Fr., 22.09.2017

Video I Volleyball: Bundesliga USC-Trainer Teun Buijs: „Wir wollen begeistern“

Geduldig, fokussiert und konzentriert arbeitet Teun Buijs mit dem USC Münster auf den Bundesliga-Start am 15. Oktober hin. Seine Schützlinge sieht der Niederländer auf einem guten Weg: „Momentan entwickeln wir uns Schritt für Schritt, steigern unser Niveau Tag für Tag.“

Geduldig, fokussiert und konzentriert arbeitet Teun Buijs mit dem USC Münster auf den Bundesliga-Start am 15. Oktober hin. Seine Schützlinge sieht der Niederländer auf einem guten Weg: „Momentan entwickeln wir uns Schritt für Schritt, steigern unser Niveau Tag für Tag.“ Foto: Gunnar A. Pier

Münster - 

Teun Buijs ist weit herumgekommen in seinem Volleyball-Leben. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete er als Coach in der Schweiz, in Deutschland, in Polen und in Aserbaidschan. Nun, nachdem er zwei Jahre etwas kürzergetreten hatte, ist er neuer Coach beim Bundesligisten USC Münster – und will mit seinem Team die Halle Berg Fidel wieder füllen.

Unsere Mitarbeiter Wilfried Sprenger, Thomas Austermann und Henner Henning sprachen mit Buijs über seine bisherigen Stationen, seine Ziele für die kommende Saison, die umformierte Mannschaft des USC und die „neue“ Ines Bathen.

In drei Wochen beginnt die Saison mit einem Heimspiel gegen SW Erfurt. Wie ist der Stand der Vorbereitung aktuell?

Buijs: Wir sind alle sehr gespannt auf den Start. Momentan entwickeln wir uns Schritt für Schritt, steigern unser Niveau Tag für Tag. Wichtig werden für uns noch die beiden Turniere in Paris und in Jestetten, wo wir auf stärkere Gegner als bislang in der Vorbereitung treffen. Entscheidend ist, wo wir dann am Ende der Saison stehen.

Bis auf Ines Bathen und Juliane Langgemach sind alle Spielerinnen neu am Berg Fidel. Erschwert das Ihre Aufgabe?

Buijs: Das ist nicht negativ für mich und auch kein Problem. Die einzige Überraschung war, dass Hanna Orthmann uns kurzfristig verlassen hat. Als ich im Urlaub in Schottland war, bekam ich ihren Anruf. Da hatte sie das Angebot aus Italien schon im Kopf, das konnte man nicht mehr ändern. Aber zum Glück ist Ivana Vanjak zu uns gekommen. Sie ist eine sehr gute Athletin, spielt intelligent und ist ein vergleichbarer Typ wie Hanna. Meine Aufgabe als Coach ist es nun, die Mannschaft zu formen und zusammenzubringen.

Wie gut kennen Sie die Bundesliga?

Buijs: Ich kenne sie aus meiner Schweriner Zeit, kenne noch einige Trainer. In der vergangenen Saison habe ich zudem einige Partien im Internet gesehen. In der Bundesliga spielen immer noch viele junge Spielerinnen aus Holland, den USA, Serbien und vielen anderen Nationen, die sich hier entwickeln und dann weiterziehen. Für die Coaches gilt es, das Bestmögliche herauszuholen.

Was ist denn das Beste, was Sie mit den USC herausholen können und wollen?

Buijs: Ein Ziel ist es, guten Volleyball zu spielen und damit das Publikum in die Halle zu holen. Wir wollen begeistern. Das geht über unser Auftreten und über Erfolg. Zum Ende der Saison müssen wir unser bestes Volleyball spielen, wenn es in die Playoffs geht. Das Halbfinale wäre schön, auch das Finale. Und der Pokal ist ein Wunschtraum und der kurze Weg zu einem Preis. Aber den Traum haben alle Vereine, das Endspiel vor 13 000 Zuschauern zu spielen. Wir versuchen es einfach.

Das Auftreten des Teams ist Ihnen wichtig. Wie fügt sich die Mannschaft denn zusammen?

Buijs: Lisa Thomsen, Mareike Hindriksen und Ines Bathen sind unsere Leader. Gerade erlebe ich eine neue Ines Bathen, sie lacht wieder viel und bringt eine Menge Energie ein. Aber wir haben viele junge Mädchen mit viel Energie im Team, Lena Vedder ist da ein gutes Beispiel. Die Stimmung ist gut, wir wachsen zusammen.

Was macht für Sie denn guten Volleyball aus?

Buijs: Guter Volleyball ist für mich, wenn wir auf dem Feld gut organisiert sind und wenig Fehler machen. In allen Situationen muss jede Spielerin genau wissen, was sie tun soll, und sie muss auf ihre Aufgabe fokussiert sein. Alle müssen sagen: „Das ist mein Ball.“ Kampfgeist und Körpersprache gehören dazu, aber das wollen ohnehin jeder Coach und das Publikum sehen.

Als Trainer sind Sie mitverantwortlich, dass sich die Spielerinnen wohlfühlen. Was können Sie da tun?

Buijs: Es ist das Geheimnis eines Trainers, die Spielerinnen eins zu eins zu verstehen. Es gibt introvertierte und extrovertierte Spielerinnen, welche, die über den Kopf oder das Herz kommen. Als Coach musst du den richtigen Umgang zu ihnen finden. Es ist mein Talent, so denke ich, dies gut zu schaffen. Besonders wenn es den Spielerinnen auch mal nicht so gutgeht.

Zur Person

Teun Buijs wurde am 24. Februar 1960 in Oostzaan nahe Amsterdam geboren, wo er auch heute noch mit seiner Frau lebt. Der Vater von zwei Kindern – Tochter Anne (25) und Sohn Tom (29) spielen professionell Volleyball – war als Aktiver sechs Mal niederländischer Meister und wurde mit seinem Nationalteam bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul Fünfter. Seine Karriere als Trainer, in der er mit dem Schweriner SC 2012 und 2013 das Double gewann, begann der 2,02 Meter große Buijs 2008 bei Lausanne VC.

Und wer hilft Ihnen, wenn es Ihnen nicht gutgeht?

Buijs: Natürlich meine Familie und Freunde. Aber das ist nicht immer einfach, wenn man weit weg im Ausland ist. Da bleiben einem nur das Trainerteam und der Staff, aber auch da muss es passen. In meiner Zeit in Polen und besonders in Aserbaidschan, nach der ich zwei Jahre Pause vom professionellen Volleyball gemacht habe, war es nicht leicht. In Schwerin dagegen hat es gepasst, da war die Zusammenarbeit mit dem Staff so gemütlich und schön, diese Energie hat auch die Mannschaft gespürt. Schwerin war als Trainer meine schönste und beste Zeit, nicht nur wegen der Erfolge.

Nun sind Sie in Münster, keine drei Autostunden von zu Hause entfernt. Wie kam der Kontakt zum USC zustande?

Buijs: Ich hatte mit Christian Wolf (Bundesstützpunkttrainer in Münster, d. Red.) telefoniert, den ich schon aus Schweriner Zeiten kannte. Er hat mir erzählt, dass es in Münster nicht so gut läuft und der USC einen Trainer sucht. Da habe ich den Kontakt gesucht und einen Brief geschrieben. Etwas später rief dann die damalige Vizepräsidentin Karen Zentgraf an, ziemlich schnell danach gab es ein Treffen mit ihr, Präsident Jörg Adler und Ines Bathen. Das hat drei Stunden gedauert, dann war alles klar.



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