Ehemann festgenommen: Schwangere Frau stirbt bei Beziehungsdrama
EMSDETTEN Diese Tat schockiert: Eine hochschwangere 35-jährige Emsdettenerin und ihr ungeborenes Kind wurden am Sonntagabend in einem Mehrfamilienhaus in der Goerdelerstraße getötet. Der dringend tatverdächtige Ehemann der Frau stellte sich noch am Abend der Polizei.
In diesem Haus in der Goerdelerstraße hat sich das Familiendrama ereignet, bei dem eine hochschwangere Frau zu Tode kam. (Foto: Oberheim (www.pressefoto-bernd-oberheim.de))
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Der 36-jährige Mann aus Emsdetten „war im Beisein von zwei Verwandten am Sonntagabend auf der Polizeiwache in Emsdetten erschienen und hatte geäußert, dass er möglicherweise seine Ehefrau getötet habe“, berichtet der zuständige Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer aus Münster. „Die alarmierten Rettungskräfte und die Polizei konnten die im achten Monat schwangere Frau nur noch tot in der Wohnung auffinden. Auch für das ungeborene Kind kam jede Hilfe zu spät“, erklärt Schweer weiter.
Streit ist eskaliert
Noch stehen die Ermittlungen am Anfang, Schweer geht aber fest von einem Ehedrama aus: „Vermutlich ist ein Streit zwischen den Eheleuten eskaliert“ – denn es war nicht das erste Mal, dass die Situation außer Kontrolle geriet. Die Frau – sie war Türkin – „durfte offenbar nichts selber entscheiden, hatte kaum eigene soziale Kontakte“, erzählt der Oberstaatsanwalt.
Einmal verurteilt
Bereits einmal war der Emsdettener türkischer Herkunft zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er gegen seine Frau handgreiflich geworden war. Ein weiteres Verfahren sei im vergangenen Jahr allerdings eingestellt worden. „Die Frau wollte am Ende doch nicht gegen ihren Ehemann aussagen“, informiert Schweer. Sie war dem Druck offenbar trotz der Übergriffe nicht gewachsen. So habe sie sich zum Beispiel ins Frauenhaus gerettet, sich kurz darauf aber wieder von ihrem Mann abholen lassen.
Eskalation
Mit tragischem Ende, denn der Streit am vergangenen Sonntag eskalierte bis zum Äußersten: „Sie hatte ihrem Mann wohl erklärt, sich endgültig trennen zu wollen“, sagt Schweer. Im Zuge der folgenden „körperlichen Auseinandersetzung wurde die 35-Jährige erwürgt“.
Mordkommission
Die Polizei Münster hat am Montagmorgen eine elfköpfige Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Joachim Poll eingerichtet. Denn bis auf seine Erklärung gegenüber der Emsdettener Polizei, er habe möglicherweise seine Frau getötet, hat der mutmaßliche Täter selbst bislang keine weiteren Angaben gemacht.
Totschlag
Die Staatsanwaltschaft Münster hat den 36-Jährigen im Verlaufe des Montags dem zuständigen Amtsrichter vorgeführt, der hat Untersuchungshaft angeordnet. Hinweise, die auf einen Mord schließen lassen, gebe es zum jetzigen Stand der Ermittlungen nicht, wie Wolfgang Schweer erläutert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann daher Totschlag in einem Fall vor. Der Tod des ungeborenes Kindes werde eventuell als Abtreibung gewertet. „Das müssen die weiteren Ermittlungen zeigen.“
Nachbarn sind fassungslos
Die grausame Beziehungstat in der ruhigen Emsdettener Wohnstraße sorgte am Montag für Fassungslosigkeit. „Als wir gegen 23 Uhr nach Hause kamen, war alles voller Polizei“, erzählt ein älterer Herr, als er am Morgen danach am Tatort in der unmittelbaren Nachbarschaft vorbeigeht. „Kurze Zeit später kamen die Männer mit den weißen Kitteln“, ergänzt seine Frau, der sofort klar war: Wenn die Spurensicherung anrückt, muss etwas Schlimmes passiert sein. „Das ist ja schrecklich“, reagiert ein Nachbar einige Häuser die Straße herunter völlig bestürzt, als er von der Tat erfährt. Er schneidet gerade die Hecke im Vorgarten seines schmucken Einfamilienhauses, von dem Polizeieinsatz am späten Vorabend hatten seine Frau und er gar nichts mitbekommen. „Ich dachte, wir wohnen hier in einer beschaulichen Gegend.“















