Di., 24.10.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga Libera Lisa Thomsen ist Führungskraft und Anlaufstelle beim USC Münster

Wieder im Mittelpunkt: USC-Libera Lisa Thomsen. Die 32-Jährige sagt: „Ich gehe jeden Tag gern zum Training.“

Wieder im Mittelpunkt: USC-Libera Lisa Thomsen. Die 32-Jährige sagt: „Ich gehe jeden Tag gern zum Training.“ Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Rückkehr zum USC Münster muss sich für Lisa Thomsen wie eine Reise in die Vergangenheit anfühlen. Schon von 2006 bis 2009 trug sie das Trikot der Unabhängigen. Aktuell ist sie nicht nur auf dem Feld gefordert, sondern auch als Stütze für viele junge Spielerinnen.

Von Wilfried Sprenger

Lisa Thomsen spielte schon von 2006 bis 2009 für den USC Münster. Als sie damals aus Leverkusen kam, war sie 20 und hatte die ganze Karriere vor sich. Jetzt ist sie 32 und blickt immer noch lieber nach vorn als zurück. „Ich fühle mich wohl, es macht mir Spaß, ich gehe jeden Tag gern in die Halle“, sagt sie. Seit diesem Sommer spielt die Libera wieder für die Unabhängigen.

Manchmal lohnt sich ein Blick über die eigene Schulter. Tatsächlich hat Thomsen in ihrer bisherigen Laufbahn schon viel erlebt. 112 Länderspiele stehen in ihrer Vita, mit Schwerin ist sie dreimal Deutsche Meisterin und zweimal Pokalsiegerin geworden, zwei Saisons hat sie in Baku gespielt, ehe sie 2015 in die Bundesliga (Stuttgart) zurückkehrte. Dem Jahr im Ländle folgte ein Intermezzo beim Zweitligist Gladbeck, nun ist sie wieder in Münster, motiviert und ehrgeizig wie ein Jungspund. Und bereit, Erfahrung weiterzugeben.

Thomsen ist die Älteste im aktuellen USC-Team, Führungskraft und Anlaufstelle für die vielen „Küken“ um sie herum. Wer Rat wünscht, bekommt ihn. „Ich mache das sehr gern“, sagt sie, „und nicht zum ersten Mal. Seit vier, fünf Jahren sehe ich mich in dieser Rolle.“ Trainer Teun Buijs ist froh über die Persönlichkeit im Team.

Schon in den Erfolgsjahren in Schwerin zogen Coach und Spielerin an einem Strang. „Teun ist ein großer Trainer, der nicht stehenbleibt, sondern sich ständig weiterentwickelt. Er weiß unglaublich viel über Volleyball und ist zudem menschlich ein Vorbild“, sagt Thomsen. Die Libera kann sich gut vorstellen, später selbst als Trainerin zu arbeiten. Beim Deutschen Volleyball-Verband macht sie zurzeit den A-Schein. Thomsen: „Diese Position reizt mich. Es gibt nur sehr wenige Frauen in diesem Amt. Dabei können wir das genauso gut wie die Männer. Das würde ich gern beweisen.“

Später. Nach der Karriere. Noch wird Lisa Thomsen auf dem Feld gebraucht. Sie fühlt sich fit und ist zufrieden mit sich selbst. „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent“, meint sie, „aber schon wieder auf einem richtig guten Niveau. Das hat ein bisschen gebraucht, ist aber normal nach den letzten Jahr, da habe ich ja nicht soviel gemacht.“

Seit dem Sommer gehört Volleyball wieder zum Tagesgeschäft. Thomsen ist sehr glücklich damit und beklagt sich nicht über mitunter komplett verplante Tage. Gerade beendet sie ihre Bachelorarbeit im Fach Gesundheitsökonomie und sitzt deshalb regelmäßig am Schreibtisch. Das macht den Sport womöglich noch wichtiger. Als Ausgleich und als Herausforderung. Letzteres hat Lisa Thomsen noch nie gescheut. Sie packt Dinge wirklich an.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5243976?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686216%2F