Do., 21.12.2017

Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften Feuertaufe für Hallensprecher Christian Wielers

Aus der zweiten Reihe nach vorn: Christian Wielers (2.v.r.) hat das Amt des Hallensprechers von der „Legende“ Helmut Ossenbeck (2.v.l.) übernommen.

Aus der zweiten Reihe nach vorn: Christian Wielers (2. v. r.) hat das Amt des Hallensprechers von der „Legende“ Helmut Ossenbeck (2. v. l.) übernommen. Foto: fotoideen.com

Münster - 

Die Stimme der Hallen-Stadtmeisterschaften ist Geschichte. Helmut Ossenbeck hat 2016 nach 40 Jahren seinen Abschied verkündet. Sein Nachfolger: Christian Wielers. Der Abteilungsleiter des 1. FC Gievenbeck darf am Dienstag erstmals ans Mikro.

Von André Fischer

Dieser Mann hat nur ein Jahr aktiv Fußball gespielt. Meist als Vorstopper in der zweiten A-Junioren-Vertretung bei Westfalia Kinderhaus. Knallhart – aber wenig filigran. „Auf dem Feld zu stehen, das war nicht unbedingt meins“, gibt Christian Wielers, mittlerweile 52 Jahre alt, zu. Ein Händchen hatte er vielmehr dafür, Jugendmannschaften in die Erfolgsspur zu bringen – abseits des Rasens, als Trainer. Heute ist er Abteilungsleiter beim 1. FC Gievenbeck und ab Dienstag erstmals die Stimme bei den traditionellen Hallen-Stadtmeisterschaften in der Sporthalle am Berg Fidel. Mit Wielers hat sich Redaktionsmitglied André Fischer unterhalten.

Herr Wielers, am zweiten Weihnachtstag haben Sie Ihre Feuertaufe. Schon beim Friseur gewesen?

Wielers: (lacht) Ja, dieser Besuch blieb mir in der Tat nicht erspart. Letzte Woche war ich da, seit vier Monaten zum ersten Mal wieder. Das mache ich jedes Mal vor unserer Weihnachtsfeier, fast schon ein Ritual.

Hergerichtet sind Sie also für den fünftägigen Marathon. Ist auch alles angerichtet? Oder macht sich bei Ihnen jetzt doch die Nervosität breit?

Wielers: Überhaupt nicht. Noch bin ich ganz cool, weil alles auf den Weg gebracht ist. Aber wenn erst mal ein paar Tausend Leute in der Halle sitzen, dann könnte es schon sein, dass mir etwas mulmig wird. Aber die Rolle am Mikro ist nicht ganz neu für mich. Es wird sich alles einspielen.

Haben Sie sich ihre Sprüche oder Gags schon rausgelegt?

Wielers: Nein, das muss alles aus dem Bauch heraus kommen. Ich bin eher der spontane Typ und sage, was ich denke. Das ist allemal authentischer, als etwas abzulesen.

Helmut Ossenbeck hat den Job 40 Jahre lang gemacht. Werden Sie sich im Vorfeld noch den einen oder anderen Rat von ihm einholen?

Wielers: Die Stadtmeisterschaften sind Helmuts Baby. Er war omnipräsent. Wir alle werden versuchen, das Event in seinem Sinne weiterzuführen. Und natürlich bin ich froh, dass er uns auch in Zukunft zur Seite steht. Ich brauche ihn. Für mich ist es eine Ehre, dieses Amt jetzt ausüben zu dürfen.

Sie selbst bringen auch über 30 Jahre Stadtmeisterschafts-Erfahrung mit. Was sind Ihre persönlichen Highlights?

Wielers: Wissen Sie, ich habe jeweils zweimal mit der Kinderhauser und Gievenbecker B-Jugend als Trainer den Titel feiern dürfen. So etwas vergisst du nicht. Wenn in der Halle vor den Finalspielen das Licht aus- und der Spot angeht, dann ist das Gänsehaut pur. Die Jungs sprechen da Jahre später noch von.

Um so erstaunlicher, dass der Fußball an sich Sie ganz früher überhaupt nicht gepackt hat.

Wielers: Das stimmt, obwohl bei uns daheim immer die Sportschau rauf und runter lief. Mein Vater war ein großer Fußballfan. Für mich war das eine ganz harte Zeit, weil ich immer Bonanza schauen wollte. Da wir nur einen Fernseher hatten, war Ärger programmiert. Ich bin dann immer zur Omi geflüchtet, um die neuen Abenteuer von Ben Cartwright und Co. sehen zu können.

Und wer war schuld, dass das Fußballfieber Sie denn doch erfasst hat?

Wielers: Mein Vater. Der hat mich immer zu den Stadtmeisterschaften mitgeschleppt. Damals noch in der Halle Münsterland. Ich habe noch Uwe Leifeld als A-Junior spielen sehen. Das alles hat mich begeistert – ich bin damals auf den Geschmack gekommen.



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