Do., 10.08.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga Orthmann verlässt den USC Münster

Ab nach Italien: Hanna Orthmann reagierte auf ein Angebot aus Monza und bat den USC-Vorstand um Vertragsauflösung.

Ab nach Italien: Hanna Orthmann reagierte auf ein Angebot aus Monza und bat den USC-Vorstand um Vertragsauflösung. Foto: imago

Münster - 

Das ist eine Überraschung – und ein herber Verlust für die Volleyballerinnen des USC Münster: Hanna Orthmann bat den Club um Auflösung ihres bis Juni 2018 datierten Kontraktes und wechselt ins italienische Monza.

Von Wilfried Sprenger

Das kommt unerwartet: Hanna Orthmann, ein westfälisches Gesicht im Erstliga-Kader des USC Münster, verlässt den Volleyball-Bundesligisten. Die 18-jährige Angreiferin wechselt mit sofortiger Wirkung und auf eigenen Wunsch zum italienischen Erstligisten Victoria Monza. Der Club aus der Lombardei zahlt nach Informationen dieser Zeitung etwa 20 000 Euro Ablöse für die achtfache Nationalspielerin, die vertraglich bis Juni 2018 an den USC gebunden war. In einer Stellungnahme schrieb der Club, dass er der Athletin angesichts „des Angebots aus einer der stärksten Ligen der Welt keine Steine in den Weg legen“ wollte.

Der Transfer trifft die Unabhängigen zehn Tage nach Aufnahme der Vorbereitung auf die im Oktober beginnende Saison. Trainer Teun Buijs und Sportleiter Axel Büring hoffen, die vakante Position im Angriff, zeitnah schließen zu können. Angeb­lich sind Verhandlungen mit einer erfahrenen Kroatin bereits fortgeschritten.

Kommentar

Louisa Lippmann, Wiebke Silge, Irina Kemmsies, Sina Fuchs, Leonie Schwertmann, Hanna Orthmann. Der USC Münster hat in den vergangenen drei Jahren sechs Spielerinnen aus dem eigenen Stall verloren. Das ist ein Spitzenwert, leider kein vorzeigbarer. Auch für den besten Ausbildungsverein gibt es noch immer keine Pokale und Preise. Anstelle des USC profitieren andere Clubs von der belegbar guten Nachwuchsarbeit am westfälischen (Bundes-)Stützpunkt. Die Unabhängigen drehen sich derweil im Kreis und stopfen die Löcher, so gut es eben geht. Tatsächlich geht es nicht immer gut, weil es nach verschwenderischen Zeiten am finanziellen Potenzial fehlt. Der USC ist auf gute Nachwuchsarbeit angewiesen. In der Hoffnung, dass er auch einmal die Früchte tragen darf.

Hanna Orthmann, die sich bereits von der Mannschaft verabschiedet hat, kam 2014 vom Partnerverein Union Lüdinghausen an den Bundesstützpunkt Münster. Im Januar 2016 berief der damalige Coach Andreas Vollmer die 1,88 Meter große Spielerin dauerhaft in den Erstliga-Kader. In der Saison 2016/2017 setzte Vollmer sie auf der Außenposition und in der Annahme ein. Orthmanns Leistungen schwankten, nicht ungewöhnlich bei einer sehr jungen Spielerin im Oberhaus der Bundesliga. Ines Bathen, die langjährige Leistungsträgerin im USC-Team, erfuhr kurz nach der Rückkehr aus dem Urlaub vom Abschied Orthmanns. „Das ist ein Verlust für uns und eine Chance für Hanna. Ich wünsche ihr Glück. Sollte sie sich nicht durchsetzen können, hätte sie zumindest eine wertvolle Erfahrung gemacht.“



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