Mo., 29.01.2018

Volleyball: Frauen-Bundesliga Verletzungssorgen nehmen beim USC Überhand

Münster - 

Im Rennen um Platz vier ist der USC Münster nun ins Hintertreffen geraten. Die 1:3-Niederlage beim VC Wiesbaden war auch auf die personellen Schwierigkeiten zurückzuführen. Immer wieder muss das Team Verletzungen auffangen.

Von Henner Henning

Teun Buijs ist kein Mann des großen ­Wehklagens. Die zahlreichen personellen Rückschläge der vergangenen Tage und Wochen nahm der Coach des USC Münster fast mit sto­ischer Ruhe hin, statt zu lamentieren tüftelte er an Lösungen. Durchaus mit Erfolg, bis zum Samstag stand der Volleyball-Bundesligist auf Rang vier. Dann aber folgte das 1:3 beim VC Wiesbaden, der nun in den ­verbleibenden sechs Partien der Hauptrunde das bessere Blatt für den begehrten Platz auf der Hand hat.

Die vielen Ausfälle und die damit verbundenen Umstellungen haben Spuren hinterlassen, die Rädchen greifen nicht mehr so geschmeidig ineinander. „Bei all den Problemen fehlt uns momentan etwas die Qualität, etwa auf eine Steigerung wie die von Wiesbaden zu reagieren“, sagte Buijs und führte als Beispiel die Libera-Position an. Dort fehlte beim VCW erneut Lisa Thomsen (Sprunggelenk­verletzung), wie schon beim 3:0 gegen den SC Potsdam vertrat sie die reaktivierte und ebenso routinierte Lin da Dörendahl. „Ich bin sehr glücklich, wie Linda uns hilft. Das ist wirklich sehr gut. Aber sie ist halt nicht seit dem 1. August dabei, kann nicht alles wissen. Lisa kennt alle Systeme und coacht auf dem Feld mit“, erklärte der niederländische Trainer.

Es ist ein kleines, aber wichtiges Detail – wie auch der Fall Ivana Vanjak. Die Deutsch-Kroatin, die beim USC die Hauptlast im Angriff schultert, konnte in Wies­baden nur zeitweise ihre Top-Leistung abrufen. Ein grippaler Infekt hatte sie ­ geschwächt – und damit auch den USC. Wieder so ein gesundheitliches Problem, das Auswirkungen auf Münsters Spiel hatte. So verschaffte Buijs seiner Angreiferin durch Wechsel (Chiara Hoenhorst, Lina Alsmeier) immer mal wieder Verschnaufpausen, dem Rhythmus förderlich aber war dies nur bedingt. „Wir mussten uns immer wieder neu finden, das war nicht einfach. Aber das müssen wir akzeptieren, daraus lernen wir viel“, sagte Buijs, der seiner Mannschaft erneut keinen Vorwurf in Sachen Einstellung und Moral machen konnte. Der Wille war da, allein die eigenen Probleme sowie ein Gegner mit dem stark auftrumpfen den Trio Kimberly Drewniok, Dora Grozer und Tanja Großer waren zu viel für den gebeutelten USC. „Wir kämpfen um jeden Ball“, erklärte Buijs und fügte hinzu: „Wir werden weiterarbeiten. Und dann kommt die Zeit, wo wir dem Druck widerstehen können. Wir müssen geduldig bleiben.“

Geduld – eine Tugend, die der Niederländer seiner Mannschaft mit all seiner Ruhe vorleben kann.



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