Di., 22.08.2017

Volleyball Axel Büring im Interview: „Stehe im Wort und gebe Vollgas“

Sportlicher Leiter, Beach-Trainer und Coach von zwei Teams: Axel Büring, hier im Gespräch mit USC-Cheftrainer Teun Buijs (l.), ist vielfältig beschäftigt.

Sportlicher Leiter, Beach-Trainer und Coach von zwei Teams: Axel Büring, hier im Gespräch mit USC-Cheftrainer Teun Buijs (l.), ist vielfältig beschäftigt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Sportlicher Leiter beim Bundesligisten USC Münster, dazu Trainer des Herren-Drittligisten TSC Münster-Gievenbeck und der Regionalliga-Frauen der Unabhängigen – und nicht zu vergessen die Arbeit mit dem Beach-Duo Bennet und David Poniewaz. Axel Büring hat eine Menge zu tun...

Im Frühjahr 2015 verkündete der USC Münster, den Vertrag mit Axel Büring nicht zu verlängern. Es muss ein Schlag für den Trainer gewesen sein, der die Bundesligamannschaft der Unabhängigen zwei Jahrzehnte lang betreut hatte. Vergeblich kümmerte sich der jetzt 50-Jährige um ein neues Engagement. Es war eine schwierige Zeit für ihn. Inzwischen hat er sich neu orientiert und manchmal sogar den Wunsch, dass der Tag mehr als 24 Stunden hätte. Unser Redaktionsmitglied Wilfried Sprenger sprach mit Axel Büring.

Nach der Trennung vom USC und Ihrer Klage auf Abfindung vor dem Arbeitsgericht haben viele gedacht, es gebe kein Mitein­ander mehr zwischen Ihnen und dem Verein. Jetzt sind Sie bald auch offiziell Sportlicher Leiter und kümmern sich zudem um die Regionalligamannschaft ...

Axel Büring: Zunächst: Es gab keinen Termin vor dem Arbeitsgericht, wir haben uns vorher geeinigt.

Dennoch kam Ihre Rückkehr zum USC überraschend ...

Büring: Im vergangenen Jahr hätte ich das sicherlich nicht gemacht. Da brauchte ich noch Abstand. Jetzt war die Zeit reif. Ich bin nicht nachtragend, es ist ja nichts hängen geblieben, beim USC war Not am Mann und der Verein ist für mich wirklich Herzensangelegenheit.

Not am Mann – klingt ein bisschen wie Notnagel ...

Büring: Das hört sich vielleicht so an, stimmt aber nicht. Meine Arbeit ist sehr interessant und spannend. Als Sportlicher Leiter bin ich nahe an der Bundesliga. Und als Trainer der Regionalligamannschaft kümmere ich mich um viele junge Spielerinnen. Diese Arbeit ist im USC zuletzt ein bisschen vernachlässigt worden. Das wollen wir ändern und wieder selbst Talente entwickeln. Da bin ich sehr gerne dabei.

Sie trainieren ja auch noch die Drittliga-Männer des TSC Gievenbeck und die Beachvolleyballer David und Bennet Poniewaz. Dazu geben Sie Lehrgänge. Haben Sie nicht Angst, sich zu verzetteln?

Büring: Das ist nicht immer einfach, aber ich denke, ich habe die Dinge im Griff. Am Anfang meiner Neuorientierung habe ich alles angenommen, was mir angeboten wurde. Da bestand tatsächlich die Gefahr der Verzettelung. Jetzt nicht mehr. Ich mache, was möglich ist. Alle Beteiligten wissen, wo meine Prioritäten liegen. In der Halle geht der TSC vor.

Und die Bundesliga reizt Sie als Trainer nicht mehr?

Büring: Doch, die Tür ist ja nicht zu. Aber alles hat seine Zeit. Aktuell habe ich mich anderen Aufgaben verschrieben. Da stehe ich im Wort und gebe Vollgas. Was nach März 2018 ist, kann ich nicht sagen. Dann kann ein Bundesligist gern bei mir anklopfen.

Es gibt Agenten, die auch Trainer vermitteln ...

Büring: Den brauche ich nicht. In Deutschland ist die Szene überschaubar und sehr seriös. Und wer mich erreichen will, weiß, wie das geht.

Möglicherweise würde sich auch eine Anstellung im Ausland anbieten ...

Büring: Klar, ich würde mir ein Angebot anhören und prüfen. Fakt ist, dass ich gerade gut versorgt bin, attraktive Aufgaben habe und meine Familie definitiv nicht dauerhaft verlassen würde.



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