Fr., 29.12.2017

Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften Neuer Spielball: Erst gefürchtet, jetzt geschätzt

Das neue Objekt: Anfangs mit großer Skepsis bedacht, sorgt die Einführung des Futsalballs für breite Zustimmung bei den Aktiven.

Das neue Objekt: Anfangs mit großer Skepsis bedacht, sorgt die Einführung des Futsalballs für breite Zustimmung bei den Aktiven. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Der Futsalball feiert bei den Stadtis 2017 in der Halle Berg Fidel seine Premiere. Die anfängliche Skepsis ist gewichen – die Neuerung bekommt Lob von allen Seiten.

Von Thomas Austermann

Lange war dieser Ball tabu in Berg Fidel. Die Änderung hin zum weniger stark aufgepumpten und sprungreduzierten sowie kleineren Spielgerät scheuten die Macher im 1. FC Gievenbeck konsequent, weil sie negative Einflüsse auf den grundsätzlichen Charakter dieser traditionellen Spiele befürchteten. „Meine große Skepsis“, sagt Helmut Ossenbeck als der langjährige Macher und Sprecher der Stadtmeisterschaften ehrlich, „hat sich nicht bestätigt. Und bisher fallen auch mehr Tore.“

Wie Ossenbeck, der sich als Zuschauer deutlich entspannter als einst den Partien zuwenden kann, sieht auch Trainer Roland Böckmann vom FC Münster 05 deutliche Vorteile, weil der in diesem Fall italienische Futsalball bewegt wird. „Die Nettospielzeit ist deutlich höher, die übliche Hektik entfällt fast völlig“, urteilt der langjährige Insider. Und ist auch mit dieser Wertung nicht allein auf weiter Flur: „Der Ball bevorteilt die ohnehin schon technisch versierten Spieler. Die Favoriten haben eben die Typen, die den Ball länger und sauberer laufen lassen. Dass die Außenseiter noch schlechtere Chancen auf eine Sensation haben, kann man vielleicht bedauern.“

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Ihn entschädigt aber ein neuer Genuss. „Einen Christian Keil an diesem Ball zu erleben, ist doch für den Sportliebhaber eine einzige Augenweide“, beschreibt Böckmann den fähigen Gievenbecker Leistungsträger.

Neuer Ball macht Spiel interessanter

TuS Hiltrups Techniker Michael Fromme gibt offen zu, den neuen Ball anfangs schief angeguckt zu haben. „Ich hab es mir schwerer vorgestellt, das muss ich ehrlich sagen. Das Schießen mit der Asse ist schwieriger, aber der Ball ist viel länger unterwegs. Weil er eben nicht so oft über die Banden fliegt, dauert jede Partie länger und ist damit auch interessanter für die Zuschauer.“

Preußen-Torwart Stephan Tantow, auch ein Experte in Sachen „Stadtis“, hat sich einmal überraschen lassen vom kleinen Futsalball. Und ein Tor kassiert. „Das Ding rutscht einem schneller durch die Hände, darauf muss sich ein Keeper erst einmal einstellen.“ Der Könner und seine Kollegen hatten keine Zeit, sich etwa im Training mit der Umstellung aktiv zu befassen.

Erstmals kamen die Preußen beim Ausber-Cup in Everswinkel mit dem Runden in Kontakt. Der Turniersieg belegte, wie blitzschnell sich die Gruppe umstellen konnte. Tantow sieht beim Spielaufbau „keine großen Unterschiede“, muss aber auf härter ausgeführte Pässe achten. „Sonst kommt der Ball nicht an“, hat er erfahren. Und auch gelernt, die andere Flugkurve einzuschätzen.

Interview mit Schiedsrichter Moritz Ludorf

War der Ball-Wechsel auch ein Thema für die hier eingesetzten Schiedsrichter?

Moritz Ludorf, Spielleiter aus dem SC Münster 08: Nein, damit mussten wir uns nicht beschäftigen. Diese Neuerung ist ja im Vergleich zu den Vorjahren die einzige Änderung.

Wie verändert sich das sich das Spiel aus Ihrer ­Sicht?

Ludorf: Der Ball ist viel flacher unterwegs und länger im Spiel, das insgesamt schneller wird.

Was sagt der ehemalige Fußballer?

Ludorf: Ich war ja wie so viele sehr skeptisch. Aber jetzt muss sich sagen, dass es keine großen Unterschiede gibt.



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