Do., 28.12.2017

Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften Schiedsrichter Hagemann: „Wir feiern natürlich mit“

Der Mann weiß, wo’s langgeht: Kreisschiedsrichter-Obmann Philipp Hagemann ist bei den Stadtmeisterschaften selbst im Einsatz.  

Der Mann weiß, wo’s langgeht: Kreisschiedsrichter-Obmann Philipp Hagemann ist bei den Stadtmeisterschaften selbst im Einsatz.   Foto: fotoideen.com

Münster - 

Das Zusammenspiel zwischen Unparteiischen und Spielern funktioniert bislang auffällig gut bei den Hallen-Stadtmeisterschaften in Münster. Das ist keine Ausnahme, doch Philipp Hagemann  - der Vorsitzende des Kreisschiedsrichter-Ausschusses - erklärt im Interview plausibel die Gründe dafür.

Von Jürgen Beckgerd

Fairness auf dem Hallenparkett sollte bei den „Stadtis“ erste Bürgerpflicht sein. Kreisschiedsrichter-Obmann Philipp Hagemann, auch selbst im Einsatz, erklärt die besondere Rolle der Unparteiischen bei den Titelkämpfen am Berg Fidel.

Muskelkater? Sie waren am Mittwoch in der Halle im Einsatz, da geht’s anders zur Sache als auf dem Rasen, oder?

Hagemann: Gute Frage. Aber der Muskelkater hält sich in Grenzen. Wir wollten ja unser Lauf- und Stellungsspiel verbessern.

Der Kreisvorsitzende Norbert Reisener hatte in seinem „Brandbrief“ auf die Verrohung in den unteren Spielklassen hingewiesen. bei den „Stadtis“ gab es bislang ein einziges Mal Rot in 48 Spielen (Handspiel auf der Linie). Was läuft denn da richtig?

Hagemann: Wir bereiten unsere Schiedsrichter ex­trem gut vor auf die Hallenspiele, zum Beispiel mit Sonderschulungen außerhalb der normalen Lehrabende. Wir Schiedsrichter kennen uns und auch die Spieler gut. Wir respektieren uns gegenseitig.

Wurden die Referees denn in diesem Jahr wirklich auf die Spiele in der Halle speziell vorbereitet?

Hagemann: Klar. Vornehmlich bei den großen Turnieren, wie etwa dem Ausber-Cup in Alverskirchen und dem LEG-Cup in Nienberge.

Wer muss pfeifen, wer darf nicht – und wie viele Unparteiische sind insgesamt noch bis Samstag im Einsatz?

Hagemann: Bei den Senioren kommen ausschließlich die überkreislich pfeifenden Schiedsrichter zum Einsatz, also Bezirksliga bis Oberliga. Da schicken wir unsere Spitzenkräfte hin – jeder kommt auf zwei Einsätze. Bei den Junioren-Stadtmeisterschaften kommen auch die zum Einsatz, die auf Kreisebene pfeifen.

Um wie viel höher sind die Anforderungen an die Unparteiischen unter dem Dach gegenüber den Spielen draußen?

Hagemann: Die größte Beanspruchung in der Halle liegt sicherlich in der hohen Konzentration. Das Spiel ist viel intensiver, die Zweikämpfe häufiger. Dafür ist unsere Laufleistung aber geringer (schmunzelt).

Wie hoch ist eigentlich der Frauenanteil in Ihrer Zunft im Kreis?

Hagemann: (überlegt) Wir haben momentan rund 300 Schiedsrichter, davon sind zwei Prozent Frauen, also sechs.

Und warum gibt es dann keine Schiedsrichterin in der Halle?

Hagemann: Gibt es doch! An diesem Freitag pfeift Vanessa Arlt . . .

. . . Sie wissen, dass die Sportbeobachter dann eine Geschichte mehr zu schreiben hätten. Sie sorgen also sozusagen für eine Bibiana Steinhaus in der Halle Berg Fidel . . .

Hagemann: Genau. Wir haben auch unsere Bibi. Im Ernst: Vanessa Arlt ist unser Aushängeschild. Sie pfeift bereits bis zur Westfalenliga, im Sommer dann vielleicht schon in der Oberliga der Männer.

Etwas Persönliches: Die Fußballer feiern nach den Finalspielen in der Halle. Und die Schiedsrichter?

Hagemann: Wir feiern natürlich mit! Wir haben auch Musik und etwas Bier in unserer Kabine. Und immer mal wieder kommen Spieler vorbei und wir feiern zusammen.



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