser 5:0-Erfolg gegen RW Erfurt auch aussah – die Preußen mussten schon eine Menge investieren und kamen auch nicht ohne Blessuren aus der Nummer heraus. Der Lieblingsgegner aus Thüringen (nur eine Niederlage in 16 Vergleichen) teilte aus, musste aber auch in Form von Toren einstecken.

Von Thomas Rellmann

Von der Leichtigkeit, mit der die Preußen am Dienstagabend das überforderte Schlusslicht RW Erfurt mit 5:0 (2:0) aus dem Stadion gefegt hatten, war direkt nach dem Abpfiff erst mal wenig zu spüren. Der unermüdliche Tobias Rühle humpelte nach dem mit Rot geahndeten Tritt von Merveille Biankadi mit einem Knöchelverband durch die Katakomben. Und Lion Schweers erinnerte mit seiner dicken Schwellung am Auge an Rocky Balboa nach einem Fight gegen Clubber Lang. Mit der Eistasche an der Braue erklärte der Gebeutelte: „Ich habe erst einen Ellbogen an den Kiefer bekommen, das tat schon ordentlich weh. Und bei der zweiten Aktion bin ich Kopf an Kopf mit Elias Huth zusammengerasselt.“ Auch nach dieser Behandlung ging es aber weiter, der 21-Jährige spielte am Ende als Krönung und Schlusspunkt noch einen Spitzenpass auf Adriano Grimaldi.

Beide, Schweers und Rühle, dürften am Samstag (14 Uhr) beim Tabellen-18. Werder Bremen II, wo der SCP seinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf acht bis zehn Punkte ausbauen und auf Platz 11 im Weserstadion auf Rang zwölf der Tabelle klettern kann, dennoch auflaufen. Keeper Nils Körber muss dagegen drei Wochen zusehen. Zur Pause musste er raus, der Verdacht auf Muskelfaserriss – bereits im Dezember hatte er einen – bestätigte sich am Mittwoch.

Grund zur Sorge hat in Münster deshalb niemand, denn einmal mehr stellte der eingewechselte Max Schulze Niehues unter Beweis, dass er immer verlässlich auftritt. Kurz vor dem Ende verhinderte er gegen Huth das Erfurter Ehrentor. „Natürlich spiele ich gern zu null, zum Glück hatte ich sogar noch die Möglichkeit, mich auszuzeichnen“, sagte er. Tatsächlich wurde der 29-Jährige zum ersten Mal in seiner Laufbahn in einem Pflichtspiel ins kalte Wasser geworfen. Wobei, richtig eisig war das nicht. „Der Zeitpunkt war schon von Vorteil. Ich hatte die Halbzeit, um mich aufzuwärmen, die Konstellation ist in der Vorbereitung auch oft so – und wir haben schon 2:0 geführt.“ Das Geschehen ließ es gleichsam zu, dass der „treue Max“ nach Wiederbeginn ein paar Dehnübungen einstreute.

Hinten also weiter alles im grünen Bereich – und vorn blühen die Preußen allmählich auch auf. Fünf Stürmertore gelangen an diesem Abend – im gesamten Saisonverlauf waren es bis dato lediglich zehn gewesen. Ob die harmlosen Gäste, die personelle Schwierigkeiten hatten und zudem das Auswärtsspiel in Rostock in den Knochen (Trainer Marco Antwerpen: „Das kann uns auch irgendwann treffen“) der passende Gegner waren, um einen neuen Trend zu beschreiben, bleibt abzuwarten. Genau wie die Frage, ob der Coach jetzt seine Idealformation gefunden hat. Auch in seiner dritten Partie baute er das Team dosiert um. Diesmal kam Moritz Heinrich für Ole Kittner rein, was die Abkehr von der Dreierkette zur Folge hatte. „Er hat einfach ganz genau reingepasst“, so Antwerpen, der keinen Hehl daraus macht, sich bei Taktik und Personal immer auch am Kontrahenten zu orientieren. Bisher ist diese Formel zwei Mal, erst gegen Würzburg, nun gegen Erfurt, zu Hause perfekt aufgegangen. Zwei Super-Auftritte der Preußen hintereinander? Das ist wirklich lange her. Und ein dritter könnte ja sogar an der Weser folgen.



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