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Medienhaus Lensing
29.11.2011 14:23 Uhr
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Ratgeber für Angehörige: Den Zugang zu Demenzkranken finden

BERLIN Für Familie, Bekannte und Freunde ist es nicht leicht, wenn ein Mensch an Demenz erkrankt. Wie geht man damit um und wie kann man weiterhin einen Zugang zu dem Kranken finden? Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen, sagen die Experten.dpa

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Frauen haben ein hohes Risiko, pflegebedürftig zu werden. (Bild: Jens Wolf/dpa) 

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, ebenso die Zahl der Demenzkranken. Dies zeigt der aktuelle Pflegereport der Barmer GEK. Der Umgang mit Demenzkranken ist für Angehörige oft nicht einfach. Vor allem aber der Kontakt auf Augenhöhe ist wichtig.

"Erinnerungsinseln" schaffen

Verlieren Demenzkranke die Fähigkeit, sich sprachlich auszudrücken, erschwert das den täglichen Umgang gehörig. Angehörige können den Verlust der Sprache aber durch andere Sinnesreize zumindest teilweise kompensieren: «Es ist wichtig, Erinnerungsinseln zu schaffen. Das geht zum Beispiel durch Berührung oder bestimmte Speisen», sagt Gudrun Piechotta-Henze von der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Dadurch könnten Angehörige einen Zugang zu dem Erkrankten schaffen.

Dabei greifen sie am besten auf Dinge zurück, die der Pflegebedürftige in früheren Jahren gern hatte oder die in der Kindheit wichtig für ihn waren. Die Pflegewissenschaftlerin hat in einem Projekt beispielsweise gute Erfahrungen mit dem Vorlesen von Gedichten gemacht, die Demenzkranke noch aus der Schule kannten.

Dem Kranken immer auf Augenhöhe begegnen

Wichtig ist auch, in Anwesenheit des Demenzkranken nicht über ihn mit anderen zu sprechen: «Man sollte nie sagen: 'Das kriegt der andere nicht mehr mit'», warnt Piechotta-Henze. Die Patienten seien ihrer Erfahrung nach sehr sensibel und bekämen auf der nonverbalen Ebene noch viel mit. Besser sei es, sich auf Augenhöhe mit dem Erkrankten zu beugen und zu versuchen, ihn direkt anzusprechen. «Damit signalisiert man ihm: 'Ich habe Zeit für dich'», sagt die Pflegewissenschaftlerin.

Zahl der Pflegebedürftigen steigt

Die Zahl der Pflegebedürftigen ist in jüngster Zeit gestiegen: Zwischen 1999 und 2009 wuchs sie um 6 Prozent auf 2,34 Millionen. Das geht aus dem Pflegereport der Krankenkasse Barmer GEK hervor. Auch die Zahl der Demenzkranken ist größer geworden: Bezogen im Jahr 2002 pro Quartal noch 16 000 Patienten Leistungen, waren es im dritten und vierten Quartal 2010 schon 163 000 Erkrankte. Insgesamt sind dem Report zufolge 58 Prozent der Pflegebedürftigen bei der Barmer dement.

Frauen tragen ein besonders hohes Risiko, im Laufe des Lebens pflegebedürftig zu werden. Es liegt inzwischen bei 72 Prozent - für Männer bei 50 Prozent. Diese Zahlen aus dem Jahr 2009 enthält der Pflegereport 2011 der Barmer GEK. Das Pflegebedürftigkeitsrisiko hat sich für die über 30-Jährigen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht: Für Frauen lag es im Jahr 2000 noch bei 65 Prozent, für Männer bei 41 Prozent.



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