Mo., 16.10.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga Nach dem 3:0 gegen Erfurt ist der USC selbstbewusst, bleibt aber realistisch

Keinen Ball verloren gibt Lisa Thomsen. Die Libera des USC wurde gegen Erfurt zur wertvollsten Spielerin gekürt.

Keinen Ball verloren gibt Lisa Thomsen. Die Libera des USC wurde gegen Erfurt zur wertvollsten Spielerin gekürt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der Auftakt in die neue Saison stimmte beim USC Münster alle glücklich, das souveräne 3:0 gegen SW Erfurt sorgte für Heiterkeit und Freude. Doch überschwänglich wird am Berg Fidel keiner, nur zu gut konnten alle Beteiligte die Partie gegen phasenweise überforderte Gäste einordnen.

Von Henner Henning

Als Juliane Langgemach mit einem Block gegen Erika Mercado den Matchball verwandelt und damit den Auftaktsieg perfekt gemacht hatte, fiel der Jubel des USC Münster schon etwas größer aus als vielleicht mitten in der Saison. Die Ersatzspielerinnen, die bis auf den Kurzeinsatz von Katja Kylmäaho komplett außen vor waren, stürmten auf das Feld und setzten mit ihren Teamkolleginnen zum Tänzchen an. Keine Frage, das einseitige 3:0 gegen SW Erfurt tat gut und gibt Selbstvertrauen. Doch richtig einordnen konnten sie beim USC alle die 71 Minuten Spielzeit.

Vor einer klaren Analyse aber überwog zunächst einmal die Euphorie, besonders die souveräne Art und Weise verzückte die Mannschaft wie die 1136 Zuschauer. Sicher, Erfurt war nur bedingt ein Maßstab und dürfte es in dieser Saison mit so einer Leistung schwer haben. Was der USC aber zeigte, machte Lust auf mehr, das Auftreten und die Spielweise waren die Fortsetzung dessen, was Münster in der Vorbereitung sich erarbeitet hatte. „Dass es allerdings schon so gut funktioniert, hätte ich nicht gedacht“, sagte Trainer Teun Buijs, der viele positive Aspekte sah.

Sprunggewaltige Vanjak

Etwa bei Ivana Vanjak, der sprunggewaltigen wie dynamischen Deutsch-Kroatin, die mit 16 Punkten Top-Scorerin der Partie war. „Ivana war in der Vorbereitung angeschlagen und war durch Erfurts Aufschläge gleich unter Druck. Aber Ivana hat es super gemacht“, erklärte der Niederländer. Ein ähnliches Zeugnis dürfte Lena Vedder bekommen, die in ihrem ersten Bundesliga-Spiel frei aufspielte und viele gute Aktionen hatte – obwohl sie vor dem ersten Ballwechsel wie so einige ihrer Teamkolleginnen durchaus Lampenfieber hatte. „Nervosität war schon da, als ich in die Halle gekommen bin. Aber für diese Momente haben wir zweieinhalb Monate gearbeitet, es hat Spaß gemacht“, sagte Vedder, der die niederländische Mittelblockerin Juliet Lohuis beipflichtete: „Beim Aufwärmen war die Anspannung verflogen, es fühlte sich normal an. Ich habe das Spiel genossen“, erklärte die 21-Jährige.

Mit Langgemach, aber auch mit Vanjak, Zuspielerin Mareike Hindriksen oder Vedder hatte Lohuis in der Mitte oft die Hände an den Angriffen Erfurts und entschärfte damit die erste Welle. „Unsere Blockarbeit war gut“, sagte Buijs, dessen Handschrift schon zu sehen war. „Ich habe bei meinem Antritt in Münster gesagt, dass die Basis eine starke Abwehrarbeit ist. Und die war wie die Organisation gegen Erfurt sofort auf einem hohen Level.“ Auch dank Lisa Thomsen, die mit Hand und Fuß versuchte, die Bälle vom Boden zu kratzen und immer wieder spektakulär rettete – und damit wertvollste Spielerin wurde. „Das war eine geschlossene Teamleistung, mit der wir sehr glücklich sind. Aber Dresden wird ein ganz anderes Spiel, eine ganz andere Hausnummer“, sagte Thomsen. Doch nach diesem Auftakt kann der USC die Aufgabe in Sachsen befreit angehen.



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