BORGHORST Entsetzen und Ungläubigkeit standen in die Gesichter der Gäste geschrieben. „Wie konnten wir dieses Spiel nur verlieren?“, fragten sich die Buerer nach der 0:1-Niederlage in Borghorst.Von Marius Holthaus
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Preuße Thomas Grabowski (r.) im Kopfballduell mit Tim Zujevic. Der Buerer war an der entscheidenden Szene des Spiels beteiligt, als er den Ball gegen Matthias Kappelhoff-Rickert verlor und den Borghorster dann elfmeterreif foulte. (Foto: Marius Holthaus)
Ein lichter Moment genügte dem schwachen SC Preußen, um im dichten Nebel erfolgreich die drei Punkte zu angeln. In der 25. Minute eroberte Matthias Kappelhoff-Rickert gegen Tim Zujevic den Ball. Der Buerer wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen und war mit der Gelben Karte gut bedient. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Gefoulte persönlich.
Wer Erfolg haben will, braucht einen Goalgetter wie Kappelhoff-Rickert, betonte später sein Trainer Roland Westers: „Alle Teams in der Liga haben einen Stürmer, der Spiele entscheiden kann. Die Ausnahmen sind Emsdetten 05, Münster 08 und Buer.“ Kein Wunder also, dass diese drei Teams dem Rest der Liga hinterher hecheln.
Pfosten
Einen Knipser hätte Buer in Borghorst bestens brauchen können. Chancen besaßen sie im Gegensatz zum SCP zur Genüge. Allein Mike Rogowski hätte die Preußen abschießen können. Vor dem Borghorster 1:0 vergab er vier gute Gelegenheiten, Buer in Führung zu bringen. Die dickste in der 17. Minute: SCP-Keeper Sebastian Donaszewski brachte mit einem Pass Timo Greiling in Bedrängnis, Rogowski kam ans Leder, umkurvte Donaszewski, knallte die Kugel aber an den Pfosten.
Buer ließ den Ball phasenweise sehr gepflegt laufen. Und Borghorst? Kein Aufbauspiel, keinen zweiten Ball erobert, null Sicherheit. Nach dem Führungstreffer wurde es zunächst etwas besser. Kurz vorm Pausenpfiff vergaben Grabowski und Kappelhoff-Rickert aus dem Gewühl heraus (44.) sowie Jannick Hagedorn nach einem Konter (45.) das 2:0.
Nach Wiederanpfiff setzte sich das Privatduell zwischen Donaszewski und Rogowski fort. Erst verstolperte der Buerer (47.), dann ließ Donaszewski einen Rogowski-Schuss abprallen, im Nachsetzen drosch Moreno Gonzales den Ball daneben (65.). Bei einem weiteren Versuch zielte Rogowski zu ungenau (73.).
Glatt Rot
Fehler über Fehler diktierten Borghorsts Spiel. Einer davon unterlief Johannes Wesselmann. Er verdaddelte die Kugel. Beim Versuch, sie zurück zu erobern, traf er nur den Buerer Markus May. Beide mussten runter: May verletzungsbedingt, Wesselmann mit glatter Roter Karte (76.).
Die verbliebenen zehn Preußen retteten den Sieg glücklich ins Ziel. In der 80. Minute klärte Maxi Langer auf der Linie mit dem Kopf für den bereits geschlagenen Donaszewski. Absender des strammen Schusses war – na klar – Rogowski. Matchwinner war aber ein anderer: Kappelhoff-Rickert. Und der kickt nun mal im Preußen-Dress.