Do., 26.10.2017

Beachvolleyball Teresa Mersmann geht bewusst Schritt zurück

Ihre Karriere im Sand drosselt Teresa Mersmann etwas. Die Beacherin will nicht mehr international spielen.

Ihre Karriere im Sand drosselt Teresa Mersmann etwas. Die Beacherin will nicht mehr international spielen. Foto: Witters

Münster - 

Beachvolleyballerin Teresa Mersmann schraubt ihre Ambitionen zurück. Die Strukturen im Verband geben ihr keine internationalen Entfaltungsmöglichkeiten, aktuell sucht sie eine Partnerin für die deutsche Tour. Und beim USC steigt sie auch wieder ein.

Von Henner Henning

Nein, einen endgültigen Schlussstrich will Teresa Mersmann noch nicht ziehen. Warum auch, mit 27 Jahren ist sie im besten Beachvolleyball-Alter, dazu macht ihr der Sport im Sand immer noch zu viel Spaß. Doch die Dinge haben sich verschoben, ihr Fokus hat sich verschoben. „Ich sehe nicht mehr so die Perspektive für mich, international zu spielen. Im Verband laufen viele Sachen schief, darauf habe ich keinen Bock mehr. Ich habe viel Aufwand getrieben und nur wenig zurückbekommen“, sagt Mersmann, die mittlerweile wieder Münster als ihren Lebensmittelpunkt auserkoren hat.

Wer nun eine Generalabrechnung erwartet, liegt falsch. Doch die DM-Dritte von 2012 gehört zu der Gruppe von Beachvolleyballerinnen, die nach der Reform des Deutschen Volleyball-Verbands in der Luft hängt. Ohne Kaderzugehörigkeit hat Mersmann kaum Chancen auf internationale Startplätze, auch in den Genuss einer Spitzenförderung kommt sie nicht. „Es hat sich viel verändert“, so Mersmann, die auch an das Beispiel Julia Großner denkt. Die 29-Jährige wurde an der Seite von Nadja Glenzke Europameisterin – und dann direkt im Anschluss aussortiert. „Die Entscheidungen beruhen nicht auf temporären Erfolgen, sondern basieren auf einer prognostizierten Maximalleistung im Hochleistungsalter der jeweiligen Athleten“, wurde DVV-Vizepräsident Andreas Künkler im feinsten Funktionärssprech zitiert.

So reifte mit der Zeit Mersmanns Entschluss, sich vermehrt ihrem Studium zu widmen und die international ausgerichtete Karriere auf nationale Ambitionen zu reduzieren. So arbeitet sie nach dem Abschluss in BWL im Gesundheitswesen nun am dazugehörenden Master (Health Care Management) an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Nebenbei spielt der Sport weiter eine große Rolle, schließlich will die 1,84 Meter große Rechtshänderin auch im Sommer 2018 weiter im Sand blocken, pritschen und schmettern. „Mit wem, ist offen. Ich bin auf der Suche“, so Mersmann, die auch mit Kim Behrens gesprochen hat. „Aber sie hat noch andere Ambitionen und hofft weiter auf ihren Kaderstatus.“

Fest steht dagegen, dass Mersmann wieder für den USC spielt – und zwar in der Hallen-Regionalliga für die Zweitvertretung, für die sie bereits auf dem Feld stand. „Als Axel Büring mich gefragt hat, habe ich sofort zugesagt. Das ist eine Herzensangelegenheit für mich und macht mir Spaß, meine Erfahrung an die Jüngeren weiterzugeben“, meint Mersmann, die lange für den USC in der 2. Bundesliga auf dem Feld stand. „Es fügt sich alles zusammen“, sagt Mersmann und klingt dabei glücklich.



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