Mi., 31.01.2018

Volleyball: Frauen-Bundesliga Mallach hat als Co-Trainer des USC und Pascal-Lehrer „den perfekten Job“

In der Spielunterbrechung spricht der Chefcoach Teun Buijs (r.), und alle anderen hören den taktischen Anweisungen genau zu. Co-Trainer Marvin Mallach selbstredend auch.

In der Spielunterbrechung spricht der Chefcoach Teun Buijs (r.), und alle anderen hören den taktischen Anweisungen genau zu. Co-Trainer Marvin Mallach selbstredend auch. Foto: Thomas Austermann

Münster - 

Marvin Mallachs Aufgabenbereich beim USC Münster ist in den vergangenen Monaten stark angewachsen. Der Lehrer vom Pascal-Gymnasium hat als Assistent von Cheftrainer Teun Buijs vor allem das Zuspiel unter seinen Fittichen.

Von Thomas Austermann

Dass Marvin Mallach absolut die Ruhe weghat, ist bekannt. Der 31 Jahre alte Co-Trainer des USC Münster beherrscht die Kunst des Fokussierens auf das Wichtige. Gerade während der üblichen Hektik eines Spiels ist diese Tugend eine schlicht unverzichtbare.

Vor zwei Jahren war der A-Lizenz-Trainer noch gemeinsam mit Til Kittel und Benedikt Frank dafür verantwortlich, den Chefcoach zu unterstützen. Der Erstgenannte ist längst Trainer beim Nord-Zweitligisten TV Gladbeck, der andere coacht im Süden die Auswahl von Nawaro Straubing. Die Arbeitsteilung von einst ist Geschichte. Mallach muss heute viel mehr machen – und das gefällt ihm bestens. „Sowohl vom Umfang her als auch von der Verantwortlichkeit ist es anspruchsvoller geworden“, sagt er. Und nimmt jedes Abendtraining in Berg Fidel wahr.

Als Teun Buijs als neuer Chefcoach kam, fragte er den Assistenten direkt offen, ob der nicht mehr übernehmen möchte. „Klar hatte ich da Bock drauf.“ Während der Chef die Bereiche Block und Abwehr im Fokus hat, gilt Mallachs Augenmerk dem Zuspiel. Sowohl in der Video-Analyse als auch im Training und während der Matches. Wenn der USC in der Abschlusseinheit mit sechs gegen sechs spielt und eine Formation die Art des jeweiligen Gegners zu kopieren versucht, coacht Mallach diese Gruppe. Und hat stets die Regie im Auge.

Münsters Nummer eins Mareike Hindriksen, gerade mal ein knappes Jahr jünger als Mallach, erhält während der Begegnungen über verabredete Zeichen die Hinweise des Co-Trainers. Der wiederum ist per Headset verbunden mit dem Spielscout Fabio Aiuto, der an der Stirnseite des Feldes sitzt und den anderen Blickwinkel nutzt. Der italienische Experte kam gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Nadja Schaus zum USC, der das Wissen des Mannes gern nutzt. Mallach ist in der Praxis „quasi das dritte Auge“ der Zuspielerin: „Denn das, was der Gegner macht, kann Mareike gar nicht alles sehen. Wir geben ihr die notwendigen Infos, sie entscheidet immer selbst, welche Kombination sie dann einleitet.“ Die 23 Jahre alte Finnin Katja Kylmäaho steht bisher klar im Schatten der routinierten Könnerin. „Katja macht im Training ganz, ganz viel richtig. Wir arbeiten daran, dass sie dieses Niveau auch im Spiel umsetzen kann.“

Eigentlich ist Mallach abseits des Clubs auch schon bestens ausgelastet als verbeamteter Lehrer an der NRW-Sportschule Pascal-Gymnasium. Mathe, Physik und Sport darf er unterrichten, aber aktuell steht er nur als Mathe-Pauker vor den Klassen. Die Betreuung des „Bausteins Volleyball“, der Talentförderung an dieser Schule, schlägt sich halt im Stundenkontingent nieder.

Besondere Events wie die Teilnahme am Prestigewettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ kommen hinzu. Hier ist Mallach als Trainer gefordert wie demnächst auch wieder gemeinsam mit dem Kollegen Niels Westphal bei der U 20 des USC. 2017 triumphierten sowohl die Schulmannschaft als auch die Auswahl der Unabhängigen auf deutscher Ebene. Coachen in der allerersten Reihe kann Mallach demnach also auch.

„Auch wenn ich tatsächlich während der USC-Spiele kaum das Große und Ganze im Blick haben kann: Wenn ich die Nachwuchsmannschaften anleite, merke ich, wie viel Wissen ich mir mit der Zeit aneignen durfte“, profitiert er sehr vom Bundesliga-Einsatz. Auch wenn er nun unter der Woche kaum vor 20.30 Uhr Feierabend hat und an jedem Wochenende im Einsatz ist, schätzt er sich glücklich, „im Gesamtpaket den perfekten Job ausüben zu dürfen“.



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