Di., 10.10.2017

Volleyball: 1. Damen-Bundesliga Viel Bewegung am Netz – USC vollzieht die meisten Wechsel

Im Testspiel gegen die Männer der Ostbek Pirates stellt Mareike Hindriksen den Ball für Juliane Langgemach. Die Zuspielerin, die auch Kapitänin ist, zählt zum Kreis der elf Neuen. Langgemach trug schon in der vergangenen Saison Grün.

Im Testspiel gegen die Männer der Ostbek Pirates stellt Mareike Hindriksen den Ball für Juliane Langgemach. Die Zuspielerin, die auch Kapitänin ist, zählt zum Kreis der elf Neuen. Langgemach trug schon in der vergangenen Saison Grün. Foto: fotoideen.com

Münster - 

Das ist schon mal ein Wert, der aufhorchen lässt: 64 von 115 Spielerinnen in den Mannschaften der Bundesliga sind neu in ihrem Team. Ganz vorne dabei: der USC Münster, der gleich elf neue Kräfte vor der am Wochenenden beginnenden Serie begrüßte.

Von Wilfried Sprenger

Geht doch! Zwölf Jahre nach der letzten Meisterschaft führt der USC Münster wieder eine Tabelle in der Volleyball-Bundesliga an. Im aktuellen Kader der Westfalen finden sich nicht weniger als elf neue Namen. Da kommt tatsächlich kein Konkurrent mit. Schlusslicht ist übrigens der SC Potsdam, das neun Spielerinnen hielt und nur zwei Neue ins Boot holte. Welche Personal-Strategie nun näher an die Preise führt, wird sich in den nächsten Monaten erweisen. Fakt ist, dass am kommenden Wochenende die ersten Punkte vergeben werden.

Die Zuschauer müssen sich in der Saison 2017/2018 an viele neue Gesichter gewöhnen. Die zehn etablierten Clubs – der VC Olympia wurde erneut mit einem Gastspielrecht versehen – beschäftigen insgesamt 115 Spielerinnen, 64 von ihnen engagierten sich in der vergangenen Serie noch für einen anderen Verein. Da ist gerade viel Bewegung am Netz, prozentual auch mehr als auf den Trainerstühlen. Nur vier Clubs (Münster, Stuttgart, Vilsbiburg und Erfurt) wechselten den Coach.

Spielerinnen aus 23 Nationen schlagen ab Samstag in der Liga auf, 47 von ihnen haben einen deutschen Pass. Die zweitstärkste Fraktion stellen die US-Girls (15), zweistellig ist auch noch die Zahl der Niederländerinnen (12). Erstmals in der Historie ist Finnland mit einem Quartett vertreten, einen sehr ordentlichen Beitrag liefern dazu Roosa Laakkonen und Katja Kylmäaho, zwei Neuzugänge beim USC.

Eckdaten

► Mit vier Spielen wird die Saison an diesem Samstag eröffnet. Der USC spielt erst am Sonntag gegen SW Erfurt.

► Für den USC endet die Hinrunde am 17. Dezember mit einem Heimspiel gegen Aachen, Rückrundenstart ist am 6. Januar in Erfurt.

► Die Hauptrunde endet am 10. März 2018, Münster spielt an diesem Samstag gegen Suhl.

► Die Playoffs beginnen direkt im Anschluss an die Hauptrunde. Die Mannschaften auf den Plätzen eins bis acht ziehen ins Viertelfinale ein. Die Pre-Playoffs wurden ersatzlos gestrichen.

► Das Schlusslicht der Hauptrunde steigt in die 2. Bundesliga ab – sofern es Aufsteiger aus dem Unterhaus gibt.

► Zur Saison 2018/2019 steigen die Meister der 2. Bundesliga auf – sofern eben jemand will.

► Im Achtelfinale des DVV-Pokals tritt der USC am 11. November beim Sieger der Partie Stralsund/Leverkusen an.

Die Liga ist bunt, vielleicht bunter denn je zuvor. Je zwei Brasilianerinnen und Argentinierinnen sorgen für südamerikanisches Feuer, die Roten Raben Vilsbiburg haben sich zudem eine Kubanerin gekrallt, Wiesbaden hat sich beim Zwerg Luxemburg bedient. Und sogar eine australische Sportlerin mischt mit. Katarina Osadchuk spielt für Suhl, geboren ist die 25-Jährige allerdings in der Ukraine.

Auf den Trainerbänken nimmt der niederländische Einfluss een beetje zu. Zu Han Abbing (Suhl) und Saskia van Hintum (Aachen) hat sich USC-Coach Teun Buijs gesellt. Der 57-Jährige ist der älteste Coach im Oberhaus. Der jüngste, Jonas Kronseder, ist erst 29 und leitet SW Erfurt an. Der langjährige Chef in Vilsbiburg hatte sich auch in Münster beworben. Giannis Athanasoupulos, der neue Trainer von MTV Stuttgart, macht die Liga noch internationaler. Der 39-Jährige ist der einzige Grieche im Oberhaus.

Viele ehemalige Spielerinnen

In der Volleyball-Bundesliga fließt reichlich USC-Blut. Neun Spielerinnen, die bei den Unabhängigen ausgebildet wurden oder dort temporär agierten, tragen in der nächsten Saison das Trikot eines konkurrierenden Vereins. Mehr als die Hälfte des Clubs der Ehemaligen wechselte erst in diesem Sommer die Seite. Einer der Profiteure ist der VC Wiesbaden, der sich die Dienste von Sina Fuchs und Jennifer Keddy sicherte. Zuvor hatten Irina Kemmsies und Dora Grozer bei den Hessen Wurzeln geschlagen. Kaisa Alanko zog es nach Schwerin, dort ist Louisa Lippmann bereits zu Hause. Neue Arbeitgeber fanden auch Britt Bongaerts (Aachen) und Leonie Schwertmann (Vilsbiburg). Julia Schaefer spielt ihre zweite Saison in Stuttgart.

Aus dem deutschen EM-Kader, der in Aserbaidschan immerhin das Viertelfinale erreichte, sind zehn Spielerinnen in der Bundesliga beschäftigt. Meister Schwerin stellte mit Denise Hanke, Louisa Lippmann, Jennifer Geerties und Marie Schölzel die stärkste Fraktion. Aus Vilsbiburg kamen Leonie Schwertmann, Lena Stigrot und Jennifer Pettke zum Einsatz. Wiesbaden brachte Irina Kemmsies und Tanja Großer ins Spiel, Potsdam Lisa Gründing.

Die meisten deutschen Spielerinnen (9) hat der USC im Aufgebot, gefolgt von Wiesbaden (8) und Schwerin (6). Deutlich internationaler sind Suhl und Aachen mit je nur einer deutschen Volleyballerin und Stuttgart (2) ausgerichtet.



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