MÜNSTER Die Gäste vom BSV Roxel fielen sich erleichtert in die Arme – der Gastgeber schlich mit leerem Blick vom Platz. War es das für den VfL Wolbeck? Nach der 1:6 (1:2)-Packung gegen den BSV steht Wolbeck wieder auf einem Abstiegsplatz und bei nur noch einem Spieltag vor dem Abstieg in die Bezirksliga.Von Florian Habersack
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Roxels Joshua Kleine Bardenhorst (l.) hatte Wolbecks Ousseni Labo gut im Griff. Foto (Foto: Habersack)
Beide Trainer hatten vor diesem wichtigen Derby betont, den anderen nicht mehr überraschen können. Und doch hielten beide Anfangsformationen Überraschungen parat.
Gezwungenermaßen musste Wolbecks Trainer Carsten Becker von der gewohnten Vierer- auf eine Dreierkette umstellen. Innenverteidiger Sirwan Mohammadi hatte kurzfristig beschlossen, ins ferne Australien zu reisen. Roxels Coach Gundolf Lorenz ließ mit einem kompakten 4-3-2-1 spielen – eine Entscheidung, die sich schnell als Glücksfall herausstellen sollte. Denn nach nur acht Minuten beförderte Wolbecks Michael Kluczniok eine Roxeler Ecke ins eigene Tor. Zwei Minuten später nutzte Claus Plischek die Unordnung in Wolbecks Defensive zum 2:0.
Kurze Gegenwehr
Roxel führte und erwartete mit seinen drei Ketten gelassen die Wolbecker Reaktion. Die brachte nur sporadisch Gefahr für BSV-Keeper Bernd Lütke Wiesmann. In der zwölften Minute aber war er nach Murat Aydogdus Schuss schon geschlagen – Daniel Pietrucha rettete auf der Linie. Ansonsten blieb es ruhig. Bis sechs Minuten vor dem Pausenpfiff zumindest. Dann nahm sich Wolbecks Kluczniok den Ball und ein Herz und marschierte in den Strafraum der Gäste. Der Fuß von Julian Seeger, ein Fall, ein Pfiff und Gunvald Herdin verwandelte den Foulelfmeter zum 1:2-Pausenstand.
Aber die Tür, die für den VfL Wolbeck wieder offen zu stehen schien, schlug Roxel in der 63. Minute donnernd zu. Nach einem Ringkampf zwischen Wolbecks Christoph Möller und Alexander Kouzmine zeigte Referee Riza Öztürk wieder auf den Punkt. Manuel Beyer verwandelte – 3:1 für Roxel.
Als Wolbecks Möller wenig später Plischek foulte, stellte ihn der Schiri mit Gelb-Rot vom Platz. Felix Honermeyer sollte die brüchige Dreierkette nun zusammenhalten. Die aber zerfiel vollständig in ihre Einzelteile. Dirk Marquardt vollendete einen Konter zum 4:1 – Fabian Frönd und Kouzmine dokumentierten den Wolbecker Zerfall mit ihren Toren zum 6:1-Endstand.
Der BSV Roxel kann mit einem Sieg im letzten Spiel gegen den SC Münster 08 alles klarmachen. Wolbeck muss nach dem 2:1-Sieg der Nottulner in Heiden beim TuS Haltern gewinnen. Der letzte Strohhalm ist so dünn, dass er kaum noch von alleine steht.
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Wolbeck: Ostrop - Nsue Mangue, Möller, Vieira Carreira - Labo, Aydogdu (34. Möllmann), Honermeyer (87. Neuenstein), Hessel, Kluczniok - Herdin (77- Gündogdu), Terhaar
Roxel: Lütke Wiesmann - Pietrucha, Seeger, Heppe, Kleine Bardenhorst (63. Küpper) - Plischek, Buschung (74. Albers), Beyer - Dransmann (74. Marquardt), Kouzmine - Frönd
Tore: 0:1 Kluczniok (8./ET), 0:2 Plischek (10.), 1:2 Herdin (39./FE), 1:3 Beyer (63./FE), 1:4 Marquardt (84.), 1:5 Frönd (90.), 1:6 Kouzmine (90.)
Gelb-Rot: Möller (Wolbeck/78.)