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Manuel Beyer schoss den BSV Roxel mit seinem Treffer zum Derbysieg gegen den SC Münster 08. (Foto Witte)
Mit der Empfehlung von zwei Erfolgen am Stück gingen die Nullachter ins Derby. Aber immer noch trennten beide Teams zwölf Plätze und 20 Punkte. Eine Differenz, die im Spiel nicht durchgehend auszumachen war. Denn die Nullachter hielten vor allem in der zweiten Halbzeit kräftig dagegen. Und trafen auch. Zumindest lag der Ball im Netz, als der eingewechselte Sindou Kone abgezogen hatte.
Treffer aberkannt
Schiri Armin Sieber allerdings verweigerte dem Treffer die Anerkennung, entschied auf Abseits. Was Nullacht-Coach Michael Reer auf die Palme brachte. Und endgültig spuckte der Vulkan Reer Lava, nach einem Zweikampf im Mittelfeld zwischen Daniel Speerschneider und Manuel Beyer in der 89. Minute. Der Schiri entschied auf Freistoß für Roxel, was der Nullacht-Coach lautstark kritisierte – und sich daraufhin die letzten Szenen des Derby stehend hinter der Bande angucken musste.
Es waren die einzig hektischen Szenen in einem ansonsten wenig aufregenden Derby, das Beyer mit seinem elften Saisontreffer früh entschied. Er traf den Ball an der Strafraumgrenze optimal. Im Bogen senkte sich das Leder über den zu weit vor seinem Tor postierten Nullacht-Keeper Moritz Ostrop. Nach einer knappen halbe Stunde hätte erneut Beyer erhöhen müssen, als er von Jens Könemann geschickt wurde und Ostrop bereits daneben gegriffen hatte. Sven Annas jedoch stoppte den Ball kurz vor der Torlinie (29.).
Nullacht willensstark
Der BSV hatte alles im Griff, kontrollierte das Geschehen, setzte Nadelstiche. Die Hausherren dagegen hatten mit unsauberem Passspiel zu kämpfen, kamen zu keiner zwingenden Szene. Was sich in der zweiten Halbzeit änderte. Plötzlich waren sie da und versprühten Willensstärke.
BSV-Schlussmann Lütke Wiesmann wehrte einen Flatterball von Artur Miske aus 20 Metern mit dem Fuß ab (47.), auch Miskes Kopfball nach Flanke von Dominik Hartung kratzte er von der Linie (78.). Zwischendurch hatte Könemann nach einer Ecke von Florian Reckels die Unterkante der Latte getroffen (55.). Das war‘s in einem Derby, das einen knappen Sieger fand. Und einen verärgerten Verlierer.
„Das ärgert mich maßlos“
Das sagte Michael Reer: „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Leider hat uns aber der Schiri ein glasklares Tor aberkannt. Das ärgert mich maßlos. Wäre das 1:1 gefallen, hätten wir Roxel im Sack gehabt. Da bin ich mir sicher. Denn wir waren in der zweiten Hälfte kämpferisch und läuferisch klar besser. Wir sind eine gefestigte Truppe. Ich bin mir sicher, dass diese Niederlage die Mannschaft in ihrem Aufwärtstrend nicht stoppen wird. Ich jedenfalls habe uns vor allem in der zweiten Halbzeit richtig stark gesehen.“
Und so sah Gundolf Lorenz das Spiel: „Einerseits freue ich mich, dass ich zum ersten Mal mit Roxel bei Nullacht ein Derby gewinnen konnte. Anderseits ärgere ich mich darüber, dass wir nach einer halben Stunde den Faden verloren haben und 20 Prozent weniger investiert haben. Das war mir in der zweiten Halbzeit doch alles arg lässig. Aber wir haben nichts anbrennen und uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das zeichnet uns in dieser Saison aus. Unser Sieg war verdient. Der Gegner kam dafür nicht in Frage.“
Nullacht: Ostrop - Annas (75. Suvar), Spangenberg, Simon - Köster, Miske (81. Hövelmann), Abdel Ghany. Speerschneider - Dircks (64. Kone), Hartung - Golla
BSV: Lütke Wiesmann - Fröbel, Seeger, Kleine Bardenhorst, Plischek - Böning, Nesar (65. Riepenhof) - Beyer (90.+2 Albers), Reckels, Dransmann (90. Lahutta) - Könemann
Tor: 0:1 Beyer (13.)