Di., 29.08.2017

Volleyball: Bundesliga Beim USC Münster macht sich Aufbruchstimmung breit

Ein neues Präsidiumsmitglied durfte USC-Präsident Jörg Adler (r.) am Dienstag bei der Mitgliederversammlung begrüßen. Axel Büring wurde einstimmig zum Vizepräsidenten Sport gewählt und tritt so Nachfolge von Prof. Karen Zentgraf an.

Ein neues Präsidiumsmitglied durfte USC-Präsident Jörg Adler (r.) am Dienstag bei der Mitgliederversammlung begrüßen. Axel Büring wurde einstimmig zum Vizepräsidenten Sport gewählt und tritt so Nachfolge von Prof. Karen Zentgraf an. Foto: Henner Henning

Münster - 

Der USC Münster beendet das Geschäftsjahr zwar mit einem leichten Minus, senkt aber die Verbindlichkeiten insgesamt. Das war die gute Nachricht bei der Mitgliederversammlung des Bundesliga-Clubs. Die zweite: Der ehemalige und langjährige Trainer Axel Büring erhielt in neuer Funktion das einstimmige Votum der Versammlung – in neuer Funktion.

Von Henner Henning

Vor einem Jahr war bei der Mitgliederversammlung des USC Münster mächtig Feuer unter dem Dach. Da war der geräuschvolle Abgang der beiden Vizepräsidenten Jürgen Schulz (Sport) und Jürgen Aigner (Spielbetrieb), da war das schlechte Wiederwahl-Ergebnis von Präsident Jörg Adler (36 von 64 Stimmen) – und da waren die Verbindlichkeiten, die sich auf 718 000 Euro angehäuft hatten. Zwölf Monate später ist der große Brand weitest­gehend gelöscht, die Glut aber glimmt immer noch. Denn finanziell geht es dem Volleyball-Bundesligisten weiter schlecht, auch wenn die Verbindlichkeiten zum 30. Juni auf exakt 684 867,43 Euro gesunken sind.

Das ist die gute Nachricht, die Martin Gesigora am Dienstagabend bei der Mitgliederversammlung verkündete – um dann getreu seiner Art zu relativieren. „Eigentlich wollten wir ein bisschen mehr sparen. Das Klassenziel haben wir nicht ganz erreicht“, sagte der Vizepräsident Finanzen, fügte dann aber optimistisch hinzu: „Ins­gesamt sind wir jedoch zufrieden. Ich sehe uns auf einem guten Weg.“

End­gültig auf diesen zurück­kehren sollen die Unabhängigen dank eines klaren Sparkurses, der besonders den sportlichen Bereich trifft. Gab der Verein in der Saison 2016/17, dem zweiten Jahr von Adlers Amtszeit, noch 615 000 Euro für Trainer Andreas Vollmer, seine Assistenten und seine Spielerinnen aus, sinken die Gehälter in der kommenden Saison nach Plan auf 455 000 Euro. Die gesamten Personalkosten sollen sich zudem von 857 913 Euro auf 680 000 Euro verringern. Ein stattlicher Betrag, den der Verein da anpeilt und der endlich wieder zu einem positiven Ergebnis führen soll. Schließlich beendete der Club auch dieses Geschäftsjahr mit einem leichten Minus. 1,328 Millionen Euro nahm der USC ein, demgegenüber steht ein Betriebsaufwand von 1,355 Millionen. Dass die Verbindlichkeiten dennoch sanken, liegt an den passiven Rechnungsabgrenzungsposten (Zahlungen für Leistungen, die der Verein erst im nächsten Geschäftsjahr erbringen muss). Diese sind deutlich niedriger als im Vorjahr. „Im Bereich der Personalkosten sind wir auf die Bremse getreten und sind überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. Wir sind den Sparkurs gemeinsam gegangen und werden ihn auch fortsetzen“, meinte Gesigora.

Für die kommende Geschäftsperiode plant der neunmalige Deutsche Meister mit Einnahmen in Höhe von 1,234 Millionen und mit Ausgaben in Höhe von 1,168 Millionen. Abzüglich der Zinsen und ähnlichen Aufwendungen bliebe – läuft alles wie gewünscht – dem USC ein Gewinn von knapp 60 000 Euro. „Ich bin mir sicher, dass wir ein positives Ergebnis erreichen werden“, sagte Gesigora.

Seine Aussage passte zu dem Abend im Hause des Hauptsponsors LVM, an dem so etwas wie Aufbruchstimmung herrschte. Die verbreitete nicht nur die nahezu neu formierte Mannschaft, die sich kurzweilig und launisch den Mitgliedern und Gästen vorstellte. „Es geht voran“, sagte Präsident mit Jörg Adler mit Blick auf die gesamte Gemengelage beim USC, dessen Vorstand nun wieder komplett ist. Nach dem beruflich bedingten Ausscheiden von Prof. Karen Zentgraf rückte Axel Büring als ihr Nachfolger auf den Posten des Vizepräsidenten, vor seiner einstimmigen Wahl von den 45 Stimmberechtigten war der Sportliche Leiter als Beisitzer aktiv. „Ich bin seit 40 Jahren Vereinsmitglied und habe dem Verein viel zu verdanken. Daher war ich ohne Bedenkzeit bereit, dem USC zu helfen“, erklärte der frühere Coach des Bundesliga-Teams.

Auch seine Hilfe wird nötig sein, um die Unabhängigen langfristig wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen. Die ersten Schritte scheinen gemacht, doch es wartet noch viel Arbeit auf den USC-Vorstand.



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