Bisher nur 13 Anmeldungen: Schwerer Schlag für die Paul-Gerhardt-Schule
EMSDETTEN In der Stadtverwaltung sind in dieser Woche einige Kinnladen eine Etage tiefer gesackt. Denn die Erstklässler-Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr liegen vor. Und die sorgen nicht nur für manche Überraschung, die haben regelrecht Sprengkraft - sie könnten so manche bisherige Überlegung auf den Kopf stellen.
Lediglich 13 Kinder wurden bislang zum kommenden Schuljahr als Erstklässler an der Paul-Gerhardt-Schule (PGS) angemeldet. Eine Entwicklung, die die aktuelle Debatte um die Schließung einer Grundschule stark beeinflussen könnte. (Foto: Oberheim)
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Bei der Überlegung, aufgrund der perspektivisch sinkenden Schülerzahlen eine Grundschule schließen zu müssen, haben Politik und Verwaltung vor allem die Buckhoff- und die Kardinal-von-Galen-Schule auf dem Zettel. Denn im Gegensatz zu allen anderen haben die weder einen Bestandsschutz, noch müssten bei einer Schließung hohe sechsstellige Zuschüsse für die Offene Ganztagsschule zurückgezahlt werden.
Die Überraschungen
Erste Überraschung: Das befürchtete Szenario - obwohl alle zum Schuljahr 2012/13 angemeldeten Kinder an allen Grundschulen ihre Schullaufbahn beenden können, brechen die Anmeldezahlen an den beiden Schulen angesichts der offen geführten Schließungdiskussion ein - ist nicht eingetreten: An der Buckhoffschule wurden 37 Kinder angemeldet, an der Galen-Schule 32 Kinder.
Zweite Überraschung: "Verlierer" ist die Paul-Gerhardt-Schule, hier wurden zum kommenden Schuljahr nur 13 Kinder angemeldet.
Dramatische Konsequenzen
Sollte sich diese Zahl in den kommenden Wochen festigen, könnte das aktuell dramatische Konsequenzen haben und die bisher vor allem hinter den Kulissen geführte Grundschuldebatte in eine neue Richtung lenken.
Denn erstens bedeutet dies, dass an der PGS keine erste Klasse gebildet werden könnte - die Mindestgröße beträgt 18 Kinder. Zweitens haben Politik und Verwaltung stets betont, dass der Elternwille ein zentraler Faktor bei einer Schließungsentscheidung sein muss. "Eine solche Entscheidung mit den Füßen drückt natürlich auch einen Elternwillen aus", macht sich Fachbereichsleiter Elmar Leuermann keine Illusionen.
"Tolle Arbeit"
Ihn haben die Anmeldezahlen nicht nur überrascht, sie machen ihn auch ein wenig ratlos. "An der PGS wird tolle pädagogische Arbeit geleistet", ist er nicht erst seit einer ausführlichen Erörterung der Zahlen mit der Schulleitung überzeugt. Vor allem aber: Die PGS ist die einzige Gemeinschaftsgrundschule, die einzige mit integrativen Klassen. "Wird keine Eingangsklasse gebildet, müssen Eltern mit behinderten Kindern zu einer Fachschule nach Münster fahren."
Ausnahmegenehmigung?
Auch, da man bei diesen Eltern im Wort stehe, will die Verwaltung in Gesprächen mit der Schulaufsicht erreichen, dass zumindest für das kommende Schuljahr per Ausnahmegenehmigung die Errichtung einer Eingangsklasse gesichert wird.
Sollten sich diese geringen Anmeldezahlen aber festigen, gibt es perspektivisch große Probleme für die PGS. "Dann", sagt Leuemann, "könnte das unsere bisherigen Überlegungen durchaus über den Haufen werfen."
Die vorläufigen Anmeldezahlen
300 Kinder wurden als Erstklässler zum kommenden Schuljahr in Emsdettener Grundschulen angemeldet. Laut Stadtverwaltung fehlen noch zehn Anmeldungen, zudem kann es noch zu Verschiebungen kommen. Die Anmeldezahlen (Stand 18. November):
Buckhoffschule: 37 Schüler
Emanuel-von-Kettler-Schule: 30 Schüler
Schule Hollingen: 50 Schüler
Johannesschule: 50 Schüler
Josefschule: 46 Schüler
Kardinal-von-Galen-Schule: 32 Schüler
Paul-Gerhardt-Schule: 13 Schüler
Wilhelmschule: 42 Schüler















