Sa., 30.12.2017

Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften Borussia düpiert Hiltrup - Roxel und Mecklenbeck unter Pfiffen ins Halbfinale

Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften: Borussia düpiert Hiltrup - Roxel und Mecklenbeck unter Pfiffen ins Halbfinale

Szene aus der Endrunden-Partie Preußen Münster 2 gegen Borussia Münster. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Die beiden Endrundengruppen am Samstag brachten wieder zahlreiche Tore und ansehnliche Spiele. Während der BSV Roxel und Wacker Mecklenbeck sich im direkten Duell beide ins Halbfinale schlichen, folgte Borussia Münster mit einer Top-Leistung gegen den TuS Hiltrup Preußen Münster II in die Runde der letzten vier.

Von Thomas Rellmann und André Fischer

(Stand: 18.40 Uhr) In den Halbfinals stehen sich damit erst Wacker und Borussia gegenüber, womit schon sicher ist, dass ein Kreisligist ins Endspiel kommt, und dann im Westfalenliga-Duell Preußen II und Roxel. Die Adlerträger sind spätestens mit dem Aus von Titelverteidiger TuS der ganz große Favorit.

Vollgas von Anfang an war gefordert, ein Aussetzer lässt sich bei der geballten Qualität einfach nicht so schnell korrigieren. Das ausverkaufte Haus ist fast schon eine Selbstverständlichkeit. Und in der Endrunde geht es dann auch über satte 14 Minuten pro Partie.

Kein einziger Bezirksligist hatte sich für den letzten Akt des Turniers qualifiziert. Dafür aber vier Kreisligisten. Drei davon trafen in der Gruppe 1 aufeinander, die Wacker Mecklenbeck und der absolute Underdog TSV Handorf (B-Liga), dessen Coach Nicolas Hendricks also gleich seinem Heimatclub begegnete, mit einem 1:1 eröffneten.

Fotostrecke: Hallenfußball-Stadtmeisterschaften in Münster: Finaltag

Durch das folgende 0:0 zwischen GW Gelmer und dem Westfalenligisten BSV Roxel, das zwar keine Tore, aber durchaus hochwertige Szenen bot, war eigentlich lange Spannung vorprogrammiert. In einem gutklassigen Duell gegen die Grün-Weißen, die nie ganz locker ließen, verschaffte sich Wacker durch das 5:2 eine super Ausgangslage. Weil anschließend die Kleeblätter den TSV mit 2:1 schlugen, ergab sich die unglückliche Konstellation, dass sich die beiden Sieger in ihrem dritten Spiel mit einem Remis jeweils ins Halbfinale schieben konnten.

„Wenn es am Ende wirklich unentschieden steht, dann passiert das aus Versehen“, sagte Hendricks vorher. Sein bester Kumpel, Wacker-Coach Tristan Zellner, hasse solche Absprachen sowieso.

Verlauf der Endrunde

Hier der Liveticker zum Finaltag.

Doch dann endete das Spiel der beiden Westclubs tatsächlich 0:0. Einen Nichtangriffspakt wollte nicht jeder unterstellen, und der BSV suchte auch immer mal wieder den Abschluss, doch natürlich scheuten die Kontrahenten das letzte Risiko und ernteten dafür reichlich Pfiffe von den Rängen. Das anschließende 3:2 der Handorfer gegen GWG war somit bedeutungslos. Beide waren draußen.

Letzte Körner fehlten...

Gelmers Coach Simo Sroub wollte dennoch nicht schimpfen: „Wir haben uns hier gut präsentiert, gegen Wacker, das gar nicht zu stark war, aber ein paar Fehler zu viel gemacht. Ich hatte gehofft, dass wir uns erneut steigern.“ Doch nach dem Kraftakt am Tag zuvor fehlten wohl die letzten Körner.

Richtig Pfeffer drin war in Gruppe 2. Immerhin begegneten sich dort mit dem TuS Hiltrup und der Preußen-Reserve, mit neun Titeln Rekordgewinner, zwei Westfalenligisten. Nicht minder erfolgreich unter dem Hallendach: der SC Münster 08, acht Mal ganz oben. Da blieb dem A-Ligisten Borussia Münster allein die Außenseiterrolle in einem elitären Feld.

Den Auftakt machten der TuS und die Preußen – gleich sieben Mal rappelte es da im Karton. Das ist Budenzauber, wie ihn das Publikum liebt. Der SCP drehte die Partie nach zweimaligem Rückstand, führte unmittelbar vor dem Ende mit 4:2, als Manuel Beyer sechs Sekunden vor Ultimo doch noch verkürzte – zu spät. Das Ding war gelaufen.

Außenseiter sorgt für Überraschung

Für die erste Überraschung sorgte im Anschluss die Borussia, die Nullacht mit 2:1 distanzierte. Der A-Ligist spielte das ganz ansehnlich runter. Tormann Alexander Wirtz hatte die Ruhe weg. Er spielte minutenlang mit offenem Schnürsenkel, ehe ihm Julian Fuhrmann, Torschütze zum entscheidenden zweiten Treffer, zur Seite sprang und wieder sicheren Halt gab. Der Landesligist fand keinen Weg ins Tor, erst 14 Sekunden vor Schluss stocherte Henning Dirks das Leder irgendwie über die Torlinie.

Damit lastete bereits vor dem Match gegen Hiltrup eine Menge Druck auf der Truppe von Coach Mirsad Celebic. Der wurde nicht weniger, als Michael Fromme einen Doppelpack schnürte. Verzweifelt versuchten sich Timo Twachtmann und Co. gegen das drohende Aus zu wehren – vergebens. „Das ist ganz bitter, wir haben es nicht geschafft, das Maximale auf die Platte zu bringen. Wenn du hier ins Finale willst, muss du alle schlagen. Es war nicht unser Tag“, resümierte Twachtmann. Die Enttäuschung, sie war groß.

Besser machten es die Adlerträger, die im Duell mit Borussia klar mit 6:2 die Nase vorn hatten. Nils Burchardt traf unter anderem zum 4:1. Es war der 400. Treffer des Turniers, der mit 50 Litern Bier belohnt wurde. Damit hatten die Preußen ihr Ticket für das Halbfinale sicher.

Underdog legt vor

Wer wird dem SCP folgen? Das war die Frage vor dem mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen von Borussia und dem TuS. Dem Favoriten hätte bereits aufgrund der besseren Tordifferenz eine Punkteteilung genügt, der A-Ligist benötigte den Dreier unbedingt – und hatte das Publikum auf seiner Seite.

„Das ist doch immer das gleiche“, so TuS-Kicker Maddente, der kurz vor dem Ende zum Helden hätte werden können. Doch sein Schuss beim Spielstand von 3:4 aus Sicht des TuS ging knapp am Gehäuse der Borussia vorbei. Es war der Abschluss einer Partie, die es in sich hatte. Der Underdog führte bereits völlig überraschend mit 4:1, ehe Jonas Wiethölter und Beyer mit ihren beiden Treffern nochmals die Hoffnung auf das Halbfinale schürten.

Mit Glück, Geschick und viel Kampf verteidigte die Borussia den Vorsprung und war plötzlich unter den besten vier Teams des Turniers. „Das ist blöd gelaufen. Wir kriegen ganz dumme Tore. Aber so ist das, da wachsen die Kleinen über sich hinaus“, konstatierte Maddente unmittelbar nach der Partie – enttäuscht.

Das Duell zum Ausklang der Endrunde zwischen Preußen und Nullacht hatte nicht mehr die ganz große Bedeutung. Einzig: der gescheiterte Landesligist wollte sich mit Anstand verabschieden – was gelang. Die jungen Wilden von Mirsad Celebic brachten dem SCP mit 3:2 sogar die erste Turnierniederlage bei.



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